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Landgard: Interview mit Vorstand Armin Rehberg

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Landgard_Rehberg_ArminGAWINA hat den Vorsitzenden des Vorstandes der Landgard eG, Herr Armin Rehberg (Foto) exklusiv zur Situation der Genossenschaft und zur allgemeinen Entwicklung in der Branche befragt.

In dem folgenden Interview erfahren sie auch etwas über die Strategie und Unternehmenskultur der Landgard eG:

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GAWINA: Herr Rehberg, vor Kurzem wurden die positiven Nachrichten zur gelungenen Anschlussfinanzierung und daraus folgend das Ende der Sanierungsphase bei Landgard bekannt. Dies war für die grüne Branche bundesweit ein wichtiges Signal. Auf welchen Gebieten wollen Sie nun die Landgard eG besonders vorantreiben?

A.Rehberg Ziel von Landgard war und ist die nachhaltige Sanierung und Weiterentwicklung in finanzwirtschaftlicher, leistungswirtschaftlicher und struktureller Hinsicht. Die erfolgreiche Anschlussfinanzierung ist diesbezüglich ein entscheidender Milestone. Jetzt gilt es, nicht nachzulassen und sich weiter konsequent als moderne vermarktende Erzeugergenossenschaft mit dem Kerngeschäft der ersthändigen Vermarktung von Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse weiterzuentwickeln.

Landgard vermarktet aktuell die Produkte von mehr als 3.200 Mitgliedsbetrieben, Tendenz weiter steigend. Diese Entwicklung gilt es zu forcieren. Sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig arbeiten wir regional, national und international. Damit sind wir schon heute der Partner für den Fachhandel, aber auch für den professionellen organisierten Handel. Als verantwortungsvoller Marktführer sind wir uns unserer Verantwortung in diesem Prozess stets bewusst. Daher werden wir auch in Zukunft bei Themen wie Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und Innovationskraft Standards in der Branche setzen. Denn unsere Mitglieder und Kunden verdienen maßgeschneiderte Lösungen und keine Produkte „von der Stange.

GAWINA: Welche langfristigen Perspektiven können Sie den Mitgliedsbetrieben anbieten und welche Schritte werden zur Erreichung der Ziele eingeleitet?

A. Rehberg Mit der erfolgreichen Anschlussfinanzierung haben unsere Mitglieder Planungssicherheit bei der Vermarktung ihrer Produkte in ihrer Erzeugergenossenschaft. Die neue Finanzierungsvereinbarung hat eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Damit können sich die Erzeugerbetriebe langfristig darauf verlassen, dass Landgard ihnen eine nachhaltige Vermarktung in die Kanäle des Fachhandels und an wichtige organisierte Handelskunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel und dem DIY-Segment bietet. Dabei entwickeln wir neue Ideen und Konzepte für die Produkte und unterstützen unsere Mitgliedsbetriebe gezielt dabei, sich von den Angeboten anderer Betriebe abzuheben. Als vermarktende Erzeugergenossenschaft bieten wir unseren Mitgliedern zudem eine echte Heimat, wir sind kein austauschbarer Großhändler mit eigenen Interessen und der Gewinnmaximierung als einzigem Ziel – wir gehören unseren Erzeugerbetrieben und sind damit ihr Unternehmen, ihre Organisation.

GAWINA: Im Bereich des Fachhandels wurden ja schon einige positive Schritte getan. Wie sind Ihre Vorstellungen in den Bereichen LEH, Bau- und Heimwerkermärkte sowie Discount und wie sehen Sie das Potenzial dieser Marktteilnehmer im Allgemeinen und auf die Landgard eG bezogen?

A. Rehberg Diese Bereiche verzeichnen mehr und mehr Marktwachstum, und Landgard wächst hier aktuell mit seinen Kunden. Gerade im organisierten Handel punkten wir mit professionellen, innovativen Konzepten und sind strategischer Partner mit klar aufgestellten Bereichen, die auf die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden optimal eingehen können. Kurz: Hier arbeiten Profis für Profis. Wir erzielen aber immer noch zwei Drittel unseres Umsatzes mit Blumen und Pflanzen im Bereich Fachhandel.

GAWINA: Durch die verschiedensten Fusionen im Handel gewinnen die Einzelhandelskonzerne immer mehr an Marktmacht. Diese Macht hat sich in den letzten Jahren zunehmend negativ auf die Erlöse der Gartenbaubetriebe ausgewirkt. Darüber hinaus haben wir es bei den wichtigen Eckartikeln teilweise mit einem erheblichen Überangebot zu tun. Wie wollen Sie zukünftig den Angebotsmarkt steuern, und kann es gelingen den Mitgliedsbetrieben wieder vermehrt profitable Preise zu bescheren?

A. Rehberg Landgard kann nicht den Markt regulieren. Wir können Kunden und Erzeuger im Rahmen strategischer Partnerschaften beraten und mit unserem Erzeugermanagement optimieren. Dies tun wir kontinuierlich. Wertschöpfung für die Produkte unserer Erzeuger erzielen wir mit neuen Konzepten und Ideen, unter anderem Lizenzmarken wie „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ oder das Weber Grillkonzept sowie unsere Eigenmarken wie aktuell Mädchenkram, Hasengrüße, Grill Gardening, Eataliano, Gartenzwerge, Frag die Pflanze, Home Made, Heidewitzka, Großstadt-Heidi oder Tischlein deck‘ dich, die wir im Rahmen der IPM präsentiert haben.

Mit dem Konzept „Deutsche Gärtnerware“ stärken wir darüber hinaus gezielt unsere deutschen Mitgliedsbetriebe, indem wir ihnen mit dem Label die Möglichkeit geben, sich im Rahmen des breit angelegten Konzepts und der begleitenden Maßnahmen als Produzenten deutscher Gärtnerware zu präsentieren. Damit entsprechen wir dem Wunsch des Verbrauchers nach Produktsicherheit, nachhaltigem Konsum und Orientierung in einer schier unüberschaubaren Produktvielfalt. Hier ist „Made in Germany“ – oder eben „Deutsche Gärtnerware“ ein echter Mehrwert, der dem Erzeuger zu mehr Wertschöpfung verhilft. Und last but not least bieten wir einen Mehrwert als professioneller Partner mit und für Erzeugerware bei den großen Handelskunden.

GAWINA: Welche Probleme beschäftigen Sie aktuell besonders intensiv und was wünschen Sie sich, um die Landgard in eine positive Zukunft führen zu können?

A.Rehberg Die aktuell größten Herausforderungen sind sicherlich der Strukturwandel in der Branche und der Preisdruck, der nach wie vor im Markt herrscht. Wir arbeiten kontinuierlich daran, Landgard in diesem Marktumfeld für unsere Erzeugerbetriebe und Kunden optimal auszurichten.

Für eine erfolgreiche Zukunft von Landgard wünsche ich mir zunächst einfach mal ein Jahr mit optimalen Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer in der Branche. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir für Landgard die besten Mitarbeiter im Markt haben, finden und behalten. Und ich möchte den aktuell positiven Geist bei Landgard, der sich aus einer schwierigen Situation heraus entwickelt hat, bewahren und weiter stärken.

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