baumarkthandel
Vieles ist bewährt, manches wird anders: Zum elften Male bereits sind die Führungskräfte der grünen Branche zusammengetroffen, um über die aktuelle Marktlage und auch über Strategien in herausfordernden Zeiten zu diskutieren. Beim Gardensummit am Rande der diesjährigen spoga + gafa gab es erstmals eine neue Konfiguration der beliebten Veranstaltung. Wichtigste Neuerung: Der Termin ist vom Schlusstag der Kölner Gartenfachmesse auf Tag 2 vorgerückt. Und auch der Abschluss des BHB-GardenSummits bekam einen neuen Rahmen: Der BHB lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit dem Partnerverband IVG zur Gartenparty und damit zum großen Networking-Event in der Halle 6 ein, was bei allen Teilnehmern sehr gut ankam.
Wie im letzten Jahr startete Jochen Ludwig, OBI-COO und BHB-Vorstandsmitglied, mit seiner Keynote. Der Zustand der wichtigsten Gartenleitmesse war auch diesmal sein Thema – und klare Worte dazu ließ Ludwig nicht vermissen. Die spoga&gafa sei weiter eher auf absteigendem Ast – weniger Aussteller, viel Bastelei in den Hallenzuschnitten und -konzepten. Auch das Schieben der Termine (derzeit geplanter Messetermin ist 2027 wieder der September) mache die Dinge nicht besser – Ludwig riet den Messemachern, sich hier die Tugenden von klarer Kommunikation und Verlässlichkeit wie beim des BHB-Kongress (immer gleicher Termin, Ort, verständliches Konzept) zu eigen zu machen. „Wir müssen aber auch als ganze Branche gemeinsam mehr tun, um unsere Messe zu retten – die immer noch enorm wichtig ist, als Basis für Gespräche, viele kleine Anregungen und innovative Produkte“.

GardenSummit 2026: Jochen Ludwig, OBI-COO und BHB-Vorstandsmitglied redet Klartext
OBI und die Zukunft des Gartens: Katrin Beyer, Vice President Division Garden, stellte die Strategie vor, wie die OBI-Märkte künftig das wichtige grüne Segment vertrieblich vorantreiben wird – mit einer intelligenten Verknüpfung von Tradition und Innovation. Garten sei weit mehr als nur ein Saisongeschäft – sondern einer der stärksten strategischen Anker, weil hier nicht Einmalkäufe stattfinden, sondern man die Chance habe, die Kunden über das ganze Jahr zu begleiten. Und ein Geschäft mit Relevanz: Allein über 46 Mio. Pflanzen verkauft OBI im Jahr in Deutschland. Dabei wird eine Eigenmarke immer wichtiger: Mit „Grow by OBI“ pusht man den Systemgedanken („Alles aus einer Hand“). Mit dem Gartenplaner setzt Obi auf ein multimediales Einkaufserlebnis – angereichert von Retail Media im Markt, in der unterstützenden App und vor Ort mit einem veränderten Layout mit Machbar, Probar etc. als Beratungsspunkte für die Kunden. Mit einer starken Beteiligung an Initiativen wie Torfausstieg oder dem Verwertungskonzept „Too Good to Go“ vermittelt man Mitarbeiter und Kunden das gute Gefühl, ernsthaft nachhaltig unterwegs zu sein.
Dass die Branche durch unruhige Zeiten navigieren muss, ist an jedem Tag deutlich zu spüren, betonte Moderator Dr. Peter Wüst.
Wie sich die schwierigen Rahmenbedingungen auf den aktuellen Markt und die Umsätze auswirken, wie der Saisonstart 2026 eingeschätzt werden muss und welche marktbestimmenden Trends und Entwicklungen die Händler und Lieferanten umtreiben, das fassten Christiane Klietz und Alexander Theile von GfK/NiQ zusammen. Zwischen Boom und Bremse geht eine Achterbahnfahrt – es gebe gerade wenig Verlässliches für die Kunden. Leider mehr als verlässlich ist das negative Konsumklima, dass sich seit langem auf niedrigem Niveau eingependelt hat. Das drückt sich auch in der Entwicklung des Gartensegments in den ersten 5 Monaten aus. Ein Minus von -1,7% bis Mai bei einem Umsatz von 1,79 Mrd. Euro steht zu Buche, davon machen die Baumarkt-/Gartencenter 55% Umsatzvolumen, die allerdings 3,2% Marktanteil zugunsten von Verbrauchermärkten und Onlinern verlieren. Dass Markenprodukte umsatztechnisch um -2,1% , mengenmäßig sogar um -8,4% sinken, zeigt, dass auch der für den Handel bislang immer „sichere Ort“ Garten mittlerweile immer preissensibler wird. Dass es dabei aber dennoch echte Zuwächse gibt, zeigt sich ebenfalls: Mähroboter (+18%) oder Gasgrills (+10%) stehen in der Kundengunst vorn, auch wenn das Preisniveau hier mittlerweile deutlich sinkt. Eine Botschaft für den Handel: „Refurbished“ wird gerade für die jüngere Kundschaft ein echtes Thema – ob es der Wunsch
nach Markenprodukten bei verringertem Budget oder der Wunsch nach Nachhaltigkeit ist – hier sollte der Handel (re-)agieren.
Wie man Markenaufbau und -pflege richtig betreibt, darüber konnte Hans-Jürgen Herr berichten. Nach vielen erfolgreichen operativen Jahren u.a. als VP bei Weber-Stephen berät er heute junge Unternehmen. Beim BHB-GardenSummit ging es in seinem Vortrag um strategische Pit-Stops. Warum viele Marken beim Versuch, ihr Level zu halten den Kompass verlieren, berichtete er. Aber es gebe auch die Vorreiter, wie den Giganten Microsoft. Der Software-Riese habe trotz erfolgreichem klassischen Geschäft rechtzeitig umgeschwenkt und Neues in den Fokus gestellt – ansonsten sei man sicherlich bei all der KI-Konkurrenz untergegangen, so Herr. „Erfolg betäubt, Erosion geschieht lautlos“, so seine Warnung, sich niemals auf vermeintliche Sicherheiten zu verlassen. Krisen haben den Takt gewechselt, Abwarten sei keine Option mehr. Das betreffe besonders Markenprodukte – denn die Treue der Kunden lasse hier viel schneller nach als früher. „Wir müssen uns zwingen, das Umdenken zu lernen“. Als Werkzeug empfiehlt er den „Pit Stop“, ein gezieltes und strukturiertes Innehalten in Kombination mit ständigem Austausch mit allen Beteiligten. Dies müsse man als echtes Entscheidungsinstrument verstehen. Ein reines Reporting schaue in die Vergangenheit, es brauche aber ein Antizipieren der Zukunft. Welche Mitbewerber, auch neu oder von außerhalb, greifen den eigenen Status an? Welche sicher geglaubten Annahmen prüfen wir nie, wo sinkt die eigene Relevanz? Auch dass Reagieren auf Widerspruch von Mitarbeitern sei wichtig – wenn man erst auf Kritik reagiere, wenn der Marktanteil sinkt, sei man schon Jahre zu spät.
