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BGI fordert Nachbesserungen bei Corona-Maßnahmen

Wertschöpfungskette bundesweit stabilisieren, Hilfsangeboten unbürokratisch zugänglich machen, bei Saisonarbeitskräften Hürden überwinden.

BGI Präsident Norbert Engler (Foto: BGI)

„Alle Betriebe der grünen Branche stehen vor einer ungeahnten Herausforderung, die die gesamte Lieferkette betrifft. Eine Einschätzung der Höhe des wirtschaftlichen Schadens lässt sich wohl erst am Ende der sonst umsatzstärksten Monate treffen. Er wird je nach Bundesland und Absatzkanal sehr stark differieren. Ein schlechtes Frühjahrsgeschäft lässt sich im Jahresverlauf aber nirgendwo ausgleichen“, stellt BGI Präsident Norbert Engler fest. Dabei kämpfen die Großhändler mit den unterschiedlichen Regeln in den einzelnen Bundesländern.

 

Bundesweit Verkauf im Blumeneinzelhandel zulassen

In NRW hat sich gezeigt, dass im Blumenverkauf über alle Absatzwege die Sicherheitsmaßnahmen sehr wohl einzuhalten sind. In anderen Bundesländern dürfen Blumen zwar im LEH in Selbstbedienung, aber zum Beispiel nicht im Fachhandel oder auf dem Wochenmarkt verkauft werden. „Das führt zu einer gravierenden Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der kleinen und mittleren Einzelhändler und dem damit verbundenen Großhandel. Uns als Großhändler ist es ein wichtiges Anliegen, dass Blumen und Pflanzen als Frischware für den täglichen Gebrauch auch über alle üblichen Kanäle abgesetzt werden können. Im Moment regelt dies nicht nur jedes Bundesland individuell, sondern sogar jedes Ordnungsamt legt die Regeln anders aus. Das hilft niemandem.“ betont der BGI Präsident. „Es stehen Existenzen auf dem Spiel. Dass die Gesundheit der Bevölkerung und der Mitarbeiter und ihrer Familien an vorderster Stelle steht, ist für alle das höchste Gut. Es wäre jedoch wichtig, im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten und unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, die Absatzwege bundesweit wieder zu öffnen und die funktionierenden Lieferketten aufrechtzuerhalten.“

Für den Konsumenten ist es oft schwierig festzustellen, ob er im gewohnten Blumenladen oder in seinem favorisierten Gartencenter einkaufen kann. Der BGI begrüßt und unterstützt daher die Initiative der grünen Verbände unter Leitung des Zentralverband Gartenbau für die neue Plattform mit-abstand-gruen.de. Dort können Verbraucher mit Hilfe ihrer Postleitzahl nach geöffneten Geschäften im Facheinzelhandel suchen, die sich zur Einhaltung umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet haben. „Kein Konsument sollte auf den Kauf von Blumen und Pflanzen verzichten müssen, sie sind gerade jetzt wichtig für das eigene Wohlbefinden und für den Erhalt der grünen Branche“, so Engler.

Lieferketten aus den Exportländern stabilisieren

Der BGI sieht aber noch weitere Felder, bei denen aktuell Problemlösungen gefragt sind. Für Schnittblumen-Importeure gab es in den letzten Wochen Probleme bei Frachtkapazitäten aus Übersee. Bei Schnittblumen, die häufig aus Ländern in Afrika, Südamerika oder Südeuropa stammen, übernehmen die importierenden Großhändler und die Versteigerungen die Verteilerfunktion im Handel. Hier gibt es Probleme mit Frachtkapazitäten, aber grundsätzlich ist das gewünschte Sortiment erhältlich und steht dem Einzelhandel zur Verfügung. Das dies so bleibt, ist wichtig für das Aufrechterhalten der Lieferketten aus den Erzeugerländern.

„Über lange Jahre wurden Lieferketten aufgebaut und in den Erzeugerländern eine Erwerbsgrundlage für viele Arbeiter geschaffen. Wenn es hier an Absatz fehlt, werden diese empfindlich getroffen, da dort kein soziales Netz die Strukturen aufrecht-erhalten kann. Die im Moment niedrigen Preise und fehlende Absatzmöglichkeiten schaffen hier enorme Probleme. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Abnehmer hier nun ihre Zahlungsziele erhöhen oder Preise für Angebotsaktionen nachverhandeln wollen. Das bringt alle, die mit dem Rücken zur Wand stehen, in noch größere Schwierigkeiten.“ Hier fordert der BGI Präsident die Solidarität auch innerhalb der Wertschöpfungskette.

