Laut dem neuen „Floriculture Trend Report“ von Royal FloraHolland beurteilen Gärtner im Zierpflanzenbau die Zukunft ihrer Branche pessimistischer als zuvor. Während im vergangenen Jahr noch 70 Prozent der Gärtner optimistisch in die Zukunft blickten, ist dieser Anteil inzwischen auf 54 Prozent gesunken.
Dennoch sticht eine positive Entwicklung hervor: Trotz der aktuellen Unsicherheiten wächst unter den Gärtnern die Zuversicht in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit. Sie halten Aspekte wie einen „grünen“ Pflanzenschutz, Wärmemanagement, Energieverbrauch sowie nachhaltige Transportalternativen für besonders wichtig, um die Branche nachhaltiger zu gestalten.
Trend: Positivere Einstellung zur Nachhaltigkeit in der Branche
Der Trendbericht zeigt, dass sich die Haltung der Gärtner im Zierpflanzenbau zur Nachhaltigkeit innerhalb eines Jahres deutlich zum Positiven gewandelt hat. Während im Vorjahr nur 49 Prozent eine positive Einstellung äußerten, sind es heute 62 Prozent. 88 Prozent der Gärtner geben an, bereits Veränderungen vorgenommen zu haben, um ihren Anbau nachhaltiger zu gestalten.

RFH-Geschäftsführer Pieter Bootsma überreicht dem Gärtner Marcel van der Lugt von Lugt Lisianthuis, der gleichzeitig Vorsitzender des Mitgliederrats von RFH ist, ein Geschenk.
Pieter Bootsma, CEO von Royal FloraHolland, erklärt: „Die Sorgen der Gärtner hinsichtlich der Zukunft sind ein Signal, das wir sehr ernst nehmen müssen. Die Niederlande sind eine weltweit führende Nation im Blumenanbau – doch das bleibt nicht automatisch so. Unsere Gärtner verfügen über den Ehrgeiz und die Innovationskraft, um die Branche voranzubringen – nicht zuletzt dank ihrer positiven Einstellung zur Nachhaltigkeit. Jetzt müssen wir gemeinsam sicherstellen, dass sie auch den nötigen Spielraum dafür erhalten.“
Marcel van der Lugt, Miteigentümer von Lugt Eustoma und Vorsitzender des Mitgliederbeirats von Royal FloraHolland, unterstreicht den Wert des Trendberichts: „Die Gärtner wollen vorankommen, doch dafür brauchen sie den entsprechenden Spielraum. Der Trendbericht verdeutlicht, wo wir Chancen sehen und wo wir vor Herausforderungen stehen. Für uns als Mitgliederbeirat sind dies wichtige Signale, die wir in die Diskussion über die Zukunft unserer Genossenschaft und der gesamten Branche einfließen lassen müssen.“
Auffällig ist zudem, dass Käufer zunehmend bereit sind, für ein nachhaltiges Sortiment mehr zu bezahlen. Wie die Zahlen des Trendberichts belegen, muss dies keineswegs zu geringeren Gewinnen führen. Die Bereitschaft, zugunsten einer höheren Nachhaltigkeit geringere Gewinne in Kauf zu nehmen, ist zurückgegangen (von 25 Prozent auf 15 Prozent).
Zwei Drittel der Betriebe sind vollständig autark hinsichtlich der Wasserversorgung
Für Gartenbaubetriebe im Zierpflanzensektor ändern sich derzeit viele Rahmenbedingungen, unter anderem in Bezug auf die Wasserversorgung. Die Betriebe müssen sich zunehmend auf gesetzliche Änderungen, neue Anforderungen an die Wasserqualität, längere Trockenperioden und weitere Folgen des Klimawandels einstellen. Der Trendbericht zeigt, dass die Betriebe von diesen Faktoren unabhängig bleiben wollen: Zwei Drittel (66 Prozent) geben an, bei der Wasserversorgung vollständig autark zu sein – sie gewinnen also ausreichend Wasser für den eigenen Anbau. Ein nachhaltiges Wassermanagement ist weit verbreitet: Drei Viertel der Betriebe sammeln Regenwasser, und die Hälfte nutzt Drainagewasser oder Kreislaufwasser wieder. Ein Drittel ist für die Wasserversorgung weiterhin auf Oberflächenwasser angewiesen.