Der BHB-GardenSummit ist eine Veranstaltung von und für Expertinnen und Experten, die die Branche gestalten. Es gibt aber auch die, die genau beobachten – die Journalistinnen und Journalisten, die tagtäglich über die neuen Entwicklungen berichten. Relativ spontan hatte Peter Wüst nach einem Referentenausfall Grit Landwehr (Dega Grüner Markt), Rainer Strnad (DIY), Markus Howest (baumarktmanager) und Oliver Mathys (OM Consulting) zu einer Diskussion darüber eingeladen, welche Themen die Fachredakteure als die derzeit wichtigsten ansehen. So kam es zu einer interessanten Plauderei über Innovationsgeschwindigkeit, Mut zu neuen Produkten, Unternehmenskulturen, deutscher Übervorsichtsmentalität oder geschärften Branchenprofilen.
Die Zukunft wächst im Kopf – wie entscheidend Qualifizierung der Mitarbeiter für einen erfolgreichen Handel ist, darüber sprach anschließend Prof. Thomas Vogler vom Institut Mercator. Früher reichten gute Lage des Marktes, gute Produkte und Qualität um die Kunden zu erreichen – heute wird Beratungskompetenz zu einem wirklich entscheidenden Faktor. Denn hier werden emotionale Beziehungen aufgebaut, die aus Kunden Stammkunden machen. Aber wie eine Verkäufergeneration schulen, führen und begeistern, die ganz andere Werte mitbringt als ihre Vorgänger? Man muss über neue Berufsbilder nachdenken – der Azubi als neuer Digitalbotschafter, die Abteilungsleiterin als Unternehmerin, der Verkäufer als Kundenmanager – hier nutzt man Skills und Stärken sinnvoll im Sinne des Unternehmens. Dass KI dabei eine entscheidende Rolle spielt, versteht sich nahezu von selbst.
Der Garten als Heilungswerkzeug für das das gestresste Gehirn -was der Umgang mit der grünen Oase für die psychische Gesundheit bedeutet, wie Umwelt und Gehirn zusammenspielen, erfuhren die Summit-Teilnehmer in einem beeindruckenden Vortrag von Prof. Dr. Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik/Charite Berlin. Stadtleben und Klimawandel lösen nachgewiesen nicht nur Stress aus, sondern sind langfristig auch Auslöser für psychische Erkrankungen. In der Stadt wirken soziale Dichte und soziale Isolation gleichsam – und mit verheerenden Folgen bis hin zu früher Sterblichkeit. „Die Stadt hinterlässt ihre Spuren im Gehirn“, so der Pychiater. Ernsthafte Gegenkräfte – und das konnte ein Forschungsprojekt Prof. Adlis nachweisen – entstehen da, wo viele Grünflächen vorhanden sind. Von kindlicher
Konzentrationsfähigkeit bis zu verminderten Suizidraten – Gartenflächen haben deutlich erkennbar unmittelbare Schutzfunktionen für Menschen. Garten wirke nicht nur durch betrachten, sondern dadurch, dass wir ihn gestalten.
Die BayWa Bau- & Gartenmärkte sind gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft Hellweg ebenfalls in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung geraten. Betroffen sind hier rund 1.300 Beschäftigte und 46 Standorte in Bayern und Baden-Württemberg.Hauptgund für die Insolvenz ist, dass die gesamte Baumarktbranche derzeit unter einer schwachen Konsumnachfrage, hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie steigenden Miet- und Betriebskosten leidet. Die Probleme von Hellweg wie auch der BayWa-Märkte stehen stellvertretend für eine Branche im Umbruch. Viele Baumärkte kämpfen mit rückläufigen Umsätzen und überdimensionierten Verkaufsflächen.
Selbst große Ketten wie Bauhaus schließen Standorte. Hagebau verliert Franchise-Partner an Obi, und die Rewe-Gruppe konnte ihre Billigmarke B1 kaum erfolgreich etablieren. Diese Faktoren haben auch die Hellweg/BayWa-Gruppe stark belastet, was nun zur Insolvenz in Eigenverwaltung geführt hat.
Für ihre rund 4.300 Mitarbeitenden der gesamten Gruppe übernimmt die Bundesagentur für Arbeit nun für drei Monate das Insolvenzgeld in Höhe des Nettolohns; danach ist die Zukunft ungewiss.
Auch die BayWa Bau- & Gartenmärkte mit Sitz in Dortmund und einer großen Niederlassung in Garching bei München sind betroffen. Die Geschäftsführung arbeitet nun unter Aufsicht eines Sachwalters und externer Sanierungsexperten an einem tragfähigen Zukunftskonzept. Eine Verkleinerung des Filialnetzes gilt als wahrscheinlich, konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten stehen jedoch noch aus.
Die HORNBACH Gruppe (HORNBACH Holding AG & Co. KGaA Konzern) erzielte im ersten Quartal (Q1) 2026/27 (1. März bis 31. Mai 2026) einen Umsatzanstieg von 4,9% auf 2,0 Mrd. EUR. Hierzu trug insbesondere die starke Entwicklung der Bau- und Gartenmärkte im europäischen Ausland bei. Insgesamt entwickelte sich HORNBACH besser als die DIY-Branche und baute seine Marktanteile weiter aus. Das bereinigte EBIT lag in Q1 2026/27 mit 161,0 Mio. EUR (-0,5% bzw. -0,7 Mio. EUR) nur gering unterhalb des Vorjahres.
