Die Kartoffelernte fällt 2026 nach Schätzungen deutlich geringer als im Vorjahr aus, was Folgen für die Preise von Kartoffeln auf den verschiedenen Wirtschaftsstufen hat. Im September 2026 mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Kartoffeln 11,3 % mehr als im Vorjahresmonat bezahlen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Für verarbeitete Kartoffelprodukte wie Pommes frites oder Ähnliches (tiefgefroren) hingegen lagen die Preise um 4,7 % unter dem Vorjahresmonat. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im September 2026 um 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat, darunter Nahrungsmittel insgesamt um 0,4 %.
Kartoffelernte 2026 mit voraussichtlich 10,4 Millionen Tonnen um ein Viertel gegenüber 2025 gesunken ( Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)
Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise von Speisekartoffeln seit August 2023
Ein Grund für die Steigerung der Verbraucherpreise von Kartoffeln sind die deutlichen Preissteigerungen auf der vorgelagerten Stufe: Die Erzeugerpreise von Speisekartoffeln lagen im August 2026 um 61,5 % über dem Vorjahresmonat. Das war der stärkste Anstieg der Erzeugerpreise von Kartoffeln im Vergleich mit dem Vorjahresmonat seit drei Jahren (August 2023: +114,6 % gegenüber August 2022). Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt sanken im August 2026 um 7,0 % gegenüber dem August 2025, darunter stiegen jedoch die Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte um 12,3 %.
Ernte, Anbaufläche und Ertrag von Kartoffeln 2026 gesunken
Die Ernte von Kartoffeln wird im Jahr 2026 nach vorläufigen Ergebnissen mit 10,4 Millionen Tonnen knapp ein Viertel (-24,8 %) unter der Ernte des Vorjahres (13,9 Millionen Tonnen) liegen. Der Rückgang ist nicht nur auf die um 11,1 % auf 268 300 Hektar verringerte Anbaufläche zurückzuführen (2025: 301 800 Hektar). Auch die Erträge je Hektar fallen im Jahr 2026 voraussichtlich deutlich geringer aus als im Vorjahr: Für 2026 wird mit 38,9 Tonnen je Hektar gerechnet, 2025 waren es 46,0 Tonnen je Hektar. Das entspricht einem Rückgang von 15,4 %. Grund dafür dürften vor allem die extreme Hitze und Trockenheit des diesjährigen Sommers sein.
Deutschland bei Kartoffeln Selbstversorger
In Deutschland werden deutlich mehr Kartoffeln erzeugt, als für den Bedarf im Land benötigt werden: Der Selbstversorgungsgrad mit Kartoffeln lag nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 145 %. Ein großer Teil der Kartoffeln und Kartoffelprodukte wird also nicht für den heimischen Markt erzeugt, sondern exportiert.

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