Auch die Wasserqualität gewinnt für die Betriebe zunehmend an Bedeutung. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) überwacht die eigene Wasserqualität. Mit dem Inkrafttreten der europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2027 wird die Wasserqualität für viele Betriebe einen noch höheren Stellenwert einnehmen. Bootsma ergänzt: „Die in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegten Ziele stellen den Sektor vor eine große Herausforderung, insbesondere im Hinblick auf die Wasserqualität. Viele Betriebe arbeiten bereits daran, doch die Hälfte muss in Bereichen wie der Wasserüberwachung noch weitere Schritte unternehmen. Royal FloraHolland unterstützt die Betriebe dabei durch Wissensaustausch und die Bereitstellung praxisnaher Informationen. Auch die Wasser-Coaches von Glastuinbouw Nederland können den Betrieben helfen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Auf diese Weise arbeiten wir als Sektor gemeinsam daran, eine zukunftsfähige Branche zu gestalten.“
Einsatz von KI
Immer mehr Unternehmer beschäftigen sich damit, wie KI zur Optimierung ihrer Betriebsabläufe beitragen kann – etwa beim Wasser- und Energieverbrauch oder bei der Vorhersage von Krankheiten und Schädlingen. Zudem bietet KI Möglichkeiten, Entscheidungen in der Produktion und im Anbau zu unterstützen oder den Handel effizienter zu gestalten. Aktuell geben 23 Prozent der Betriebe an, KI für die Finanzverwaltung und für Prognosen zu nutzen. Gemeinsam untersuchen wir, wie wir diese neuen Entwicklungen und Erkenntnisse innerhalb des Sektors breit zugänglich machen können. Forschungsmethodik
Der „Floriculture Trend Report“ wurde in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Markteffect erstellt. Die quantitative Befragung fand im Zeitraum vom 18. Juni 2026 bis zum 17. Juli 2026 statt. Insgesamt nahm eine repräsentative Stichprobe von 205 Erzeugern und Käufern anonym an der Umfrage teil. Bereits 2025 wurden zwei frühere Berichte veröffentlicht. Diese können hier heruntergeladen werden.
Der Verband Deutscher Garten-Center e.V. (VDG) lädt vom 17. bis 19. Januar 2027 zur VDG-Wintertagung nach Papenburg ein. Gastgeberin ist Martina Mensing-Meckelburg. Unter dem Motto „Kurs halten. Zukunft gestalten.“ stehen Kunden und Frequenz, Gastronomie, Künstliche Intelligenz, der Pflanzenhandel sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen auf dem Programm.

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Oktober 2026 voraussichtlich +2,8 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber September 2026 um 0,2 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt im Oktober 2026 voraussichtlich +2,1 %.
Internationales Floraldesign, kreative Ideen und aktuelle Trends: Die IPM Flower Stage in Halle 5 zählt auch 2027 zu den zentralen Treffpunkten für Floristik-Profis auf der IPM ESSEN. Vom 26. bis 29. Januar erwartet das Fachpublikum ein vielseitiges Programm mit erstklassigen Flower Shows, inspirierenden Talks und floralen Trendpräsentationen. Herzstück des Areals ist die Drehbühne, auf der internationale Spitzenfloristen an allen vier Messetagen live ihr kreatives Können zeigen.
„Die IPM Flower Stage bringt die internationale Spitze der Floristik in Essen zusammen und ist ein wichtiger Impulsgeber für die Branche. Mit Elisabeth Schoenemann haben wir eine kreative Leiterin gewonnen, die auf der ganzen Welt floristisch tätig war und unterschiedliche internationale Einflüsse in ihre Arbeit einbringt. Ihre Expertise und ihr Gespür für außergewöhnliches Floraldesign passen hervorragend zum Anspruch der IPM ESSEN als Weltleitmesse des Gartenbaus“, erklärt Andrea Hölker, Projektleiterin der IPM ESSEN.