Unbürokratisches, der Situation angemessenes Handeln

Die bestehenden finanziellen Hilfsangebote des Bundes können einen kurzen Zeitraum überbrücken helfen, wenn die Gelder schnell und unbürokratisch fließen. Kredite könnten das Problem jedoch nur auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, wenn nicht grundsätzlich dafür gesorgt ist, dass für Produktion und Handel Absatzmöglichkeiten bestehen. „Wir haben auch zunehmend Rückmeldungen aus unseren Mitgliedsbetrieben, dass die Hausbanken die Bearbeitung der KfW-Kredite ohne Begründung ablehnen, obwohl der Gesetzgeber die Verfahren deutlich vereinfacht hat“, berichtet Engler.

Darüber hinaus sieht der BGI Probleme im Zusammenhang mit dringend benötigten Saisonarbeitskräften aus Osteuropa, deren Einreise durch die Bundesregierung gut gelöst wurde, aber von deren Heimatländern nun offensichtlich erschwert wird.

Auch darf durch eine Verschärfung der Grenzkontrollen der Warenfluss von Blumen und Pflanzen als Frischware nicht beeinträchtigt werden. „In NRW sind wir über die Entscheidung von Ministerpräsident Laschet sehr froh, dass die Grenzen zu den für uns so wichtigen Niederlanden weiterhin offen sind“, betont der BGI Präsident. „In dieser Krisensituation müssen getroffene Maßnahmen immer wieder neu bewerten und dann entsprechend schnell angepasst werden.“

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Österreich: Nach Ostern können Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen

In Österreich soll so langsam der Weg in die Normalität beginnen.

Ab dem 14. April 2020 sollen kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen. Ab dem 01. Mai können dann auch alle Geschäfte, Einkaufszentren und auch Friseure ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Hotels und Gaststätten sollen jedoch frühestens ab Mitte Mai 2020 wieder öffnen können. Dies teilte heute der österreichische Bundeskanzler Kurz unter anderem auf einer Pressekonferenz mit.

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Corona-Krise: hagebau sagt „Danke“

Mit einem eigens gedrehten Imagespot bedankt sich die hagebau bei den über 40.000 Mitarbeitern in den hagebaumärkten für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie.  

Quelle: YouTube – hagebau / Produktion: Lux von Morgen

„Gemeinsam anpacken, mit unermüdlichem Einsatz nach Lösungen suchen und dabei auch mal neue Wege gehen, diese Eigenschaften zeichnen die Mitarbeiter in den hagebaumärkten aus – mehr denn je in diesen herausfordernden Zeiten“, erklärt Nina Kirschke, Abteilungsleiterin Marketing bei der hagebau, den Hintergrund für den Spot. Erstmals wurde hierfür auf Dreh mit Schauspielern verzichtet. Stattdessen sind echte Mitarbeiter zu sehen, die in den hagebaumärkten im niedersächsischen Burgdorf und Celle arbeiten. „Der Zusammenhalt innerhalb der hagebau ist großartig und das wollten wir mit diesem Spot so authentisch wie möglich zeigen“, begründet Kirschke diese Entscheidung.

Ab Dienstag, den 7. April 2020, wird er auch im Fernsehen in reichweitenstarken Sendungen und DIY-Umfeldern gezeigt.

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Freude schenken und helfen – denn jede Blume zählt

Die produzierenden Gartenbaubetriebe haben derzeit immense Probleme Ihre Produktion zu vermarkten. Große Mengen an Pflanzen und Schnittblumen mussten schon vernichtet werden.

„Natürlich wissen wir, dass aktuell sehr viele Branchen unter der Krise leiden. Vielen Verbrauchern ist jedoch gar nicht klar, wie bedrohlich die Situation speziell für die Grüne Branche ist. Anhand konkreter Beispiele zeigen wir darum, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf einzelne Betriebe hat, die gerade jetzt und in den kommenden Wochen eigentlich einen Hauptteil des gesamten Jahresumsatzes machen würden“, erklärt Michael Hermes, Bereichsleiter Marketing bei Landgard, die Hintergründe der Aktion.

