Im zweiten Quartal 2026 setzte Royal FloraHolland weniger Blumen und Pflanzen um als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Anzahl der verkauften Einheiten sank um 4,8 Prozent, während der Umsatz um 2,7 Prozent zurückging. Der im Vergleich zum Mengenrückgang relativ moderate Umsatzrückgang zeigt, dass die Preise über viele Produktgruppen hinweg stabil blieben.
Thomas Bugel, Chief Grower Value Management: „In einer Zeit, in der Verbraucher, Großhandel und Einzelhandel mit wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und einem schwankenden Verbrauchervertrauen konfrontiert sind, erweist sich der Zierpflanzenmarkt als widerstandsfähig. Blumen und Pflanzen sind nach wie vor sehr beliebt, und die Begrünung unseres Lebensumfelds steht hoch im Kurs – auch als Maßnahme gegen Hitzestress, angesichts der zunehmenden Zahl sehr heißer Tage.“
Während das erste Quartal von Mengenwachstum bei gleichzeitigem Preisdruck geprägt war, stellte sich die Marktlage im zweiten Quartal anders dar. Das Angebot ging bei mehreren Produktgruppen zurück, während sich Angebot und Nachfrage besser ausglichen. Dies führte zu stabileren Preisen sowohl bei Blumen als auch bei Pflanzen.
Die leicht gesunkenen Mengen bedeuteten für das Logistikteam von Royal FloraHolland keinen geringeren Arbeitsaufwand. Aufgrund der zunehmenden Detaillierung der Käuferwünsche werden die von den Erzeugern angelieferten Wagen immer häufiger in mehrere kleinere Transaktionen aufgeteilt. Dadurch fällt pro angeliefertem Wagen mehr Arbeit an als zuvor. Im Jahr 2026 wickelte das Logistikpersonal von RFH daher mehr Transaktionen ab als je zuvor. Während der jüngsten Spitzenphase lag die Höchstzahl an Blumentransaktionen an einem einzigen Tag in Aalsmeer bei 102.000; im Jahr 2025 waren es 93.000. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent.

Im zweiten Quartal 2026 konnten Pfimgsrosen (Paeonien) bei geringerem Angebot das Preisniveau halten (Foto: Flora/Holland)
Schnittblumen: Geringere Mengen, aber ein stabilerer Markt
Auf dem Schnittblumenmarkt sank die Zahl der gehandelten Stiele im zweiten Quartal um 4,5 %, während die Durchschnittspreise um etwas mehr als 2,9 % stiegen. War das erste Quartal noch von Mengenwachstum bei gleichzeitigem Preisdruck geprägt, so stützt nun ein begrenztes Angebot bei verschiedenen Produktgruppen die Preisentwicklung.
Teils aufgrund geopolitischer Spannungen verzeichneten die Produktgruppen Rosen und Saisonblumen ein schwieriges Quartal mit geringeren Mengen als im Vorjahr, wenngleich zu etwas höheren Preisen. Im Gegensatz dazu legten Produktgruppen wie Chrysanthemen und Eustoma sowohl bei der Menge als auch beim Umsatz zu. Auch der Umsatz mit Pfingstrosen blieb trotz geringeren Angebots – dank deutlich besserer Preise – nahezu auf Vorjahresniveau.
Zimmerpflanzen: Unterschiede zwischen den Produktgruppen nehmen weiter zu
Auf dem Markt für Zimmerpflanzen bleiben die Unterschiede zwischen den einzelnen Produktgruppen erheblich. Bei Phalaenopsis-Orchideen im Topf – der mit Abstand größten Produktgruppe – verlief die Entwicklung weitgehend wie erwartet. Das Mengenwachstum blieb begrenzt, während die Preise im gesamten Quartal deutlich unter Druck gerieten. Infolgedessen sank der Umsatz um 6,4 Prozent, wohingegen die Absatzmenge im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert blieb.
Positiver stellte sich die Lage bei Rosen im Topf dar; hier legten sowohl die Absatzmenge als auch der Umsatz gegenüber dem Vorjahr zu. Auch die Flamingoblume (Anthurium) zeigte eine stabile Entwicklung, wobei Mengen und Preise weitgehend unverändert blieben. Im Segment der grünen Zimmerpflanzen setzt sich ein bereits seit mehreren Jahren zu beobachtender Trend fort: Die Produktions- und Handelsmengen sind weiter rückläufig, wobei der stärkste Rückgang nach wie vor bei den kleineren Topfgrößen zu verzeichnen ist. Gleichzeitig ist im Jahr 2026 eine vorsichtige Erholung der Preise erkennbar, was darauf hindeutet, dass sich Angebot und Nachfrage langsam wieder ins Gleichgewicht bewegen.
Gartenpflanzen: Verbraucher investieren weiterhin in ihre Gärten
Bei Gartenpflanzen zeichnen die Zahlen ein etwas positiveres Bild als bei Schnittblumen und Zimmerpflanzen. Zwar lag auch hier das Absatzvolumen unter dem des Vorjahres, doch die Preise blieben relativ stabil. Im zweiten Quartal sank das Volumen um 6,0 %, während der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) um fast 6 % stieg. Damit zählen Gartenpflanzen zu den Produktgruppen mit der stärksten Preisentwicklung im zweiten Quartal.
Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass Verbraucher auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin in ihr Zuhause und ihren Garten investieren. Infolgedessen bleibt die Nachfrage nach Gartenpflanzen relativ stabil – ungeachtet eines möglicherweise zurückhaltenderen Ausgabeverhaltens in anderen Bereichen des Konsumgütermarkts.
Innerhalb der Kategorie Gartenpflanzen stachen Lavendel (Lavandula) und Hortensien (Hydrangea) hervor. Lavendel verzeichnete sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz Zuwächse, gestützt durch einen höheren durchschnittlichen Verkaufspreis. Auch Hortensien konnten ihren Umsatz dank verbesserter Preise halten.
Internationales Angebot weiterhin unter Druck
Auch auf internationaler Ebene zeigte sich eine eher zurückhaltende Marktlage. Das Angebot aus wichtigen Herkunftsländern wie Kenia und Äthiopien lag unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere gingen sowohl die Mengen als auch die Erlöse aus Kenia deutlich zurück. Dies wurde durch Zuwächse aus Ländern wie Spanien und Israel ausgeglichen.
Muttertag
Der Muttertag ist der wichtigste Anlass für den Blumenverkauf im zweiten Quartal. Ein Blumenstrauß ist traditionell ein beliebtes Geschenk zum Muttertag – sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland. Dies spiegeln auch die diesjährigen Absatzzahlen von Royal FloraHolland für die Woche vor dem Muttertag wider.
Im Vorfeld des Muttertags 2026 wurden im Zeitraum von Montag, dem 4. Mai, bis Mittwoch, dem 6. Mai, 154 Millionen Blumen (2025: 155 Millionen) sowie rund 26 Millionen Zimmer- und Gartenpflanzen (2025: 24 Millionen) gehandelt.