Die Zierpflanzenbranche schlägt Alarm, da die Regierung in den Niederlanden an ihrem Plan festhält, die Mehrwertsteuer auf Blumen, Pflanzen, Bäume und Blumenzwiebeln von 9 auf 21 Prozent zu erhöhen. Diese Maßnahme verteuert Grünprodukte, schadet Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette und konterkariert die Ziele in den Bereichen Nachhaltigkeit, Begrünung, Gesundheit und Wohlbefinden. Die Branche fordert daher die Koalitions- und Oppositionsparteien in der Zweiten und Ersten Kammer des Parlaments nachdrücklich auf, die Mehrwertsteuererhöhung zu verwerfen.
„Die Regierung will die Begrünung fördern und in ein gesundes Lebensumfeld investieren, verteuert aber gleichzeitig genau jene Produkte, die dazu beitragen. Blumen und Pflanzen sind kein Luxusgut. Sie bringen Menschen zusammen, kühlen unsere Städte und machen die Niederlande lebenswerter. Deshalb unser Appell an die Politik: Stoppen Sie diese Mehrwertsteuererhöhung“, erklärte Pieter Bootsma, CEO von Royal FloraHolland, im Namen der Verbände der Zierpflanzenbranche.
Mehrwertsteuererhöhung widerspricht Begrünungszielen
Pflanzen, Bäume, Blumen und Blumenzwiebeln sorgen für mehr Grün in Wohnungen, Gärten, Wohnvierteln und Städten. In städtischen Gebieten trägt Begrünung unter anderem dazu bei, Hitzestress zu lindern, Starkregen aufzunehmen und die Artenvielfalt zu fördern. Gerade in Zeiten von Hitzewellen, Dürreperioden und Überschwemmungen ist es kontraproduktiv, diese Produkte zu verteuern.
Steuereinnahmen deutlich niedriger als prognostiziert
Die geschätzten Steuereinnahmen basieren auf der Annahme, dass die Nachfrage nahezu unverändert bleibt. Untersuchungen der Wageningen University & Research (WUR) zeigen jedoch, dass höhere Verbraucherpreise zu einer geringeren Nachfrage nach Blumen und Pflanzen führen. Berechnungen zufolge wird die Staatskasse daher nicht die veranschlagten 328 Millionen Euro einnehmen, sondern höchstens rund 213 Millionen Euro.
Wirtschaftlicher Schaden trifft die gesamte Lieferkette
Eine aktuelle Studie von Decisio (2026) schätzt, dass die Mehrwertsteuererhöhung zu einem Umsatzrückgang zwischen 546 und 627 Millionen Euro innerhalb der direkten Wertschöpfungskette der Zierpflanzenbranche führen wird. Davon entfallen 318 bis 391 Millionen Euro auf den Einzelhandel, doch auch der Großhandel wird stark betroffen sein. Aufgrund der Folgewirkungen auf Branchen wie Transport, Verpackung und unternehmensnahe Dienstleistungen beläuft sich der gesamte Umsatzrückgang auf 674 bis 830 Millionen Euro.
Der Studie zufolge wird die gesamte Wertschöpfung um 265 bis 326 Millionen Euro sinken und die Beschäftigung um 2.280 bis 2.820 Vollzeitäquivalente (VZÄ) zurückgehen. Dieser Verlust von mehr als 540 Vollzeitstellen führt zudem zu geringeren Einnahmen aus der Einkommensteuer und zu höheren Ausgaben für Arbeitslosengelder. Darüber hinaus verringert sich der Spielraum für Investitionen in Nachhaltigkeit, und die internationale Wettbewerbsposition des niederländischen Zierpflanzensektors gerät unter Druck.
Erfahrungen aus Spanien zeigen, dass eine Mehrwertsteuererhöhung gravierende Folgen haben kann. Nach einem Umsatzrückgang und einer Insolvenzwelle unter Floristen wurde dort der ermäßigte Mehrwertsteuersatz wieder eingeführt. Der Zierpflanzensektor möchte verhindern, dass die Niederlande denselben Fehler begehen.
Appell an die Politik: Mehrwertsteuererhöhung streichen
Der Zierpflanzensektor fordert die Regierung sowie die Koalitions- und Oppositionsparteien in der Zweiten und Ersten Kammer des Parlaments auf, die geplante Mehrwertsteuererhöhung zu streichen. Die Maßnahme wird weniger Einnahmen bringen als veranschlagt, erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten und die Begrünung der Niederlande behindern. Blumen, Pflanzen und Bäume bringen Menschen zusammen, tragen zum Wohlbefinden bei und machen unser Lebensumfeld grüner, gesünder und lebenswerter. Genau deshalb müssen sie zugänglich und erschwinglich bleiben.
Dies fordern die kooperierenden Organisationen und Unternehmen des Zierpflanzensektors in den Niederlanden.
Am Donnerstag, 5. November 2026, findet im Maritim Hotel in Düsseldorf das IVG Forum Gartenmarkt statt. Der IVG erwartet dazu rund 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Handel und Medien der Grünen Branche. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „Fit für den Wandel – wer sich anpasst, blüht auf“. Hochkarätige Referentinnen und Referenten werden aufzeigen, wie sich für Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten zahlreiche Chancen ergeben können, wenn sie wandlungsfähig bleiben. Dabei wird in den Vorträgen auf den deutschen Gartenmarkt eingegangen, aber auch auf das, was Handel und Industrie bewegt. 
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Der persönliche Austausch mit internationalen Partnern gewinnt für die Gartenbaubranche immer mehr an Bedeutung. Die Vorstellung eigener Produkte, Konzepte und Innovationen bietet wertvolle Möglichkeiten, neue Märkte kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und langfristige Geschäftspotenziale zu erschließen. Die IPM ESSEN 2027 setzt genau hier an: Mit einem neuen internationalen Delegationsprogramm bringt die Weltleitmesse des Gartenbaus gezielt Entscheider aus wichtigen und aufstrebenden Märkten mit Ausstellern aus der grünen Branche zusammen. 