Niederlande: Betrug in Hazerswoude?

von Bernhard Simon

Betrug in Hazerswoude?

Unter dieser Überschrift berichtete die niederländische Fachzeitschrift „bloemenkrant“ in ihrer Ausgabe vom 14.02.2012, dass es wahrscheinlich zu Betrügereien beim Handel mit Blumen und Pflanzen gekommen sei.

Hier eine Zusammenfassung des Berichtes:

Die Gebrüder De Jong hielten 75 Prozent der Anteile von Baas-Plantenservice in Hazerswoude.

Wegen einer drohenden Pleite verkauften die Gebrüder De Jong diese Anteile für den symbolischen Betrag von einem Euro an eine Stiftung.

Jaap Smak Gregoor, der ehemalige Direktor von Baas-Plantenservice, brachte die übrigen 25 Prozent ein.

Unter der Führung des neuen Direktors Ad van de Wijdeven sei der Betrieb kurzfristig aus den roten Zahlen gekommen.

Lieferungen an Praktiker/Max Bahr in Deutschland sorgten dafür, dass der Betrieb wieder gewinnbringend arbeiten konnte, so bloemenkrant.

Die Gebrüder De Jong behaupten nun, dass unrichtige Angaben des Direktors Jaap Smak Gregoor zum Verkauf der 75 prozentigen Beteiligung geführt hätten.

Eines der entscheidenden Themen in der Auseinandersetzung sei die Frage der zum Einsatz gekommenen BC-Container gewesen.

(BC-Container = Bewässerungscontainer)

Baas- Plantenservice hätte für 8,0 Mio. Euro diese Container gekauft, so das Fachblatt.

Diese seien aber in der Bilanz des Unternehmens Baas- Plantenservice nicht aufgetaucht.

Die Container seien zwar gekauft worden, jedoch wurde Baas- Plantenservice kein Eigentümer.

Die Kosten für die Container wurden über einen Logistikaufschlag an die Praktiker AG weiterberechnet und seien so in deren Eigentum übergegangen.

Die Lieferung der BC-Container erfolgte durch die TKS Transportmitte GmbH in Surwold (Emsland).

Ein Mitinhaber dieses Betriebes sei zu dem Zeitpunkt auch ein gewisser Herr Trinczek gewesen.

Derselbe Herr Trinczek, der  bis vor kurzem der Chefeinkäufer von Blumen und Pflanzen bei der Praktiker/Max Bahr war.

Er soll Baas- Plantenservice gezwungen haben die BC- Container für Praktiker bei seiner eigenen Firma (TKS – Transportmittel GmbH) zu kaufen, so bloemenkrant.

Um Baas-Plantenservice wieder zu entlasten, könne man die Kosten in Form eines logistischen Aufschlages bei den Warenlieferungen an die Praktiker AG weiterberechnen.

In Deutschland liefe derzeit ein Prozess zwischen Praktiker/Max Bahr und seinem ehemaligen Chefeinkäufer für Blumen und Pflanzen Herrn Trinczek.

Er wird wegen Selbstbereicherung beschuldigt, so bloemenkrant.

Das Verhältnis der Anteilseigner der TKS-Transportmittel GmbH (TKS = Trinczek, Korte und Schomaker) soll infolge dieser Praktiken sehr gestört gewesen sein.

Lt. dem jetzigen Direktor von Baas-Plantenservice Ad van Wijdeven hätte sich der Anteilseigner Korte an Trinczek gerächt, indem er für kurze Zeit sein Kind entführte und seine zwei Pferde vergiftet hätte.

Korte bestreitet das.

Er erschien am 02.Februar 2012 vor einem Haager Amtsgericht, um dort als Zeuge über den Containerhandel seines ehemaligen Teilhabers auszusagen.

Dabei sagte er, dass mehr als 95 Prozent der von TKS produzierten Container an Baas- Plantenservice gegangen seien.

Die Geschäfte hätte man immer mit Jaap Smak Gregoor gemacht.

Korte zufolge kaufte Baas- Plantenservice die BC-Container und nach der Lieferung wurden diese Eigentum von Baas- Plantenservice.

Max Bahr schloss 2004, als man noch kein Teil der Praktiker AG war, einen fünfjährigen Container-Mietvertrag mit der TKS ab.

Max Bahr war der Hauptmieter und wollte nach einem Jahr den fünfjährigen Mietvertrag wieder kündigen, so Korte

Baas- Plantenservice hätte die Miete für fünf Jahre im Voraus bereits bezahlt.

Max Bahr wollte nun die Miete für vier Jahre von der TKS GmbH wieder zurückbekommen, aber Herr Trinczek traf eine Regelung, dass Baas- Plantenservice 108.000,00 Euro zurück bezahlen sollte.

Korte wäre darüber sehr erstaunt gewesen. „Ich habe eine Mailnachricht, dass Baas- Plantenservice 108.000,00 Euro an Max Bahr bezahlen würde“, so Korte.

Die Gebrüder De Jong seien nicht gewillt, die Äußerungen von Van de Wijdeven und Korte zu akzeptieren, sagte Frank Verhoeven im Namen der Gebrüder De Jong.

Herr Trinczek sei von Praktiker wegen der Vorkommnisse entlassen worden.

Bei einem Gespräch im vergangenen Herbst mit der Praktiker AG habe man versucht weiter Licht in die Affäre zu bringen.

Die Frage, wer Eigentümer der Container sei, ist wohl immer noch offen.

Die Gebrüder De Jong vertreten die Ansicht, dass sie im Herbst 2008 zu spät und unvollständig über das verbesserte Angebot von Praktiker/Max Bahr informiert worden seien, so Frank Verhoeven.

Diese Angebot beinhaltete unter anderem eine starke Zunahme des Umsatzvolumens sowie eine Verbesserung der Handelsspanne.

Angeblich sei es so gewesen, dass Baas- Plantenservice einen höheren Aufschlag an Praktiker/Max Bahr berechnen durfte, um die Verluste der Vergangenheit auszugleichen.

Die Praktiker AG stünde bei Bass- Plantenservice für 75- 80 Prozent des Umsatzes.

Mit dem Wissen um die verbesserten Konditionen hätten sich die Gebrüder De Jong ggf. bezüglich des Anteilverkaufs anders entschieden, so bloemenkrant.

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