———————————————————————————————————————————
Kennzahlen HORNBACH Gruppe
Q1 2026/27: 1. März 2026 bis 31. Mai 2026
| (in Mio. EUR soweit nicht anders angegeben) | Q1 2026/27 | Q1 2025/26 | ± in % |
| Nettoumsatz | 2.002,4 | 1.909,2 | 4,9 |
| davon Teilkonzern HORNBACH Baumarkt AG | 1.896,8 | 1.810,9 | 4,7 |
| – Deutschland | 885,3 | 870,0 | 1,8 |
| – Übriges Europa | 1.011,5 | 940,9 | 7,5 |
| Flächenbereinigtes Umsatzwachstum (Teilkonzern HORNBACH Baumarkt AG)1) | 2,8% | 3,4% | |
| davon Teilkonzern HORNBACH Baustoff Union GmbH | 105,4 | 98,7 | 6,8 |
| Rohertrag | 699,9 | 672,8 | 4,0 |
| Handelsspanne (in % vom Nettoumsatz) | 35,0% | 35,2% | |
| EBIT | 161,0 | 162,6 | -1,0 |
| Bereinigtes EBIT2) | 161,0 | 161,7 | -0,5 |
| Bereinigte EBIT-Marge | 8,0% | 8,5% | |
| Konzernergebnis vor Steuern | 140,7 | 148,8 | -5,4 |
| Konzernjahresüberschuss vor Gewinnanteilen anderer Gesellschafter | 104,2 | 110,5 | -5,7 |
| Ergebnis je HORNBACH Holding Aktie (unverwässert/verwässert in EUR) | 6,24 | 6,62 | -5,7 |
| Auszahlungen für Investitionen (CAPEX) | 56,0 | 47,7 | 17,4 |
1) ohne Währungseffekte; enthält den Umsatz aller Märkte, die seit mindestens einem Jahr geöffnet sind, sowie den Umsatz der Online-Shops
2) bereinigt um nicht-operative Aufwendungen und Erträge, z. B. Wertminderungen von Vermögenswerten, Erträge aus der Veräußerung von Immobilien, Erträge aus Zuschreibungen von in Vorjahren wertgeminderten Vermögenswerten
Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Prozentangaben sind auf Basis TEUR gerechnet.
———————————————————————————————————————————
„HORNBACH hat im ersten Quartal ein erfreuliches Wachstum erzielt – trotz eines herausfordernden Konsumumfelds und der anspruchsvollen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Dabei profitieren wir zunehmend von einer starken europäischen Aufstellung. In den Niederlanden, in Tschechien und in der Slowakei verzeichneten wir eine besonders hohe Kundennachfrage, was sich auch in der dynamischen Umsatzentwicklung unseres Europageschäfts widerspiegelt. Mit neuen Standorten wie in Trnava, Slowakei, und weiteren geplanten Expansionen bauen wir unsere Marktposition in diesen attraktiven Wachstumsmärkten konsequent aus“, sagt Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Management AG.
Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Baumarkt AG, kommentiert: „HORNBACH zeigt sich auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld widerstandsfähig. Wir gewinnen weiter Marktanteile in Deutschland und Europa und profitieren von der Stärke unseres Geschäftsmodells. Mit unserer klaren Fokussierung auf den Kundennutzen und dem konsequenten Dauertiefpreisversprechen schaffen wir Orientierung und Vertrauen. Im Hinblick auf unsere Prognose für das Gesamtjahr 2026/27 sind wir nach dem ersten Quartal auf einem guten Weg.“
HORNBACH Baumarkt steigert Umsatz und hat weitere Marktanteile gewonnen
Die Nettoumsätze des größten operativen Teilkonzerns HORNBACH Baumarkt AG wuchsen in Q1 2026/27 um 4,7% auf 1,9 Mrd. EUR (Q1 2025/26: 1,8 Mrd. EUR), wovon 13,6% auf den Onlinehandel (inkl. Click & Collect) entfielen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Online-Umsatz in Q1 2026/27 um 9,0% auf 257,5 Mio. EUR (Q1 2025/26: 236,3 Mio. EUR). Flächen- und währungsbereinigt erhöhte sich der Umsatz um 2,8%. Im Zeitraum Januar bis April 2026 steigerte HORNBACH Baumarkt seine Marktanteile (GfK3)) erfolgreich auf 16,1% in Deutschland (2025: 15,6%), auf 30,4% in den Niederlanden (2025: 29,7%), auf 18,1% in Österreich (2025: 17,9%), auf 15,5% in der Schweiz (2025: 14,9%) und auf 40,1% in Tschechien (2025: 38,6%). In Q1 2026/27 wurde ein neuer Bau- und Gartenmarkt in Trnava (Slowakei) eröffnet. Im laufenden Geschäftsjahr sind darüber hinaus Neueröffnungen eines Bau- und Gartenmarktes in Graz (Österreich) und eines Fachmarkts für Bodenbeläge in Beuningen (Niederlande) geplant.
Bereinigtes EBIT nahezu auf Vorjahresniveau – Rohertrag kompensiert gestiegene Kosten
Mit 161,0 Mio. EUR (-0,5% bzw. -0,7 Mio. EUR) lag das bereinigte EBIT der HORNBACH Gruppe in Q1 2026/27 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (Q1 2025/26: 161,7 Mio. EUR). Die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 8,0% (Q1 2025/26: 8,5%). Die Ergebnisentwicklung war weiterhin beeinträchtigt durch gestiegene Personalkosten (+5,5%), die hauptsächlich auf expansionsbedingten Personalaufbau zurückzuführen waren. Hinzu kamen höhere Betriebs- und Sachkosten, vor allem für Instandhaltung und IT-Infrastruktur. Die Handelsspanne lag mit 35,0% leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals (Q1 2025/26: 35,2%). Das Rohertragswachstum (+4,0%) konnte die höheren Kosten sowie das rückläufige sonstige Ergebnis nahezu kompensieren. In Q1 2026/27 gab es keine nicht-operativen Ergebniseffekte. Das bereinigte EBIT entspricht damit dem EBIT.
Jahresüberschuss leicht rückläufig – Investitionen gestiegen
Der Jahresüberschuss ging in Q1 2026/27 um 6,3 Mio. EUR auf 104,2 Mio. EUR zurück (Q1 2025/26: 110,5 Mio. EUR). Dies resultiert im Wesentlichen aus höheren Zinsaufwänden und negativen Währungseffekten, die das Finanzergebnis um 6,4 Mio. EUR auf -20,2 Mio. EUR verminderten (Q1 2025/26: -13,8 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie der HORNBACH Holding belief sich auf 6,24 EUR (Q1 2025/26: 6,62 EUR).
