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Einkommensaussichten stützen Konsumklima

GFKErgebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für Juli 2015

Die Stimmung der Verbraucher hat sich im Juli stabilisiert. Das Konsumklima bleibt gegenüber dem Vormonat unverändert. Für August prognostiziert der Gesamtindikator 10,1 Punkte. Die Einkommenserwartung verbessert ihren Rekordwert aus dem Vormonat ein weiteres Mal, während die Konjunkturerwartung deutliche und die Anschaffungsneigung leichte Einbußen hinnehmen müssen.

Das lange und zähe Ringen um eine Lösung der Schuldenkrise in Griechenland hat vorerst eine Pleite des Landes verhindert. Die Konjunkturerwartungen der deutschen Verbraucher beflügelt das jedoch nicht. Vielmehr muss der Indikator zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Auch die Anschaffungsneigung verliert leicht an Wert. Das Niveau ist jedoch nach wie vor sehr hoch. Bei den Einkommensaussichten der Konsumenten spielen vor allem die stabilen inländischen Rahmenbedingungen eine Rolle. Dieser Indikator übertrifft seinen im Vormonat erreichten Höchstwert seit der Wiedervereinigung sogar noch einmal. Er ist damit eine wichtige Stütze des Konsumklimas.

gfk Konsumklima Juli 2015GfK-Indikator Konsumklima (Stand: Juli 2015)

Konjunkturerwartungen verlieren an Boden

Seit nunmehr zwei Monaten verlieren die Konjunkturaussichten der deutschen Verbraucher deutlich an Boden. Im Juli büßt der Indikator 6,5 Zähler ein und sinkt damit auf einen Wert von 18,4 Punkten. Damit hat der Konjunkturindikator binnen zwei Monaten knapp 20 Punkte verloren. Er liegt dennoch klar im positiven Bereich, also über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten. Das bedeutet, die Bürger rechnen weiterhin damit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten wachsen wird – wenngleich nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Wochen angenommen.

Die deutschen Konsumenten gehen offenbar davon aus, dass die mühsam errungene Lösung im Schuldenstreit mit Griechenland negative Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben wird. Möglicherweise dämpfen aber auch die anderen internationale Krisen in der Ukraine und Russland sowie im Nahen und Mittleren Osten die Konjunkturaussichten. Im Gegensatz zu den Verbrauchern sehen die deutschen Unternehmen die wirtschaftlichen Aussichten aktuell wieder etwas optimistischer, wie der Anstieg des ifo-Geschäftsklimas im Juli dieses Jahres beweist.

Einkommenserwartung eilt von Rekord zu Rekord

Während sich der Konjunkturindikator abschwächt, eilt die Einkommenserwartung von Rekord zu Rekord. Der Indikator legt im Juli um 1,4 Punkte zu und weist nun 58,6 Zähler auf. Damit hat er seinen höchsten Wert seit der Wiedervereinigung aus dem Vormonat noch einmal übertroffen.

Die Einkommensaussichten der Deutschen zeigen sich damit völlig unbeeindruckt von internationalen Krisen und den Ereignissen um Griechenland. Darin sehen sie – zumindest vorerst – keinerlei Bedrohung für ihre weitere finanzielle Entwicklung. Offenbar richten sie ihren Blick nach wie vor eher auf die überaus guten inländischen Rahmenbedingungen. Eine niedrige Arbeitslosigkeit mit ständig neuen Beschäftigungsrekorden stärkt den Einkommensoptimismus der Konsumenten. Die gute Beschäftigungssituation gibt zudem Raum für deutliche Lohn- und Gehaltssteigerungen.

Schließlich verbleibt von den guten Einkommenszuwächsen auch real mehr in den Taschen, da die Inflationsrate nach wie vor sehr niedrig ist. Im Juni betrug sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur 0,3 Prozent. Als Folge davon verzeichnet die amtliche Statistik für das erste Quartal dieses Jahres mit +2,5 Prozent die höchsten Reallohnzuwächse seit Beginn dieser Erhebungen im Jahr 2008. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt eine wesentliche Ursache dafür in der Entwicklung der Verbraucherpreise.

Anschaffungsneigung: leichter Rückgang

Die Konsumneigung profitiert von diesen überaus positiven Einkommensaussichten in diesem Monat nicht. Der Indikator verliert zum zweiten Mal in Folge, allerdings lediglich 1,6 Punkte. Aktuell weist er 55,4 Zähler auf. Damit liegt er noch immer leicht über seinem entsprechenden Vorjahresniveau.

Der sinkende Konjunkturoptimismus dürfte ein Grund dafür sein, dass die Konsumlust nicht den Einkommensaussichten gefolgt, sondern geringfügig gesunken ist. Allerdings sollte man nicht außer Acht lassen, dass das Niveau mit rund 55 Punkten nach wie vor ausgesprochen hoch ist. Die Konsumlust der Verbraucher ist ungebrochen. Dies zeigt auch die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. Nach den ersten vorläufigen Zahlen ist ein realer Zuwachs gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres von real 2,4 Prozent zu verzeichnen.

Konsumklima unverändert

Für August 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 10,1 Punkte nach ebenfalls 10,1 Zählern im Juli. Damit zeigt sich das Konsumklima momentan unverändert.

Die aktuelle Entwicklung des Konsumklimas signalisiert zum einen, dass der private Verbrauch in Deutschland auch in diesem Jahr eine wichtige Konjunkturstütze sein wird. Zum anderen zeigt der Indikator aber auch, dass nicht nur die inländischen Rahmenbedingungen eine Rolle spielen. Die internationale Lage, die Krisen in Europa und im Nahen und Mittleren Osten können der Binnenkonjunktur einen Dämpfer versetzen. Vor allem die Euro-Schuldenkrise und die weitere Zukunft Griechenlands spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

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