„Jede Blume und Pflanze, die ich jetzt kaufe, bereitet darum nicht nur mir oder den Beschenkten Freude, sondern trägt auch aktiv dazu bei, unzählige Familienbetriebe und Arbeitsplätze in der Grünen Branche zu retten. Darum motivieren wir unsere ohnehin blumen- und pflanzenbegeisterte Community auf Instagram, Facebook und Co., unserer Branche aktiv zu helfen.“

Dieses Video gibt einen Einblick in die aktuelle Situation der Gartenbaubetriebe (Quelle YouTube)

Die Initiative „1000 gute Gründe“ zeigt in sozialen Netzwerken, wie einfach man in Krisenzeiten sich selbst, seinen Freunden und der Grünen Branche etwas Gutes tun kann.  

Farbe, Fröhlichkeit und Frühling genießen und zugleich noch etwas Gutes tun – wie leicht das alles in Corona-Zeiten geht, macht „1000 gute Gründe“ mit einer neuen Social-Media-Aktion deutlich. Unter #GEMEINSAMSTARK weckt die Branchen-Initiative mit Videos und Postings auf Facebook, Instagram und Co. Aufmerksamkeit für die fatalen Folgen der Corona-Krise für die Grüne Branche. Die Initiative zeigt aber auch, dass die heimischen Gewächshäuser überall voll sind mit tollen Blumen und Pflanzen in bester Qualität. Darum ist gerade jetzt die per-fekte Zeit, um das eigene Zuhause, den Garten, den Balkon, die Terrasse zu verschönern. Oder Freunden und der Familie mit einem Blumengruß zu zeigen, wie sehr man sie vermisst. Denn es ist so einfach, ohne großen Aufwand zu helfen – jede Blume zählt!

„Blumen- 1000 gute Gründe“ initiiert die Aktion: „Mach Menschen glücklich – Schenk Blumen“

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BHB: Diplombiologin Imke Ide verstärkt das Team

Am 1. April ist Imke Ide neu ins Team des BHB e.V. eingetreten. Die Kölnerin übernimmt die Ressorts ‚Product Compliance, Umwelt & CSR‘ sowie ‚Revision & Loss Prevention‘ von Jana Stange, die den Verband für neue Herausforderungen verlassen hat.

Als Diplom-Biologin hat Imke Ide sich während ihres beruflichen Werdegangs bereits seit vielen Jahren mit dem Themenkomplex Umwelt, Nachhaltigkeit und Produktsicherheit beschäftigt. In den vergangenen elf Jahren war sie für den Handelsverband Wohnen und Büro (Köln) tätig, kennt also Verbandsarbeit und hat darüber hinaus in einigen Themenbereichen bereits eng mit dem BHB kooperiert. Neben Ihrer Zusammenarbeit mit politischen Entscheidern und Behörden wird Imke auch die BHB Arbeitskreise Product Compliance, Umwelt & CSR und Revision & Loss Prevention betreuen.

Diplombiologin Imke Ide verstärkt das Team des BHB. (Foto: BHB)

Ide: „Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit. Bedauerlicherweise wird es aufgrund der momentanen besonderen Umstände noch etwas dauern, bis auch die Arbeit in den Gremien vor Ort wieder reibungslos anläuft. Über Telefon (0221-277595-17) und Mail (imke.ide@bhb.org) bin ich aber ab sofort erreichbar“.

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Begrenzte Einreise von Saisonarbeitskräften unter strengen Auflagen

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, und Bundesinnenminister Horst Seehofer und haben heute ein gemeinsames Konzept im Bundeskabinett vorgestellt, das Ausnahmen von den geltenden Einreisebeschränkungen für Saisonarbeitskräfte vorsieht. Ziel ist es, die derzeit notwendigen strengen Vorgaben des Infektionsschutzes mit den Erfordernissen in der Landwirtschaft in Einklang zu bringen.

Erntehelfer dürfen unter strengen Auflagen nach Deutschland einreisen. (Foto: Jürgen Sörensen@pixelio.de)

Insbesondere im Bereich des Obst- und Gemüseanbaus sind die Landwirte auf zahlreiche Arbeitskräfte angewiesen. Viel konnte hier durch die Vermittlung von Helfern aus dem Inland sowie arbeitsrechtliche Flexibilisierungen bereits erreicht werden. Zusätzlich sind die Betriebe aber auf Erntehelfer gerade aus dem Ausland angewiesen. Rund 20.000 Arbeitskräfte waren bis zum aktuellen Einreisestopp nach Deutschland eingereist. Bis Ende Mai werden etwa 100.000 Saisonarbeiter in der Landwirtschaft benötigt.