Der operative Cashflow stieg in Q1 2026/27 auf 198,9 Mio. EUR (Q1 2025/26: 192,0 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen (CAPEX) lagen aufgrund der weiteren Expansion im bestehenden Geschäftsgebiet sowie der Erschließung von Serbien als neues Land mit 56,0 Mio. EUR (Q1 2025/26: 47,7 Mio. EUR) erwartungsgemäß über dem Vorjahresniveau. Der Free Cashflow belief sich damit auf 143,0 Mio. EUR (Q1 2025/26: 147,4 Mio. EUR).
Gesamtjahresprognose 2026/27 bestätigt
HORNBACH bestätigt die am 19. Mai 2026 veröffentlichte Prognose. Im Geschäftsjahr 2026/27 rechnet die HORNBACH Gruppe mit einem Nettoumsatz auf oder leicht über4) dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 (6,4 Mrd. EUR) sowie mit einem bereinigten EBIT in etwa auf4) dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 (264,7 Mio. EUR).
Die Prognose reflektiert einerseits das geplante Umsatzwachstum durch neue Märkte, auf bestehender Fläche und im Onlinehandel sowie andererseits den möglichen Einfluss geopolitischer Entwicklungen auf Umsatz und Rohertrag. Zudem wird auch im weiteren Jahresverlauf ein moderater Kostenanstieg erwartet, dessen Ausmaß unter anderem von den laufenden Tarifverhandlungen im deutschen Einzelhandel abhängt.
Für viele Heimwerker kommt die Meldung völlig überraschend: Die Dortmunder Baumarktkette Hellweg hat beim Amtsgericht Essen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Unternehmen teilte mit, dass das Gericht dem Antrag zugestimmt hat. Damit bleibt die Geschäftsführung weiterhin voll handlungsfähig, wird jedoch von einem vorläufigen Sachwalter sowie zwei Sanierungsexperten der Kanzlei GÖRG begleitet.
Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten soll der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen: Alle 68 Filialen sowie der Online‑Shop bleiben geöffnet. Für die rund 2900 Beschäftigten ist die Auszahlung von Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.
Die HORNBACH Gruppe (HORNBACH Holding AG & Co. KGaA Konzern hat das Geschäftsjahr 2025/26 (1. März 2025 bis 28. Februar 2026) mit einem Umsatz von 6,4 Mrd. EUR (+3,8%) und einem bereinigten EBIT von 264,7 Mio. EUR (-1,8%) trotz eines herausfordernden Konsumumfelds und gestiegener Kosten erfolgreich abgeschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 erwartet HORNBACH einen Nettoumsatz auf oder leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 sowie ein bereinigtes EBIT in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26. Die Prognose reflektiert einerseits das geplante Wachstum durch neue Märkte und auf bestehender Fläche sowie andererseits anhaltende geopolitische Unsicherheiten.

Hornbach AG steigert Nettoumsatz 2025/26 um 3,8%. Hier der Eingang des neu eröffneten Hornbach Baumarktes in Paderborn (Foto: Hornbach)
„Wir blicken zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr 2026/27, auch wenn das Marktumfeld anspruchsvoll bleibt. Der europäische DIY‑Markt ist strukturell attraktiv und bietet insbesondere in Osteuropa hohes Nachfragepotenzial. Vor diesem Hintergrund setzen wir unsere Wachstumsstrategie konsequent fort und investieren gezielt in neue Standorte, Digitalisierung und operative Exzellenz. Bei unserer Prognose bleiben wir jedoch vorsichtig. Die Frühjahrssaison hat zwar bisher erfreulich gestartet, es ist jedoch damit zu rechnen, dass aktuelle geopolitische Entwicklungen negative Auswirkungen auf die Kostenentwicklung und die Nachfrage im Handel haben werden“, sagt Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Management AG.
Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Baumarkt AG, kommentiert: „HORNBACH steht für Verlässlichkeit – gerade in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Das Versprechen, günstigster Anbieter zu sein und auf Dauertiefpreise zu setzen, statt kurzfristige Rabattaktionen auszuloben, ist gerade in diesen Zeiten für uns selbstverständlich. Damit sorgen wir für Stabilität und Beständigkeit im Alltag unserer Kunden. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich am Ausbau der Interconnected-Retail-Architektur, um das Einkaufserlebnis für unsere Kunden weiter zu verbessern – unter anderem auch durch KI-Anwendungen, die bei der Projektberatung, der Vorbereitung bzw. Planung und der Produktauswahl helfen.“
HORNBACH Baumarkt steigert Umsatz und gewinnt weiter Marktanteile
Die Nettoumsätze des größten operativen Teilkonzerns HORNBACH Baumarkt AG wuchsen im Geschäftsjahr 2025/26 um 4,0% auf 6,1 Mrd. EUR (2024/25: 5,8 Mrd. EUR), wovon 12,7% auf Online-Kanäle (inkl. Click & Collect) entfielen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Online-Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26 um 7,1% auf 771,4 Mio. EUR (2024/25: 720,3 Mio. EUR). Flächen- und währungsbereinigt erhöhte sich der Umsatz des Teilkonzerns um 2,4%. Im Kalenderjahr 2025 steigerte HORNBACH Baumarkt seine Marktanteile erfolgreich auf 15,7% in Deutschland (2024: 15,2%), auf 29,4% in den Niederlanden (2024: 28,1%), auf 17,6% in Österreich (2024: 17,3%), auf 15,0% in der Schweiz (2024: 14,3%) und auf 38,8% in Tschechien (2024: 37,7%). Die positive Marktanteilsentwicklung setzte sich in den ersten Monaten des Jahres 2026 fort.
Bereinigtes EBIT nahezu auf Vorjahresniveau aufgrund von starker Rohertragsentwicklung
Mit 264,7 Mio. EUR (-1,8%) lag das bereinigte EBIT der HORNBACH Gruppe im Geschäftsjahr 2025/26 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (2024/25: 269,5 Mio. EUR). Dies steht im Einklang mit der am 21. Mai 2025 veröffentlichten Ergebnisprognose. Die bereinigte EBIT-Marge ging leicht zurück auf 4,1% (2024/25: 4,3%). Die Ergebnisentwicklung war beeinträchtigt durch gestiegene Personalkosten (+4,5%), die sowohl auf Gehaltssteigerungen als auch auf expansionsbedingten Personalaufbau zurückzuführen waren. Hinzu kamen höhere Betriebs- und Sachkosten, vor allem für Instandhaltung und IT-Infrastruktur. Die Handelsspanne lag mit 35,0% auf einem stabilen Niveau (2024/25: 34,8%). Das resultierende Rohertragswachstum (+4,1%) konnte die höheren Kosten sowie das aufgrund von Sondereffekten im Vorjahr rückläufige sonstige Ergebnis nahezu kompensieren.
