Einen Hausbaum sollte man gut auswählen

von Bernhard Simon

Es hat eine lange Tradition, einen Hausbaum zu pflanzen. Ursprünglich war er zum Schutz des Gebäudes und seiner Bewohner vor Sturm und Blitzeinschlägen gedacht. Heute spendet er vor allem im Sommer Schatten und gibt Haus und Grundstück über Jahrzehnte hinweg einen eigenen Charakter.

Die Auswahl sollte gut durchdacht sein, deshalb empfehlen sich Beratung und Kauf beim Experten in einer Gartenbaumschule, Einelhandelsgärtnerei oder im guten Gartencenter.Bildunterschrift: Wegen seiner kompakten, dicht belaubten Krone ist der Kugel-Ahorn (Acer platanoides) auch für kleinere Grundstücke oder den Vorgarten ge-eignet. (Bildnachweis: GMH/GBV)

Wegen seiner kompakten, dicht belaubten Krone ist der Kugel-Ahorn (Acer platanoides) auch für kleinere Grundstücke oder den Vorgarten geeignet. (Bild: GMH/GBV)

Kompakte Kronen für kleine Gärten
Es gibt zahlreiche passende Anlässe, einen Hausbaum zu pflanzen. Es kann der Bau eines Hauses sein, eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes. Wichtig ist, sich im Vorfeld gut beraten zu lassen, damit der Baum mit seinen Ansprüchen, seiner Wuchsform und seiner späteren Größe zum Standort passt. Schließlich können langsam wachsende Bäume mehrere hundert Jahre alt werden. Während früher gerne ausladende Linden-, Kastanien-, Walnuss- und Eichbäume gepflanzt wurden, die heute noch oft auf dem Hof alter Bauernhäuser zu finden sind, haben Baumschulen ihr Sortiment auf veränderte Kundenansprüche angepasst.

So gibt es heute eine ganze Reihe attraktiver, kleinbleibender Exemplare mit kompakter Krone, die selbst im kleinsten Garten ihren Platz finden. Bei einem Besuch in einer Gartenbaumschule oder Gartencenter können Kunden eine große Vielfalt sehen und verschiedene Arten direkt miteinander vergleichen. Je nach Geschmack und Budget finden sich dort ganz junge, aber auch stattliche Bäume, die zum Teil über Jahrzehnte erzogen wurden. Die Preisspanne reicht von unter 20 Euro bis mehreren tausend für große Solitärbäume. Dabei sorgen Gärtner dafür, dass sie gerade und gleichmäßig wachsen sowie kompakte Wurzelballen ausbilden, was ein späteres Verpflanzen erleichtert.

Säulenform für beengte Verhältnisse
Wer einen Hausbaum pflanzen will, sollte im Vorfeld den Standort sorgsam auswählen und charakterisieren. Entscheidende Kriterien können eine sonnige, trockene Lage sein, ein Platz direkt an der Straße mit kleinem Wurzelraum und Autoabgasen oder ein Innenhof mit wenig Raum zur Entfaltung. Eine wichtige Rolle bei der Wahl sollten zudem persönliche Vorlieben spielen.

Es gibt Bäume mit akkuraten Kronen, die in Schirm- oder Spalierform gezogen werden wie Platane (Platanus acerifolia), Linde (Tilia vulgaris) und Glanzmispel (Photinia fraseri). Wenig Platz nehmen schlanke Säulen-Hainbuchen (Carpinus betulus) und Säulen-Eichen (Quercus robur) ein, sie eignen sich daher auch für beengte Verhältnisse.

Unter anderem Ahorn (Acer platanoides), Akazie (Robinia pseudoacacia), Amberbaum (Liquidambar styraciflua) und Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) gibt es auch mit kugelförmigen Krone. Diese Bäume bleiben kompakt und bilden einen dichten Sichtschutz. Durch nach unten wachsende Äste punkten unter anderem Hänge-Birke (Betula pendula), Lauben-Ulme (Ulmus glabra ‚Pendula’) und Hänge-Buche (Fagus sylvatica ‚Pendula’).

Bunte Blüten und essbare Früchte
Wer auffällige Blüten an seinem Hausbaum mag, für den eignen sich Blumen-Hartriegel in Weiß, Magnolie in Rosa und Blauglockenbaum in Blau. Diese eigentlich exotischen Gehölze gibt es in Gartenbaumschulen, Gartencentern und Einzelhandelsgärtnereien aus deutscher Produktion. Dadurch sind sie an die klimatischen Bedingungen der Region angepasst und müssen nicht über lange Strecken transportiert werden.

Um der heimischen Tierwelt etwas Gutes zu tun, eignet sich zum Beispiel die Kupferfelsenbirne (Amelanchier lamarckii). Sie wächst mehrstämmig und bildet purpurrote bis blauschwarze Früchte aus, die von Vögeln gefressen werden. Auch die intensive Herbstfärbung trägt zur Beliebtheit der Felsenbirne bei. Eine Renaissance wegen des langsamen Wachstums und der essbaren Früchte erlebt die Mispel (Mespilus germanica). Der bis zu sechs Meter hohe Baum war im Mittelalter ein beliebtes Obstgehölz.

Ginkgo punktet mit spannender Geschichte
Wer ein lebendes Fossil in seinem Garten möchte, kann einen Ginkgo (Ginkgo biloba) pflanzen, der schon vor 290 Millionen Jahre existierte. Er gehört weder zu den Laub- noch den Nadelbäumen und ist an den auffallend tief geschlitzten Blättern erkennbar, die sich im Herbst leuchtend gelb färben. Seine Samen sind essbar, und ein Extrakt der Blätter wird in der Medizin als Heilmittel verwendet.

Während einige Exemplare über 40 Meter hoch werden, gibt es neuere, kompaktbleibende Züchtungen mit kugelförmiger Krone, die nur etwa vier Meter hoch wachsen. Sie gedeihen sogar im Kübel. Wer einen Gingko pflanzt, holt sich damit ein „Mahnmal für Umweltschutz und Frieden“ aufs Grundstück. Diese Bezeichnung bekam der Baum zum Jahrtausendwechsel vom deutschen „Kuratorium Baum des Jahres“, als der Ginkgo zum Baum des Jahrtausends ernannt wurde. Denn er ist extrem anpassungsfähig und überlebte, zumindest einer Legende nach, sogar eine Atombombenexplosion: So soll ein Tempelbaum in Hiroshima, der 1945 verbrannte, bereits nach kurzer Zeit wieder ausgetrieben haben.

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