Die eng begrenzten Ausnahmen gelten nur unter strengen Voraussetzungen, die zur Sicherstellung des Infektionsschutzes der Bevölkerung mit dem Robert-Koch-Institut und dem Bauernverband abgestimmt sind. Die Anzahl ausländischer Saisonarbeitskräfte wird auf das notwendige Maß beschränkt. Zusätzlich will die Landwirtschaft Bürgerinnen und Bürger als Erntehelfer gewinnen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner:„Wir haben heute eine pragmatische und zielorientierte Lösung gefunden, die den berechtigten Anliegen Rechnung trägt – notwendigem Infektionsschutz auf der einen und Erntesicherung auf der anderen Seite. Das ist eine wichtige und gute Nachricht für unsere Bauern. Denn die Ernte wartet nicht, auch Aussaaten kann man nicht verschieben. Um die Verbraucher auch während der Corona-Pandemie mit ausreichend und hochwertigen heimischen Lebensmitteln zu versorgen, sind die Landwirte auf die Mitarbeit ausländischer Saisonarbeitskräfte angewiesen – das sind Fachkräfte auf ihrem Gebiet. Das Robert-Koch-Institut hat für Einsatz und Unterbringung Regeln erarbeitet. Die Einhaltung muss vor Ort kontrolliert werden.“

Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Die strengen Vorgaben des Infektionsschutzes treffen unsere Bevölkerung hart. Das gilt auch für die Wirtschaft und die Landwirtschaft. Die Maßnahmen sind erforderlich, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Dabei ist es wichtig, Voraussetzungen zu schaffen, damit wir auch während der Pandemie Staat und Wirtschaft am Laufen halten. Heute ist es uns gelungen, einen Weg zu finden, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und die Sicherung der Ernten miteinander in Einklang zu bringen. Mein Haus hat in enger Abstimmung mit allen Beteiligten Regelungen erarbeitet, die nun zügig umgesetzt werden.“

Im Einzelnen haben die Minister folgende Ausnahmen von den geltenden Einreisebeschränkungen für Erntearbeiter und Saisonarbeitskräfte vereinbart:

  • Im April und im Mai wird jeweils bis zu 40.000 Saisonarbeitern die Einreise ermöglicht. Diese werden auf Basis der Rückmeldung des Berufsstandes und der nachweisbaren strikten Hygienestandards ausgewählt.
  • Begleitend wird angestrebt, für April und Mai jeweils rund. 10.000 Personen aus dem großen Potential der verschiedenen Personengruppen im Inland (Arbeitslose, Studierende, Asylbewerber, Kurzarbeiter) zu gewinnen.
  • Die ausländischen Saisonarbeiter sollen ausschließlich mit dem Flugzeug ein- und ausreisen (keine stundenlangen Busreisen durch Europa aus Infektionsschutzgründen). Die Bundespolizei legt in Abstimmung mit den Bauerverbänden die entsprechenden Flughäfen fest. Durch ein abgestimmtes Verfahren zur zweifelsfreien Identifizierung der Saisonarbeiter sollen die Kontingente sowie Kontaktketten im Hinblick auf den Corona-Virus jederzeit nachvollziehbar sein. Die Arbeitnehmer werden am Flughafen durch den Betrieb abgeholt (keine Einzelanreise).
  • Bei der Einreise wird ein von den Arbeitergebern veranlasster Gesundheitscheck durch medizinisches Personal nach standardisiertem Verfahren durchgeführt. Die Ergebnisse sind dem örtlichen Gesundheitsamt zuzuleiten.
  • Neuanreisende müssen in den ersten 14 Tagen strikt getrennt von den sonstigen Beschäftigten leben und arbeiten und dürfen das Betriebsgelände nicht verlassen (faktische Quarantäne bei gleichzeitiger Arbeitsmöglichkeit). Es gilt eine zwingende Unterkunfts- und Arbeitsteam-Einteilung: Arbeiten in gleichbleibenden, möglichst kleinen Gruppen von fünf bis zehn, max. ca. 20 Personen.
  • Bei den Arbeiten sind Mindestabstände einzuhalten bzw. (sofern nicht möglich) Mundschutz, Handschuhe oder Schutzscheiben/-folien zu tragen.