Tabelle: Kennzahlen HORNBACH Gruppe
GJ 2025/26: 1. März 2025 bis 28. Februar 2026
| (in Mio. EUR soweit nicht anders angegeben) | GJ 2025/26 | GJ 2024/25 | ± in % |
| Nettoumsatz | 6.433,9 | 6.200,0 | 3,8 |
| davon Teilkonzern HORNBACH Baumarkt AG | 6.081,7 | 5.847,0 | 4,0 |
| – Deutschland | 2.848,6 | 2.783,8 | 2,3 |
| – Übriges Europa | 3.233,1 | 3.063,2 | 5,5 |
| Flächenbereinigtes Umsatzwachstum (Teilkonzern HORNBACH Baumarkt AG) | 2,4% | 1,1% | |
| davon Teilkonzern HORNBACH Baustoff Union GmbH | 352,4 | 357,1 | -1,3 |
| Rohertrag | 2.249,1 | 2.160,6 | 4,1 |
| Handelsspanne (in % vom Nettoumsatz) | 35,0% | 34,8% | |
| EBIT | 256,2 | 252,7 | 1,4 |
| Bereinigtes EBIT | 264,7 | 269,5 | -1,8 |
| Bereinigte EBIT-Marge | 4,1% | 4,3% | |
| Konzernergebnis vor Steuern | 201,3 | 208,0 | -3,2 |
| Konzernjahresüberschuss vor Gewinnanteilen anderer Gesellschafter | 143,6 | 147,2 | -2,4 |
| Ergebnis je HORNBACH Holding Aktie (unverwässert/verwässert in EUR) | 8,66 | 8,80 | -1,6 |
| Investitionen (CAPEX) | 220,4 | 183,7 | 19,9 |
Prognose 2026/27: Ausblick reflektiert geplantes Wachstum und geopolitische Unsicherheiten
Im Geschäftsjahr 2026/27 rechnet die HORNBACH Gruppe mit einem Nettoumsatz auf oder leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 (6,4 Mrd. EUR) sowie mit einem bereinigten EBIT in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 (264,7 Mio. EUR).
Die Prognose reflektiert einerseits das geplante Umsatzwachstum durch neue Märkte, auf bestehender Fläche und im Onlinehandel sowie andererseits den möglichen Einfluss geopolitischer Entwicklungen auf Umsatz und Rohertrag. Zudem wird ein moderater Kostenanstieg erwartet, dessen Ausmaß unter anderem von den laufenden Tarifverhandlungen im deutschen Einzelhandel abhängt.
Auch in den kommenden Jahren will HORNBACH seine Wachstumsstrategie konsequent umsetzen und dazu die organische Expansion in bestehenden Ländern und auch im neuen Geschäftsgebiet Serbien kontinuierlich vorantreiben. Die Investitionen werden im Geschäftsjahr 2026/27 entsprechend den Expansionsplänen voraussichtlich gegenüber dem Vorjahr ansteigen.
Die Jahrespressekonferenz des BHB ist eines der wichtigsten Events, bei dem der BHB die Keyfacts der DIY-Branche sowie ihre aktuellen Trends und Herausforderungen skizziert.
Es gibt sicherlich Branchen, die von der mittlerweile lang andauernden Polykrise stärker betroffen sind als die Bau- und Gartenfachmärkte in der DACH-Region – dennoch kann man mit dem Ergebnis 2025 erneut nicht zufrieden sein. Der Markt in Deutschland bleibt mit -1,6% (20,58 Mrd. Euro) gegenüber 2025 nochmals im (leichten) Minus, auch in der Schweiz bleibt es nominal bei -1,3% (3,35 Mrd. CHF). In Österreich steht ein minimales Plus (+0,2%/ 3,10 Mrd. Euro) zu Buche. Eine Besserung scheint allerdings nun endlich in Sicht.

Peter Abraham (Foto: BHB)
Peter Abraham, Sprecher des BHB-Vorstands dazu:
„Während der Markt in Deutschland und der Schweiz durch Konsumzurückhaltung und globale politische Spannungen leichte Umsatzrückgänge verzeichnete, konnte sich Österreich auf einem stabilen Niveau halten. Die Branche kämpft aktuell besonders mit hoher Bürokratie, steigenden Kosten und einer generellen Verunsicherung der Verbraucher, die Investitionen in ihr Eigenheim aufschieben. Die Budgets der Kundinnen und Kunden flossen verstärkt in Bereiche wie Urlaub, Freizeitaktivitäten und Gastronomie statt in Bau- und Gartenmärkte. Dennoch zeigen steigende Baugenehmigungen und ein hoher Sanierungs- und Renovierungsbedarf erste Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung, die in diesem Jahr spürbar beginnen sollte. Erste Zahlen weisen da bereits in die richtige Richtung.“
Hier finden Sie die Präsentation zur Pressekonferenz:
Einflussfaktor Verbraucherstimmung
Konjunktur beruht auch auf psychologischen Faktoren. Die Stimmungslage der Kundinnen und Kunden treibt oder verhindert Umsätze. 2025 und 2026 sind stark durch weltweite Unruhen und negative Stimmungslagen beeinflusst. Auch die deutsche Regierungspolitik, in die man nach Jahren des ‚Ampelchaos‘ viel Hoffnung gesetzt hatte, kämpft mit der Komplexität von Veränderungsprozessen in Deutschland. Wirklich wichtige, große Reformen und Anstöße in Richtung Wirtschaft blieben bislang aus. Die Menschen in der DACH-Region sind weiterhin spürbar verunsichert und halten sich gerade im investiven Bereich stark zurück. Dieses spürten auch die Bau- und Gartenfachmärkte. Neben der Konsumvorsicht erreichten deshalb auch die Sparquoten in Deutschland neue Rekordwerte – Geld, was in der DIY-Branche fehlt. Dagegen blieben die Wettereinflüsse in 2025, die bekanntlich ebenfalls starke Auswirkungen auf ein Branchenjahr haben können, diesmal im „Normalbereich“ und setzten weder positive noch negative Akzente.
