Für die Bau- und Gartenfachmärkte war 2025 ein überschaubares Ergebnis

von Bernhard Simon

Die Jahrespressekonferenz des BHB ist eines der wichtigsten Events, bei dem der BHB die Keyfacts der DIY-Branche sowie ihre aktuellen Trends und Herausforderungen skizziert.

Es gibt sicherlich Branchen, die von der mittlerweile lang andauernden Polykrise stärker betroffen sind als die Bau- und Gartenfachmärkte in der DACH-Region – dennoch kann man mit dem Ergebnis 2025 erneut nicht zufrieden sein. Der Markt in Deutschland bleibt mit -1,6% (20,58 Mrd. Euro) gegenüber 2025 nochmals im (leichten) Minus, auch in der Schweiz bleibt es nominal bei -1,3% (3,35 Mrd. CHF). In Österreich steht ein minimales Plus (+0,2%/ 3,10 Mrd. Euro) zu Buche. Eine Besserung scheint allerdings nun endlich in Sicht.

Peter Abraham (Foto: BHB)

Peter Abraham, Sprecher des BHB-Vorstands dazu:

„Während der Markt in Deutschland und der Schweiz durch Konsumzurückhaltung und globale politische Spannungen leichte Umsatzrückgänge verzeichnete, konnte sich Österreich auf einem stabilen Niveau halten. Die Branche kämpft aktuell besonders mit hoher Bürokratie, steigenden Kosten und einer generellen Verunsicherung der Verbraucher, die Investitionen in ihr Eigenheim aufschieben. Die Budgets der Kundinnen und Kunden flossen verstärkt in Bereiche wie Urlaub, Freizeitaktivitäten und Gastronomie statt in Bau- und Gartenmärkte. Dennoch zeigen steigende Baugenehmigungen und ein hoher Sanierungs- und Renovierungsbedarf erste Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung, die in diesem Jahr spürbar beginnen sollte. Erste Zahlen weisen da bereits in die richtige Richtung.“

Hier finden Sie die Präsentation zur Pressekonferenz:

Einflussfaktor Verbraucherstimmung

Konjunktur beruht auch auf psychologischen Faktoren. Die Stimmungslage der Kundinnen und Kunden treibt oder verhindert Umsätze. 2025 und 2026 sind stark durch weltweite Unruhen und negative Stimmungslagen beeinflusst. Auch die deutsche Regierungspolitik, in die man nach Jahren des ‚Ampelchaos‘ viel Hoffnung gesetzt hatte, kämpft mit der Komplexität von Veränderungsprozessen in Deutschland. Wirklich wichtige, große Reformen und Anstöße in Richtung Wirtschaft blieben bislang aus. Die Menschen in der DACH-Region sind weiterhin spürbar verunsichert und halten sich gerade im investiven Bereich stark zurück. Dieses spürten auch die Bau- und Gartenfachmärkte. Neben der Konsumvorsicht erreichten deshalb auch die Sparquoten in Deutschland neue Rekordwerte – Geld, was in der DIY-Branche fehlt. Dagegen blieben die Wettereinflüsse in 2025, die bekanntlich ebenfalls starke Auswirkungen auf ein Branchenjahr haben können, diesmal im „Normalbereich“ und setzten weder positive noch negative Akzente.

Sortimentsentwicklung spiegelt Verbraucherstimmung wider

Im Jahresverlauf gerieten folgerichtig auch etliche Sortimente entsprechend in den Fokus. Die deutschen Kundinnen und Kunden sparen z.B. bei Wohnen/Dekoration (-5,2%), bei Fliesen (-5,0%) sowie bei Haushaltswaren und Gartengeräten (jeweils -4,1%) am meisten. Dass aber die Sanierungstätigkeit nicht gänzlich brach liegt, zeigt die Entwicklung im Bereich Wand/Boden (+1,7%), die allerding mit Holz und Gartenausstattung (jew. +0,5%) über das Gesamtjahr die einzigen Sortimente im Plus bleiben.

In Österreich entwickelten sich einige Sortimentsteile umsatztechnisch deutlich besser, was allerdings zum Teil der höheren Inflationsquote von 3,2% geschuldet ist. Allerdings sind die deutlichen Anstiege bei Bauchemie/Baumaterial (+5,2%), Holz (+6,8%) und Bauelemente (+6,8%) ein Zeichen, dass sich die Zurückhaltung gerade im SanReMo-Segment allmählich auflöst.

Ambivalente Werte in der Schweiz: Hier sind sowohl die Produktgruppe mit dem stärksten Anstieg (Gartengeräte, Be- und Entwässerung +3,1%) wie auch die mit den größten Umsatzverlusten (Gartenmöbel, -11.1%) im „grünen“ Bereich zu finden. Verloren hat auch der Bereich Wohnen/Dekoration mit -8,0%. -> (Siehe in der Präsentation auf den Seiten 15-20.)

Verkaufsfläche wird erneut kleiner

Dem Anstieg der Online-Umsätze zum Trotz: Die stationäre Bau- und Gartenfachszenerie in Deutschland macht nach wie vor den Löwenanteil des Marktes aus. Allerdings wird die Verkaufsfläche auch in diesem Jahr wieder kleiner, sogar etwas spürbarer als in den Vorjahren. Laut der jüngsten Erhebung der Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (gemaba), Leverkusen, haben sich im Jahr 2025 insgesamt 26 Baumärkte (lt. BHB-Definition/größer 1.000 Quadratmeter) aus dem Netz verabschiedet, so dass Stand Februar noch 2.004 Märkte die Versorgung in Deutschland abbilden. Allerdings sind bereits weitere Schließungen angekündigt, so dass die 2.000er-Grenze in Kürze unterschritten werde, so gemaba.

Dies war letztmalig im Jahr 1993 der Fall. Dennoch bleibt die Versorgung ausgezeichnet: pro 41.200 Einwohner steht in Deutschland theoretisch ein Baumarkt zur Verfügung, die meisten Standorte gibt es nach wie vor in NRW (369) und Bayern (315). Der durchschnittliche deutsche Baumarkt verfügt über eine gewichtete Verkaufsfläche von 6.500 Quadratmetern.  

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