Mit Ausnahme von Familien gilt eine Zimmerbelegung mit maximal halber Kapazität. In den Unterkünften gelten strenge Hygienevorschriften, die in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung gestellt werden.

Bei begründetem Verdacht auf Infizierung eines Arbeitnehmers mit dem Coronavirus ist dieser umgehend zu isolieren, ein Arzt zu kontaktieren, damit der Arbeitnehmer auf das Virus getestet werden kann. Zusätzlich soll das gesamte Team isoliert und ebenfalls auf das Virus getestet werden.

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Niedersachsen: Gartencenter und Baumärkte ab Samstag wieder offen

Ab Samstag, 4. April 2020 dürfen Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen wieder für Privatkunden öffnen. Man passe sich damit an die Lage in anderen Bundesländern an, sagte Regierungschef Stephan Weil.

Das Land Niedersachsen reagiert mit der Öffnung von Bau- und Gartenmärkten in der Corona-Krise auf „unerwünschte Wanderungsbewegungen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil. An den Landesgrenzen war es offenbar zu Einkaufstourismus gekommen. Darüber hinaus, so Weil, „stellen wir fest, dass Supermärkte ihr Sortiment für Gartenprodukte erweitert haben und dafür Käufer finden“. Damit verliere „der Schutzgedanke doch deutlich an Wirksamkeit“

Bereits seit Mitte März ist in Niedersachsen der Einkauf in Baumärkten Handwerkern und Gewerbetreibenden vorbehalten, Gartencenter sind geschlossen. Die Aufhebung der Maßnahmen will Ministerpräsident Weil aber nicht als Lockerung der Maßnahmen verstanden wissen. „Wir wollen vermeiden, dass an anderen Orten das Risiko steigt.“ (Quelle: Landesregierung Niedersachsen)

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Corona-Krise: Der Seele Gutes tun mit Blumen und Pflanzen

Es kann nur guttun, die Welt ein bisschen bunter und schöner zu machen. Zum Beispiel mit der Zauberkraft von Beet- und Balkonpflanzen aus dem örtlichen Gartenfachhandel oder direkt aus dem Gartenbaubetrieb. Sommerblumen lassen Fensterbänke, Balkone, Gärten und Parks in den schönsten Farben erblühen und sorgen für Lebensfreude. Und das tut der Seele und der Gesundheit gut, vor allem in schwierigen Zeiten.

Beet- und Balkonpflanzen können die Welt in schweren Zeiten ein wenig bunter und lebenswerter machen. Das tut der Seele und damit auch der Gesundheit gut. (Foto: GMH/BVE)

Die Corona-Krise ist eine Herausforderung, die jeden anders fordert und mit der jeder Mensch anders umgeht. Viele sind verunsichert und besorgt. Wichtig für die Seele und die Gesundheit ist es nun umso mehr, einzelne schöne Momente zu genießen und sich etwas Gutes zu tun. Eine Möglichkeit ist – insbesondere bei den momentanen Ausgangsbeschränkungen – für Lichtblicke auf dem Balkon, der Terrasse oder im eigenen Garten zu sorgen. Mit den vielen verschiedenen Beet- und Balkonpflanzen kann man sich selbst etwas Gutes tun und gleichzeitig auch den Gärtnern aus der Region. Denn ein Großteil der Beet- und Balkonpflanzen stammt aus heimischer Produktion.

Freude in einer schwierigen Zeit

Jetzt Blumen zu pflanzen, ist auch ein Zeichen von Zuversicht. Mit der Lieferung eines Blumengrußes kann man zum Beispiel einem kranken oder isolierten Menschen eine große Freude in einer schwierigen Zeit machen. Denn der Anblick von schönen Blüten hebt nachweislich die Stimmung. So haben wissenschaftliche Studien bewiesen, dass Blüten positive Emotionen hervorrufen. Besonders stark ist die positive Wirkung von Lieblingsblumen: Ihr Anblick kann das Glücksgefühl eines Menschen um bis zu 200 Prozent erhöhen. Es lohnt sich also, mit attraktiven Blühpflanzen die Welt wieder ein bisschen schöner zu machen und zudem dem lokalen Gartenbau und Fachhandel etwas Gutes zu tun.