Sortimentsentwicklung spiegelt Verbraucherstimmung wider
Im Jahresverlauf gerieten folgerichtig auch etliche Sortimente entsprechend in den Fokus. Die deutschen Kundinnen und Kunden sparen z.B. bei Wohnen/Dekoration (-5,2%), bei Fliesen (-5,0%) sowie bei Haushaltswaren und Gartengeräten (jeweils -4,1%) am meisten. Dass aber die Sanierungstätigkeit nicht gänzlich brach liegt, zeigt die Entwicklung im Bereich Wand/Boden (+1,7%), die allerding mit Holz und Gartenausstattung (jew. +0,5%) über das Gesamtjahr die einzigen Sortimente im Plus bleiben.
In Österreich entwickelten sich einige Sortimentsteile umsatztechnisch deutlich besser, was allerdings zum Teil der höheren Inflationsquote von 3,2% geschuldet ist. Allerdings sind die deutlichen Anstiege bei Bauchemie/Baumaterial (+5,2%), Holz (+6,8%) und Bauelemente (+6,8%) ein Zeichen, dass sich die Zurückhaltung gerade im SanReMo-Segment allmählich auflöst.
Ambivalente Werte in der Schweiz: Hier sind sowohl die Produktgruppe mit dem stärksten Anstieg (Gartengeräte, Be- und Entwässerung +3,1%) wie auch die mit den größten Umsatzverlusten (Gartenmöbel, -11.1%) im „grünen“ Bereich zu finden. Verloren hat auch der Bereich Wohnen/Dekoration mit -8,0%. -> (Siehe in der Präsentation auf den Seiten 15-20.)
Verkaufsfläche wird erneut kleiner
Dem Anstieg der Online-Umsätze zum Trotz: Die stationäre Bau- und Gartenfachszenerie in Deutschland macht nach wie vor den Löwenanteil des Marktes aus. Allerdings wird die Verkaufsfläche auch in diesem Jahr wieder kleiner, sogar etwas spürbarer als in den Vorjahren. Laut der jüngsten Erhebung der Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (gemaba), Leverkusen, haben sich im Jahr 2025 insgesamt 26 Baumärkte (lt. BHB-Definition/größer 1.000 Quadratmeter) aus dem Netz verabschiedet, so dass Stand Februar noch 2.004 Märkte die Versorgung in Deutschland abbilden. Allerdings sind bereits weitere Schließungen angekündigt, so dass die 2.000er-Grenze in Kürze unterschritten werde, so gemaba.
Dies war letztmalig im Jahr 1993 der Fall. Dennoch bleibt die Versorgung ausgezeichnet: pro 41.200 Einwohner steht in Deutschland theoretisch ein Baumarkt zur Verfügung, die meisten Standorte gibt es nach wie vor in NRW (369) und Bayern (315). Der durchschnittliche deutsche Baumarkt verfügt über eine gewichtete Verkaufsfläche von 6.500 Quadratmetern.
Die HORNBACH Gruppe (HORNBACH Holding AG & Co. KGaA Gruppe) steigerte ihren Umsatz in den ersten neun Monaten (9M) des Geschäftsjahres um 3,8% auf 5.137,8 Mio. EUR. Davon entfielen rund 94% auf den Teilkonzern HORNBACH Baumarkt AG, der um 4,0% wuchs und seine Marktanteile im europäischen Geschäftsgebiet weiter ausbaute. Das bereinigte EBIT im Konzern lag in 9M 2025/26 mit 299,5 Mio. EUR nahezu auf dem Vorjahresniveau (300,0 Mio. EUR). Im dritten Quartal (Q3) 2025/26 stieg der Konzernumsatz trotz eines anhaltend schwachen Konsumumfelds um 2,2% auf 1.538,7 Mio. EUR.
Kennzahlen HORNBACH Holding AG & Co. KGaA Konzern
Q3 2025/26: 1. September 2025 bis 30. November 2025; 9M 2025/26: 1. März 2025 bis 30. November 2025
| (in Mio. EUR soweit nicht anders angegeben) | Q3 2025/26 | Q3 2024/25 | ± in % | 9M 2025/26 | 9M 2024/25 | ± in % |
| Nettoumsatz | 1.538,7 | 1.505,1 | 2,2 | 5.137,8 | 4.950,8 | 3,8 |
| davon Teilkonzern HORNBACH Baumarkt AG | 1.443,5 | 1.407,9 | 2,5 | 4.847,1 | 4.659,2 | 4,0 |
| – Deutschland | 664,1 | 661,6 | 0,4 | 2.275,6 | 2.228,0 | 2,1 |
| – Übriges Europa | 779,4 | 746,4 | 4,4 | 2.571,6 | 2.431,1 | 5,8 |
| Flächenbereinigtes Umsatzwachstum in %1) | 0,2 | 2,0 | 2,6 | 1,1 | ||
| davon Teilkonzern HORNBACH Baustoff Union GmbH | 95,4 | 98,1 | -2,7 | 291,2 | 295,4 | -1,4 |
| Rohertrag | 526,7 | 511,2 | 3,0 | 1.784,0 | 1.713,1 | 4,1 |
| Handelsspanne (in % vom Nettoumsatz) | 34,2 | 34,0 | 34,7 | 34,6 | ||
| EBIT | 26,6 | 34,9 | -23,8 | 299,2 | 301,0 | -0,6 |
| Bereinigtes EBIT2) | 27,3 | 34,6 | -21,0 | 299,5 | 300,0 | -0,2 |
| Bereinigte EBIT-Marge in % | 1,8 | 2,3 | 5,8 | 6,1 | ||
| Konzernergebnis vor Steuern | 13,8 | 23,8 | -41,9 | 257,4 | 266,1 | -3,3 |
| Periodenüberschuss | 10,2 | 17,7 | -42,2 | 189,1 | 198,5 | -4,7 |
| Ergebnis je HORNBACH Holding Aktie (verwässert/unverwässert, in EUR) | 0,64 | 1,06 | -39,2 | 11,39 | 11,84 | -3,8 |
| Auszahlungen für Investitionen (CAPEX) | 60,1 | 56,0 | 7,5 | 166,8 | 107,2 | 55,6 |
Die HORNBACH Holding AG & Co. KGaA geht auf Basis vorläufiger Zahlen im Q3 2025/26 (1. September 2025 bis 30. November 2025) bei abgeschwächtem Umsatzwachstum von einem reduzierten Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal aus. Der Nettoumsatz stieg in diesem Zeitraum um 2,2% auf 1.538,7 Mio. EUR (Q3 2024/25: 1.505,1 Mio. EUR) und fiel schwächer als erwartet aus. Damit konnten die gestiegenen Kosten nicht vollständig durch das Umsatzwachstum kompensiert werden. Das Adjusted EBIT sank daher um 21,0% auf 27,3 Mio. EUR (Q3 2024/25: 34,6 Mio. EUR).
