Fleisch trifft Pflanze: Zeitenwende in der Proteinversorgung?

von Bernhard Simon

Vor kurzem endete in der Messe Frankfurt nach sechs Messetagen die Internationale Fleischer Fachausstellung (IFFA). Und in der 70-jährigen Geschichte dieser Leitmesse zeichnete sich ein Wandel ab: Neu waren Technologien und Lösungen für pflanzlichen Fleischersatz und alternative Proteine.
Von den rund 860 Ausstellern aus 44 Ländern boten über 200 Aussteller Produkte für die Herstellung von Fleischalternativen an. Darüber hinaus gab es in einem umfangreichen Rahmenprogramm weiterführende Informationen rund um das zukunftsweisende Thema. Neue Partner der IFFA sind zum Beispiel der Bundesverband für alternative Proteinquellen BALPro, das Good Food Institute Europe sowie die Ernährungsorganisation ProVeg.

„In Deutschland ist kultiviertes Fleisch noch nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen und die Frage danach, ob es sich auch hierzulande durchsetzen kann, hängt neben rechtlichen und technischen Herausforderungen stark von der Akzeptanz der Konsumenten ab“, so Fabio Ziemßen, Vorsitzender des BALPro-Vorstands.

Hingegen sind Fleischalternativen auf der Grundlage pflanzlicher Proteinquellen mittlerweile ein fester Bestandteil des Lebensmittel-Sortiments und das mit steigenden Zuwachsraten. So hat sich laut Daten von Euromonitor der Umsatz mit pflanzenbasiertem Fleisch im europäischen Einzelhandel im vergangenen Jahr um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Absolut gesehen, bewegt sich die nachgefragte Menge jedoch noch auf einem insgesamt niedrigen Niveau.

Nichtsdestotrotz ist Westeuropa derzeit der weltweit größte Markt für pflanzenbasierte Lebensmittel. Wer noch nicht bereit ist, seinen Fleischkonsum einzuschränken oder gänzlich auf pflanzliche Proteinquellen umzusteigen, für den bietet die Industrie hybride Fleischprodukte an – etwa Hackfleisch und Bratwurst. Diese beinhalten sowohl Fleisch als auch pflanzliche Zutaten wie Gemüse, Pflanzenproteine, Pilze oder Samen. In Geschmack und Textur sind sie dem gewohnten Produkt ähnlicher als fleischfreie Alternativen. Bei Hybridfleisch lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste, denn die Fleischeinsparung kann recht unterschiedlich sein. (Quelle: Rüdiger Lobitz, bzfe)

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Bernhard Simon – 
Dienstleistungen für die “Grüne Branche”

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