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Klimawandel ist und bleibt größte Herausforderung

Das diesjährige Motto des Weltwassertages, „Wert des Wassers“, sensibilisiert dafür, wie wichtig es sein sollte, ressourcenschonend und nachhaltig mit dem wertvollen Nass umzugehen.

„Wasser ist lebenswichtig und eine kostbare Ressource, mit der wir in Zukunft noch sehr viel achtsamer umgehen müssen. Wichtig ist hier nicht nur, den Wasserverbrauch im Blick zu haben, sondern vor allem neue Züchtungen von Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen“, darauf weist Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW, hin.

Winter war zu warm

Der Winter 2020/2021 war hierzulande nach Aussage des Deutschen Wetterdienstes der zehnte zu warme Winter in Folge. Nordrhein-Westfalen war im Länderranking mit einer Mitteltemperatur von knapp 3,3 °C (Referenzwert bis 1990: 1,7°C) das zweitwärmste Bundesland. Erstmals in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen wurden in Wintermonaten an sechs hintereinander folgenden Tagen Temperaturen von 20 Grad und mehr gemessen. Das hat Auswirkungen auf die Pflanzenwelt. Vor allem Pilzerkrankungen nehmen zu, gegen die keine Nützlinge helfen. Existenziell wichtig sind somit sichere und nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel. Neben dem schwierigeren Erhalt der Pflanzengesundheit bergen warme Winter vor allem auch die Gefahr, dass die frühzeitig erblühten Pflanzen unter Frostschäden leiden. Beide Problematiken verursachen einen erhöhten Monitoringaufwand für die Gartenbaubetriebe und ein zunehmendes Risiko für Produktionsausfälle.

Wassermanagement wird immer wichtiger  

Die Wasserversorgung ist für die gartenbauliche Produktion von herausragender Bedeutung, da die Produkte frisch vermarktet werden und die Qualität der Produkte vom Wasserstatus bestimmt werden. Dadurch ist die wassersparende Bewässerung schon seit vielen Jahren Thema für viele Projekte im Gartenbau. So sind im Unterglasanbau viele unterschiedliche Bewässerungssysteme als geschlossene und somit wassersparende Systeme entwickelt worden. Anstausysteme, die fast ohne Verluste zielgerichtet das Wasser an die Wurzelballen bei Topfpflanzen bringen, sind nur ein Beispiel. Anders ist die Bewässerung im Freiland und stellt den Gartenbau bei hoher Trockenheit und schwindenden Wasserressourcen vor großen Herausforderungen. Hier ist die Anwendung von Tröpfchen-Bewässerung effektiv, da sie direkt im Kulturtopf oder im Pflanzcontainer angebracht wird. Auch schon lange im Einsatz sind Gießwagen zur Bewässerung von Topfpflanzen in der Produktion im Freiland oder im Gewächshaus.

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung notwendig 

Mit dem bundesweit ersten eigenständigen Klimaanpassungsgesetz, dass nun im Landeskabinett verabschiedet wurde, setzt NRW wichtige Richtlinien und sieht die Klimaanpassung somit als wichtige Daseins- und Zukunftsvorsorge. Aktuell ist die Wasserverfügbarkeit eines der drängendsten Probleme, die es zeitnah zu lösen gilt.

Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW (Foto: Wardeski-Gartenbau NRW)

„Wir müssen diskutieren, wie die regionale Bewässerung sichergestellt werden kann.  Nutzungskonflikte zwischen landwirtschaftlicher Produktion, Verbraucher und Industrie müssen klar benannt werden und in einem funktionierenden Konzept zur Wasserentnahme münden. Wir brauchen Weiterentwicklungen in der Bewässerungstechnik und vor allem damit verbunden praktische Entscheidungshilfen für den Betrieb. Und wir brauchen intensive Forschung und Beratung im Pflanzenschutz, um dem steigenden Befall durch Schadinsekten und neue Schadpilze zu begegnen. Sichere und nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel müssen einfach besser verfügbar sein, um die regionale Produktion zu erhalten. Und vor allem müssen wir sehr viel schneller werden, um unsere blaue und grüne Infrastruktur in Städten und Gemeinden auszubauen. Regenwasser einfach nur in die Kanalisation zu leiten, können wir uns schlichtweg nicht mehr leisten“, so Kähler-Theuerkauf.

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