Liefern lassen oder direkt im Gartenbaubetrieb kaufen

Beet- und Balkonpflanzen können je nach Bundesland oder Region noch direkt beim Fachhandel vor Ort gekauft werden. Aber auch, wenn dies nicht möglich ist, gibt es Wege: Am Niederrhein bieten beispielsweise viele Gartenbaubetriebe vor den Betriebseingängen eine Auswahl Ihrer Produktion direkt für Endverbraucher zum Verkauf an. Viele Fachhändler arbeiten hinter verschlossenen Ladentüren weiter. Sie sind flexibel und nehmen Bestellungen telefonisch, per E-Mail und sogar über ihre Social-Media-Accounts auf. Die Ware wird gut verpackt versendet, regional selbst ausgeliefert oder kann zum Teil auch persönlich abgeholt werden. Das gilt für Blumen und Pflanzen genauso wie für Samentüten und sogar Blumenerde.

Eine willkommene Unterstützung des Lieblingshändlers ist auch der Kauf eines Gutscheins, der später eingelöst wird. So bekommt der Betrieb im besten Fall eine Art „Überbrückungskredit“ von seinen Kunden und dringend notwendige Einnahmen. Moralische Unterstützung gibt den Fachhändlern darüber hinaus eine gute Bewertung auf einem Online-Portal wie Google oder die Verbreitung einer positiven Erfahrung über Facebook. Dies kann andere Kunden dazu ermutigen, ebenfalls bei dem Fachhändler zu bestellen oder später in dem Geschäft einzukaufen.

Regional denken und kaufen

Es hätte ein toller Frühling werden können. Doch wegen der Corona-Krise mussten viele Geschäfte schließen, auch im Gartenfachhandel. Vielerorts blieb die Verschönerung von Balkonen, Terrassen und Gärten mit farbenfroher Saisonware aus. Sie verblühte unbeachtet und unwiederbringlich in den Produktionsbetrieben und auf den Verkaufstischen der Fachhändler. Ein großer Teil des Umsatzes ging so verloren. Nun kämpfen viele Betriebe um ihre Existenz. Wer den Gärtnereien und Gartenbaumschulen helfen will, sollte regional denken und kaufen. Bevor man sich auf den Weg zum regionalen Fachhändler begibt, empfiehlt es sich unbedingt, auf dessen Internetseite zu schauen oder anzurufen. So erfährt man, ob geöffnet ist oder ein Lieferservice angeboten wird.

Diese Pflanzen liefern Insektenfutter

Sommerblumen verbinden das Schöne mit dem Nützlichen: Schmückt der Mensch seine Umwelt mit Pflanzen, kann davon auch die Insektenwelt profitieren. Insbesondere für Honig- und Wildbienen sind viele unterschiedliche Blüten über die Saison verteilt eine echte Bereicherung. Und auch dem Menschen tut eine lebendige Umgebung nun mehr als gut. Den Insekten hilft jede Nahrungsquelle. Das kann ein Blühstreifen im eigenen Garten sein, das Beet um den Straßenbaum vor der Haustür, der Balkonkasten vor dem Fenster oder der Blumenkübel an der Haustür. Zu den Pflanzen mit Nährwert zählen unter anderem farbenfrohe Zinnien (Zinnia elegans), sonnenliebende Duftnesseln (Agastache), filigrane Katzenminze (Nepeta), ausdauernd blühender Mehlsalbei (Salvia farinacea), überhängende Fächerblume (Scaevola) und schattenverträgliche Purpurglöckchen (Heuchera). Fachhändler bieten eine große Auswahl an insektenfreundlichen Sorten mit langer Blühdauer an.

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Blumen und Pflanzen müssen im großen Stil vernichtet werden

Direkte Zuschüsse für Gärtnereien nötig – Forderungskatalog aufgestellt

Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) fordert angesichts der Corona-Krise weitere Instrumente und Hebel, um die gärtnerischen Betriebe in Deutschland zu unterstützen. Dazu zählen direkte Zuschüsse, ein einfaches Beantragungsverfahren für Liquiditätsmaßnahmen, die Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften sowie eine bundeseinheitliche Umsetzung von Schutz- und Rettungsmaßnahmen.

„Unsere Betriebe stehen vor einer nie dagewesenen Situation“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Im gesamten Gartenbau werden derzeit Pflanzen im großen Stil vernichtet. Selbst geöffnete Gärtnereien leiden unter massiven Umsatzrückgängen. Dabei ist für Blumen und Pflanzen derzeit Hauptsaison. Von März bis Mai werden in normalen Jahren 3,4 Milliarden Euro mit den gärtnerischen Produkten umgesetzt. In der Produktion stehen gerade jetzt wichtige Pflanz- und erste Erntearbeiten an.

