Die Landgard eG konnte in 2021 ein org. Wachstum von 12% erzielen

von Bernhard Simon

Am 14.06.2022 fand die ordentliche Vertreterversammlung der Landgard eG im Rahmen der IPM Summer Edition statt – erstmals als hybride Veranstaltung. Die Vertreterversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der Erzeugergenossenschaft Landgard. 

Aufgrund des hybriden Formates hatten die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsbetriebe die Wahl, ob sie persönlich oder am PC an der Versammlung teilnehmen wollten. Diejenigen Teilnehmer, die den persönlichen Austausch vorzogen, haben sich – unter Berücksichtigung der gültigen Vorgaben und Corona-Vorsichtsmaßnahmen – am 14. Juni 2022 in den Räumlichkeiten der Messe Essen getroffen. Die online zugeschalteten Vertreter konnten sich per Video, Telefon oder Chat mit Redebeiträgen einbringen. Die erforderlichen Abstimmungen wurden parallel per Handzeichen vor Ort in Essen und über ein in die Videokonferenz integriertes Abstimmungstool in Echtzeit durchgeführt.

Carsten Böning, Vorstand der Landgard eG

Carsten Bönig, Vorstand der Landgard eG, stellte der Vertreterversammlung in einem Rückblick zunächst die Geschäftszahlen für das Jahr 2021 vor. Landgard hat im Jahr 2021 ein deutliches organisches Wachstum um 12 % auf 2,315 Mrd. EUR (Vorjahr 2,069 Mrd. EUR) erzielt. Davon entfielen 1,473 Mrd. EUR auf die Sparte Blumen & Pflanzen und 748 Mio. EUR auf die Sparte Obst & Gemüse. Die sonstigen Unternehmensbereiche trugen mit 93 Mio. EUR zum Gesamtumsatz der Landgard-Gruppe bei. Auch weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. So lag das Ergebnis vor Steuern (EBT) bei 12,5 Mio. EUR und damit um 91,3 % über dem Vorjahr. Parallel dazu stieg das wirtschaftliche Eigenkapital auf 80,4 Mio. EUR.

„Die positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 ist für uns umso erfreulicher, weil die Rahmenbedingungen einmal mehr herausfordernd waren. Neben Corona-bedingten Faktoren wie vorübergehenden Zugangsbeschränkungen bei wichtigen Kundengruppen und weiterhin hohen Kosten für die Umsetzung von umfassenden Hygienekonzepten sind hier auch ungünstige Witterungsverhältnisse in wichtigen Anbaumonaten und Mehrkosten in Bereichen wie Logistik zu nennen. Dass sich Landgard all diesen Faktoren zum Trotz auch 2021 weiter positiv entwickelt hat, zeugt von der Stärke und der Substanz der Erzeugergenossenschaft Landgard“, so Carsten Bönig, Vorstand der Landgard eG.

Abstimmungen und Wahlen

Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung in 2021 wurden die aktuell amtierenden Mitglieder des Vorstands im Rahmen der hybriden Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2021 entlastet. Im Geschäftsjahr 2021 bestand der Vorstand der Landgard eG zunächst aus Dirk Bader, Carsten Bönig und Karl Voges (bis 31.03.2021), der im Jahr zuvor interimistisch als Vorstand für das Geschäftsfeld Obst & Gemüse in den Vorstand der Landgard eG berufen worden war. Mit Wirkung zum 1. April 2021 wurde Robert Sauer als Vorstand für das Geschäftsfeld Obst & Gemüse in den Vorstand der Landgard eG berufen.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Erzeugergenossenschaft entlasteten auch den Aufsichtsrat und stellten den Jahresabschluss der Landgard eG für das Geschäftsjahr 2021 fest. Der Vorschlag zur Gewinnverwendung wurde von der Vertreterversammlung ebenfalls wie vorgestellt beschlossen.

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat der Landgard eG standen zwei turnusgemäße Neuwahlen auf der Tagesordnung. Bert Schmitz und Manfred Rieke sind turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat der Landgard eG ausgeschieden. Beide wurden von den Vertretern wiedergewählt. Darüber hinaus endete mit der Vertreterversammlung die gerichtliche Bestellung von Joachim Voigt zum Mitglied des Aufsichtsrats. Durch die jetzt auf der Vertreterversammlung erfolgte Wahl durch die Vertreter gehört er dem Aufsichtsrat ab sofort als gewähltes Mitglied an.

Nach der bei Landgard im Mai erfolgten Wahl der Arbeitnehmervertreterinnen und Vertreter besteht der Aufsichtsrat der Landgard eG damit aus den Arbeitnehmervertreterin Sonja Brink, Martin Flintrop, Nina Keune, Wolfgang Schubert (Vertreter der leitenden Angestellten), Sylvia Wegelin und Peter Zander sowie den Erzeugern Willi Andree, Manfred Rieke, Bert Schmitz, Dirk Schwichtenberg, Joachim Voigt sowie Erzeugerin Andrea Velmans.

Aufsichtsrat und Vorstand: Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Landgard eG bei der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates nach der Vertreterversammlung. v.l. am Tisch: Dirk Schwichtenberg, Willi Andree, Joachim Voigt, Nina Keune, Martin Flintrop, Hilko Dahlke (ehemaliges Aufsichtsratsmitglied), Carsten Bönig (Vorstand Landgard eG), Wolfgang Schubert, Pia Vellmanns (Assistenz Vorstand Landgard eG), Andrea Velmans, Bert Schmitz, Dirk Bader (Vorstand Landgard eG), Robert Sauer (Vorstand Landgard eG) und Peter Zander. Im Hintergrund digital zugeschaltet: Sylvia Wegelin, Sonja Brink und Manfred Rieke.