Die ursprüngliche Prognose vom 21. Mai 2025 bleibt bestehen. Der Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 weiterhin einen Nettoumsatz auf oder leicht über dem Vorjahresniveau (6.200 Mio. EUR) und ein Adjusted EBIT auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2024/25 (269,5 Mio. EUR). Ein Adjusted EBIT in der oberen Hälfte der Prognose-Bandbreite ist damit aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen, jedoch derzeit nicht mehr das wahrscheinlichste Szenario.
Die vorläufigen Zahlen für Q3/9M 2025/26 sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Mio. € | Q3 2025/26 | Q3 2024/25 | Veränderung in % | 9M 2025/26 | 9M 2024/25 | Veränderung in % |
| Nettoumsatz | 1.538,7 | 1.505,1 | +2,2 | 5.137,8 | 4.950,8 | +3,8 |
| Adjusted EBIT | 27,3 | 34,6 | -21,0 | 299,5 | 300,0 | -0,2 |
Zum 26. Mal hat der Handelsverband zum BHB Baumarktkongress eingeladen. Und die Lieblingslocation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Bonner World Conference Center im ehemaligen Bundestag, ist in diesem Jahr mehr als gut gefüllt: Insgesamt 509 Führungskräfte aus der DIY-Branche kommen derzeit unter der Silhouette des Bundesadlers zusammen. Der Bedarf nach Austausch ist groß: Im dritten Jahr bereits wird die dringend benötigte Trendwende wohl nicht erreicht, und die Vertreter von Handel, Industrie und Dienstleistern suchen nach gemeinsamen Synergien und Konzepten, um der Konsumvorsicht etc. wirkungsvoll zu begegnen.

Gut besuchter BHB Kongress im ehemaligen Bundestag in Bonn – November 2025 (Foto: BHB)
Premiere für den neuen BHB-Vorstandssprecher Peter Abraham: Er schlug in seiner Rede vor den Kongressteilnehmer nachdenkliche, aber auch optimistische Töne an. In herausfordernden Zeiten benötige die Branche Werte, die er in seinem Hobby, dem Tauchen, immer vor Augen habe – Fokussierung, Konzentration auf das Ziel, unbedingte Verlässlichkeit – selbst und auf Partnerseite, keine unnötigen Risiken und ein Miteinander auf Augenhöhe.
Dies griffen dann auch Finanzvorständin Susanne Jäger und BHB-Hauptgeschäftsführer und Kongressmoderator Dr. Peter Wüst auf, die in gemeinsamer Runde die versammelte Branche begrüßten: Sie appellierten, den BHB als Verband und Branchenfamilie gemeinsam zu nutzen, stark zu machen und an den unterschiedlichen Positionen mitzuarbeiten. Die Basis der Branche sei sehr gesund – und im gemeinsamen Schulterschluss könne man auch gegen Belastungen wie unnötige Regulatorik viel besser bestehen.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst grüßte per Videobotschaft: Auch er appellierte an eine für die Bürger so wichtige Branche, gegen die Standortnachteile in Deutschland entschlossen anzukämpfen.
„Radikale Zuversicht“ – ist es das, was wir gerade dringend benötigen? Tristan Horx, bekannter Zukunfts-Forscher von Future Project, ist davon überzeugt. Und obwohl es Optimisten im gerade stattfindenden Epochenwechsel der Menschheit gerade schwer haben und eine KrisenÜbermacht durchaus lähmend wirken kann, gibt es Rezepte, dies zu überwinden. Man dürfe allerdings kein naiver Optimist sein – Zukunft verlaufe nicht geradlinig. Irgendwo zwischen Utopie und Weltuntergang müsse die Gesellschaft wieder lernen, Weisheit und Rebellion zu verbinden – und nach der Turbo-Individualisierung folge der Wunsch nach dem neuen „Wir“, auf den sich in der Gesellschaft aufbauen lasse: „Zukunft entsteht, wenn Beziehungen gelingen“.
Für ein „ewiges“ Zukunftsprojekt warben dann Peter Wüst und Alain Paul von HolzConCert: Die BHB-Baumpflanzaktion, bei der viele Händler und Fördermitglieder mitmachen und Setzlinge spenden, erreicht gerade die magische Zahl von über 200.000 gepflanzten Bäumen, deren Wert als Klimasicherung kaum hoch genug einzuschätzen sei. Und es mache unheimlich Spaß – denn die BHB-Aktionen werden sehr individuell auf die Spender zugeschnitten.
Keine Lösung ohne ‚KI‘
Kein Kongress ohne KI – der künstliche und machtvolle Prozess-Beschleuniger ist mittlerweile in vielen Unternehmen veritabler Bestandteil der alltäglichen Arbeit – doch jetzt stehen gewachsene KI-Landschaften vor neuen Herausforderungen. Agnes Bührmann und Jana Kasper vom Beratungsspezialisten Publicis Sapient zeigten in ihrem Vortrag eine Roadmap für die nachhaltige Digitalisierung der Branche auf, die einen geordneten „Modernisierungsturbo“ ermöglichen soll.
Hier schloss dann Prof. Dr. Arnold Weissmann nahtlos an. Er legte den Teilnehmern seine Agenda 2035 ans Herz und definierte, was erfolgreiche Unternehmen morgen können müssen. Unter anderem die Felder digitaler Transformation gilt es zu beherrschen – denn was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert. Hier sei es wichtig, den Menschen ein Grundvertrauen in die Technologien mitzugeben, gleichzeitig aber Werte wie Menschlichkeit hochzuhalten. Denn nur die intelligente Verbindung von Mensch, Technologie und IT sei das zentrale Werkzeug, um die zunehmend komplexeren Strukturen zu beherrschen.
Mit Innovation zu Resilienz und Differenzierung – wie Wettbewerbsvorteile im DIY-Handel neu gestaltet werden: Große Ziele für die Händler der Branche hatte auch Dr. Tim Wirtz von der Kompetenzplattform KI NRW im Gepäck. Kundennähe muss auch digital funktionieren – mit KI, Robotik und datenbasierten Programmen lasse sich dies erzeugen. Beispiele wie lokalisierte Bandenwerbung in Stadien oder ein KI-basiertes Auswahltool zur Neuwagenbestellung – mit solchen Spezifikationen ließen sich Emotionen quasi quantifizieren.
