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Über 300 Besucher beim digitalen IVG Forum Gartenmarkt

Bereits im vergangenen Jahr erreichte das IVG Forum Gartenmarkt – damals als physisches Treffen in Düsseldorf – mit rund 280 Gästen einen Besucherrekord. Obwohl die Veranstaltung in diesem Jahr coronabedingt in den digitalen Raum verlegt werden musste, konnte das IVG Forum Gartenmarkt des Industrieverband Garten (IVG) e.V. mit über 300 registrierten Gästen seinen alten Rekord erneut einstellen. Das Vortragsprogramm hatte das Motto „Grün, grün, grün sind alle meine Farben?“ und stand ganz im Zeichen des Themas Nachhaltigkeit.

„Die hohe Teilnehmerzahl zeigt, wie beliebt das IVG Forum Gartenmarkt in der Grünen Branche ist“, resümierte Anna Hackstein, IVG Geschäftsführerin, nach der Veranstaltung, die zu Beginn mit kleinen technischen Problemen zu kämpfen hatte: Der Ton war ausgefallen, sodass Anna Hackstein ihre Moderation nach ein paar Minuten erneut starten musste. „Wir können rundum zufrieden sein“, so Hackstein. „In relativ kurzer Zeit mussten wir ein komplett neues Format auf die Beine stellen und hätten niemals mit einer derart hohen Resonanz gerechnet. Da kann man über kleine technische Probleme ruhig mal hinwegsehen.“

Anna Hackstein                                                        Alexander Graf

Alexander Graf spricht über Digitalisierung im Gartenmarkt

Nachdem der Ton wieder vorhanden war, betrat mit Alexander Graf, Geschäftsführer der Spryker Systems GmbH, der erste Referent des Tages die digitale Bühne. Graf ist einer der führenden deutschen Experten für Online-Handel und hat als Unternehmer mehr als ein Dutzend neuer Geschäftsmodelle aufgebaut und begleitet. In einer Art Ping-Pong-Spiel mit Anna Hackstein beantwortete Graf Fragen zum Thema Gartenmarkt und Digitalisierung. Er ging unter anderem darauf ein, wie sich Unternehmen immer wieder neu erfinden müssen, um zu überleben. So ging es beispielsweise darum, ob Pflanzen und andere Gartenprodukte sich für den Online-Handel eignen. „Es gibt viele Produkte, insbesondere Pflanzen, die in Zukunft lokal gekauft werden“, antwortete Graf. Er warnte aber davor, dass die „Deutungshoheit“ darüber, wo Kunden einkaufen, in eine andere Richtung geht. Auf die Frage, ob der Trend zur direkten Interaktion von Herstellern mit dem Konsumenten geht, antwortete Graf: „Wer nur über den Händler Kontakt zum Endverbraucher hat, verliert langfristig.“

Dr. Christina Koppe (Foto) blickt auf den Klimawandel

In ihrem Vortrag „Unser Klima gestern, heute und morgen“ ging Dr. Christina Koppe, Referatsleiterin beim Deutschen Wetterdienst, auf die aktuell beobachteten und für die Zukunft projizierten Änderungen des Klimas ein und setzte dabei einen Schwerpunkt auf das Thema Pflanzen. Dr. Koppe machte deutlich, dass die Reaktionen der Pflanzen auf die stattfindende Erwärmung sehr unterschiedlich ausfallen werden. Da es in Mitteleuropa zwar generell wärmer wird, aber auch vereinzelte kalte Winter und Kälteperioden nicht auszuschließen sind, sollten Unternehmen in Zukunft Sorten anpflanzen, die eine relativ hohe Toleranzspanne haben. Zudem werde ein gutes Wassermanagement in Zukunft immer wichtiger. Denn die jährliche Niederschlagssumme wird sich vermutlich nicht stark verändern, aber die Verteilung der Niederschläge – und das könnte zu einer Wasserknappheit in der Vegetationsperiode führen.