Liquiditätsdarlehen erreichen die Betriebe nicht im ausreichenden Maße, wenn Banken und Sparkassen noch immer eine zu aufwendige, detaillierte Liquiditätsplanung verlangen, um Hilfskredite zu beantragen, kritisiert der ZVG. Der Zentralverband spricht sich deshalb für weitere direkte Zuschüsse für Gärtnereien aus.

Da die Betriebe in den kommenden Jahren kaum in der Lage sein werden, zusätzliche größere Investitionen zu tätigen, sollte außerdem geprüft werden, Mittel des Bundesprogramms Energieeffizienz als Gartenbau-Soforthilfe in der Corona-Krise bereitzustellen.

Um den Arbeitskräftebedarf soweit wie möglich sicherzustellen, suchen die Gärtner bereits intensiv nach Lösungen vor Ort und in Zusammenarbeit mit anderen Betrieben. Dies wird den Einsatz von erfahrenen Saisonarbeitskräften allerdings nicht kompensieren können. Der ZVG spricht sich deshalb für ein möglichst schnelles Ende des Einreisestopps für Saisonarbeitskräfte im Obst- und Gemüsebau aus.

Der Zentralverband drängt des Weiteren auf ein bundeseinheitliches Vorgehen bei der Durchsetzung der Krisenmaßnahmen. Die unterschiedliche Auslegung auf Länder-, Landkreis- und sogar auf Kommunalebene verunsichert die Betriebe und wirkt sich bereits jetzt auf die weitere Kulturplanung aus. Gerade in Anbetracht des föderalen Flickenteppichs und vor dem Hintergrund der massiven Belastungen der Unternehmen sollten frühzeitig risikoangemessene Maßnahmen diskutiert werden, um zum gegebenen Zeitpunkt die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Der Forderungskatalog im Wortlaut kann hier heruntergeladen werden.

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Klarstellung der EU-Kommission zu Saisonarbeitskräften

Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt die gestrige Klarstellung der EU-Kommission zum Grenzübertritt von systemrelevanten Arbeitskräften. Die Mitgliedstaaten werden unter anderem darin aufgefordert, Verfahren einzuführen, die einen reibungslosen Grenzübertritt gewährleisten.

Erfahrene Erntehelfer aus Osteuropa für die Spargelernte und für den allgemeinen Gemüseanbau werden dringend benötigt. (Foto: Rainer-Sturm_pixelio.de)

„Die EU-Kommission hat die Bedeutung der Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft und damit auch für den Gartenbau erkannt.“, erklärt ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Vor diesem Hintergrund ist einmal mehr der Einreisestopp für Saisonarbeitskräfte, aber nicht für Pflegekräfte, völlig unverständlich.

„Unsere Betriebe sind für ihre Pflanz-, Pflege- und Erntearbeiten auf erfahrene Arbeitskräfte angewiesen. Wir danken dem großen Interesse der Bevölkerung, uns zu unterstützen“, stellt Mertz dar. Dies kann den derzeit großen Arbeitskräftebedarf bei der bevorstehenden Saison aber nicht decken.

Hintergrund:
Die Europäische Kommission hat am 30. März 2020 eine Mitteilung über Leitlinien zur Ausübung der Freizügigkeit während der Corona-Pandemie veröffentlicht.

Die EU-Kommission fordert die Mitgliedstaaten mit Nachdruck dazu auf, unaufwändige Schnellverfahren einzuführen, damit ein reibungsloser Grenzübertritt für Grenzgänger und Saisonarbeitskräfte gewährleistet ist. Dies schließt verhältnismäßige Gesundheitskontrollen ein. Die Kommission weist darauf hin, dass Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft für wichtige Ernte-, Pflanz- und Pflegearbeiten gebraucht werden. In diesen Fällen gelten diese Arbeitskräfte als ebenfalls systemrelevant. Die Mitgliedstaaten sollen hier zusammenarbeiten und Informationen über den jeweiligen Arbeitskräftebedarf austauschen sowie den Grenzübertritt für ihren Arbeitsweg gestatten, wenn die Beschäftigung in dem betreffenden Sektor im Aufnahmemitgliedstaat weiterhin erlaubt ist.