DIY 2025 – Aktuelle Trends, Wettbewerbsdynamik und Bewertung der Anbieter aus Kundensicht. Das hatten Lars Luck und Rolf Pensky von den OC&C Strategy Consultants auf der Agenda. Sie stellten den neuen Einzelhandels-Index – auch bezüglich der Online-Performance vor und identifizierten die schärfsten neuen Wettbewerber für die klassischen Anbieter. Händler müssten in Zeiten multipler Disruptionen doppelt relevant sein – als Marke und im Kaufmoment „Präferiert wird im Kopf, gekauft im Moment“. KI Agenten als Guideline sind deshalb für die DIY-Märkte im Branchenvergleich enorm relevant. Die großen Baumarktketten hätten aber besonders im stationären Einkauf noch viel Potenzial, was den Einsatz neuer Technologien angeht.
Mit Technologie Emotionen auslösen
Grundsätzlicher wurde es dann beim Vortrag von Dr. Andreas Schobert, CTO der Hornbach Baumarkt AG. Seine „Gedankenspiel für einen Beziehungsaufbau zwischen Mensch, Prozess und Technologie“ erzählte er beginnend mit der Entwicklungsgeschichte von Hornbach nach der Grenzöffnung 1989 – von Anfang an habe man die Kunden emotional mitgenommen, z.B. die ikonische Werbung eingesetzt – aber auch schon angefangen, im Webshop die neuen Technologien zu nutzen – auf sehr unterhaltsame Weise berichtete Schobert dann über die ‚wilde Fahrt‘ der Technologieentwicklung bis hin zu den neuesten KI-Tools. An sich trockene Themen wie Robotik, autonome Fahrzeuge etc. ebenso spannend- informativ wie humorig verpackt – das Publikum nahm’s mit Begeisterung… (Redaktion: Ikonische Werbung ist eine Form der Werbung, die nicht nur Produkte verkauft, sondern auch die Kultur und das Konsumverhalten von Generationen prägt. Diese Werbekampagnen sind oft in Erinnerung geblieben, weil sie Kreativität, Emotionen und großartiges Storytelling vereinen. Sie können mehr als nur Produkte verkaufen; sie können Teil unserer Kultur werden.)
„Vom Regal in Herz“ – hatte der bekannte Handelsexperte Prof. Dr. Carsten Kortum seinen Vortrag betitelt. Diese emotionale Bindung soll u.a. durch eine neue Form von Loyalty-Programmen gelingen – diese müssen aber weit mehr können als Bonuspunkte sammeln –vielmehr geht es hier um passende Personalisierung , und die ist laut Kortum die Währung der Zukunft. Die Apps der großen Baumarktbetreiber sind bei den Kunden bekannt – sie nutzen oft die Coupons, sammeln Punkte – fühlen sich aber oftmals zu wenig abgeholt, sondern verwaltet. Im Trend augenblicklich auch Retail Media, das sich ebenso zum Umsatzmotor entwickeln werde – wenn es die Handelsunternehmen verstehen, mit dieser „Markenbühne“ relevante Kundenerlebnisse zu schaffen, beispielsweise mit SmartKarts, den intelligenten Einkaufswagen.
Rententhema könnte Regierung sprengen
Zunächst analysierte RTL-Politikchef Nikolaus Blome in seiner Rolle als einer der prominentesten politischen Beobachter die Performance der Regierung Merz auf den Punkt. Der Kanzler, der aktuell die Komplexität von Regierungsarbeit beschwört, bleibt weit hinter den hochgesteckten Erwartungen nach dem Ampel-Chaos zurück. Schwierige Migrationslage, Roll-Back beim Klimaschutz zugunsten der Wirtschaft, der dies allerdings nicht zum Wachstum gereicht, keine effektive Jobförderung bei drei Mio. Arbeitsplätzen vs. 1,2 Mio. offenen Stellen. Das Thema Rente habe aktuell die größte Sprengkraft – „sie könnte diese Regierung sogar zum Scheitern gebracht haben, wenn wir uns nächstes Jahr hier wiedersehen,“ orakelte Blome und spielte die Szenarien durch, die ein solches Scheitern auslösen würde…
It‘s all about Innovation – da war sich dann auch die abschließende Gesprächsrunde des Tages einig. Und die war hochkarätig besetzt: Moderiert von Dr. Peter Wüst diskutierten RTLPolitikchef Nikolaus Blome, Felix Muxel (Vorstand der Gruppe Nymphenburg Consult AG), Björn Watzlawik (VP Sales Bosch Powertools) und Toom-Baumarkt-CEO Jochen Vogel. Vor allem braucht es Veränderungsbereitschaft auf allen Seiten – allein das sei schon schwierig.
Björn Watzlawik beschrieb den Blick von außen auf die deutsche Wirtschaft – zu viel Angst vor dem Scheitern einzelner Projekte, zu wenig Geschwindigkeit.
Jochen Vogel, Manager mit viel Erfahrung aus dem LEH, vermisst oftmals echte Kundenbindung: „Die Lebensmittler sind derzeit viel näher am Kunden als die DIY-Branche“. Der Druck, aber auch die Lust zur Innovation sei dort weitaus größer – und die Überlegung, die Herausforderungen der aktuellen Phase mit den Bedürfnissen der Kunden zu verknüpfen. „Würden wir denn in zehn Jahren in der jetzigen Aufstellung noch gebraucht?“, fragte er. Die Branche müsse ihre Stärken klar definieren und mit den Kundenbedürfnissen verknüpfen – und natürlich alle Daten nutzen, die man über Kunden bekommen kann. Aber es geht auch um Prozesse. Beispiel Bosch: Der Konzern verändere sich mehr und mehr vom klassischen Hardware- zum Software-Hersteller. Dies erfordere ständige Anpassungen der Produktion wie der Standortpolitik.
Interessante Publikumsfrage an die Runde: Welchen Anteil haben die Medien an der Katastrophenstimmung? Das sah der langjährige Medienprofi Blome sehr differenziert – denn Medien haben nicht vorrangig Unterhaltungs- , sondern Kontrollfunktion über die staatlichen Organe – aber es komme sehr deutlich auf die richtige Mischung an.