Timothy Glaz (Foto) wirbt für die Kreislaufwirtschaft

Timothy Glaz, Leiter Corporate Affairs bei Werner & Mertz, stellte in seinem Vortrag „Nachhaltige Verpackungslösungen bei Werner & Mertz“ die Recyclat-Initiative des Unternehmens vor. Mit dieser Initiative hat das Unternehmen gezeigt, dass hochwertiges Recycling zu Kunststoffverpackungen nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip nicht nur möglich ist, sondern auch wirtschaftlich umgesetzt werden kann. „Werner und Mertz war das erste Unternehmen, das Kunststoffe aus dem gelben Sack so aufbereitet hat, dass sie ohne Qualitätsverlust wieder in Verpackungen eingesetzt werden können. Und zwar bis zu 100 Prozent“, so Glaz. Er betonte, wie wichtig es für das Unternehmen sei, eine Haltung ein- und Verantwortung zu übernehmen. „Wir bringen bestimmte Mengen Verpackungsmaterial auf den Markt und sehen uns in der Pflicht, Lösungen zu entwickeln, wie man diese Materialien hochwertig im Kreislauf halten kann“, so Glaz. Dieser Ansatz werde von den Kunden, aber auch vom Handel, sehr positiv aufgenommen.

Max Thinius (Foto) verspricht eine rosige Zukunft für den Garten

Wird die Digitalisierung unseren Garten umgraben und wenn ja, wie? Auf diese Frage ging der Futurologe Max Thinius in seinem kurzweiligen Vortrag „Die Zukunft des Gartens denkt anders“ ein. Er prophezeite, dass Gärten in der Digitalisierung einen neuen persönlichen und gesellschaftlichen Stellenwert erhalten und im ländlichen, suburbanen und urbanen Umfeld zu Zentren der Lebensqualität wie auch des ökologischen Ausgleichs werden. Dabei gehe es weniger um Zierde und familiäre Entspannung – der Nutzen des Gartens trete wieder in den Vordergrund. Neben Zierpflanzen, wird also auch angebaut. „Gärten werden außerdem zukünftig an allen möglichen Orten sein, und das nicht mehr nur in der klassischen Form“, so Thinius. Städte wie Kopenhagen planen zum Beispiel, bis zu 8-spurige Durchgangsstraßen wieder zu gemischten Erholungs- und Nutzgärten umzugestalten, da die Straßen für die digitale Struktur, im Gegensatz zur industriellen, nicht mehr in dieser Form gebraucht werden. Thinius’ positives Resümee lautet: „Wir stehen vor einer Renaissance der Gärten in großer Vielfalt.“

Julia Lange (Foto) erklärt den „Greta-Effekt“

Die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit bewegen Deutschland auch in Zeiten von Covid-19. In ihrem Vortrag „Green Future – wie der ‚Greta-Effekt‘ die Einstellung der Konsumenten verändert“ zeigte Julia Lange, Senior Consultant Consumer Insights bei der GfK, auf, wie groß der Öko-Trend ist und wie sich die Ansprüche der Konsumenten in den vergangenen Jahren verändert haben. In ihrem Beitrag beantwortete Lange unter anderem die Frage, was der umweltbewussten Zielgruppe wichtig ist und wie Unternehmen diese am besten ansprechen. Sie riet den Firmen unter anderem authentisch und transparent zu sein, das Vertrauen in die eigenen Produkte zu steigern und positive Erfahrungen zu ermöglichen. Damit lieferte Lange in ihrem Vortrag den Unternehmen aus der Grünen Branche eine wichtige Informationsgrundlage für ihre Strategie bei den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Britta Steffen (Foto) fordert mehr Eigenverantwortung

Als Keynote-Speakerin beendete Britta Steffen, Doppel-Olympiasiegerin im Schwimmen, das erste digitale Forum Gartenmarkt. In ihrem Vortrag „Heute unser Morgen besser machen“ setzte auch sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander und schlug dabei einen Bogen zu ihrer eigenen Biografie. Als Doppel-Olympiasiegerin im Schwimmen und als studierte Wirtschaftsingenieurin eröffnete sie einen ganz neuen Blick auf das Thema. Anhand des Leitspruchs ihres Vortrags „Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten“ von Tagore zeigte Steffen auf, wie man auch als Einzelner nachhaltiger leben und damit den Klimawandel und die Umweltbelastung eindämmen kann.

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