Bert Schmitz wurde in der anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates einstimmig erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Landgard eG gewählt. Auch der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Willi Andree wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Als zweiter stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender wurde Peter Zander – ebenfalls einstimmig – neu gewählt.

Überblick über aktuelle Themen

Im Verlauf der Vertreterversammlung informierten der Aufsichtsrat und der Vorstand auch über wichtige Einzelprojekte im vergangenen und aktuelle Entwicklungen im laufenden Geschäftsjahr. 

Kreislauf-Palettensystem TrayC

Gemeinsam mit namhaften Partnern hat Landgard bereits über 1,1 Mio. TrayC-Kreislauf-Paletten in Umlauf gebracht. Dadurch konnten bisher mehr als 800 Tonnen wertvoller Rohstoffe im geschlossenen Wertstoffkreislauf gehalten werden. „Wir haben das klare Ziel, den Einsatz der TrayC-Wasserpaletten gemeinsam mit den Kunden sukzessive weiter auszubauen und das System konsequent weiterzuentwickeln, damit möglichst viele Pflanzen-Transportpaletten in einem geschlossenen Kreislauf gehalten werden“, so Vorstand Dirk Bader.

Landgard erwartet, dass 2022 eine hohe Anzahl gebrauchte Wasserpaletten aus den Cash & Carry-Märkten und von einigen Großkunden zur Recyclingstation in Lüllingen zurückgeführt werden. Dort werden sie sortiert und wertstoffrein an die Weiterverarbeitung übergeben. Die Abnehmer der zu recycelnden, gebrauchten Wasserpaletten aus PS verpflichten sich, aus dem Material wieder Trays zu produzieren. In der Recyclingstation in Lüllingen werden die gut erhaltenen TrayC für den nochmaligen Gebrauch aussortiert.

Mehrwegpalette Floritray

Landgard hat mit der Mehrwegpalette Floritray ein funktionierendes Mehrwegtray entwickelt und treibt den weiteren Ausbau weiter voran. Dazu läuft seit April ein Testlauf mit einem großen Baumarkt-Kunden mit 60.000 Trays. Im Vorfeld wurde 2021 ein Praxistest in fünf Cash & Carry-Märkten mit zwei Floritray-Sorten durchgeführt, für den jeweils knapp 10.000 Stück als Vorserie produziert worden waren. Die Ergebnisse dieses Praxistests und des aktuell laufenden Testlaufs mit einem Baumarkt-Kunden werden weitere Erkenntnisse in Bezug auf die Produkteigenschaften, das operative sowie administrative Handling und vor allem die Akzeptanz durch die Kunden liefern.

Cash & Carry-Filialnetz: Neueröffnung in Linz – umfassende Modernisierung in Chemnitz-Röhrsdorf

Landgard treibt die Expansion und Modernisierung der vom Landgard-Fachhandel betriebenen Cash & Carry-Märkte weiter voran. Zum Ausbau der Aktivitäten in Österreich wurde dazu im September 2021 in Linz im Bundesland Oberösterreich ein Cash & Carry-Markt mit einer Gesamtfläche von über 6.300 Quadratmetern eröffnet. Eine der wichtigsten konzeptionellen Weiterentwicklungen, die in Linz erstmals umgesetzt wurde, ist der Betrieb des Marktes als Kombistandort. Damit verbunden ist die Zusammenführung der Bereiche Pflanzenmarkt, Bloomways, Deko- und Floristikbedarf sowie Gartenbaubedarf ohne räumliche Trennung unter einem Dach. Dadurch werden die Kunden in Linz automatisch alle Bereiche und Sortimente frequentieren. Den Schwerpunkt bildet das riesige Sortiment an Zimmer- und Freilandpflanzen sowie Baumschulware. Bloomways ist genauso integraler Bestandteil des Kombimarkt-Ansatzes wie der Deko & Floristikbedarf von Landgard, der sich in Linz mit vielfältigen Shop-in-Shop-Modulen präsentiert.

Pünktlich zum Start in den Frühling hat Landgard im März 2022 mit der Modernisierung des Cash & Carry-Markts Chemnitz-Röhrsdorf einen weiteren wichtigen Baustein seiner Zukunftsstrategie für die stationären Standorte des Landgard-Fachhandels erfolgreich abgeschlossen. Die umfassenden Arbeiten fanden seit Herbst 2021 schrittweise parallel zum laufenden Betrieb statt. Ein wichtiger Aspekt bei der Modernisierung war die Verbesserung der Energieeffizienz des Standorts. Maßnahmen wie eine Luftschleieranlage, die Modernisierung der Heizungs- und Klimasteuerung, neue Energieschirme und LED-Beleuchtung helfen dabei, den Energiebedarf des Marktes in Zukunft nachhaltig zu senken.

Landlust Kollektion

Zusammen mit dem Premium-Gartenmagazin LANDLUST bringt Landgard mit der neuen LANDLUST KOLLEKTION seit Dezember 2021 die schönsten Seiten des Landlebens in den Handel. Im Rahmen der neuen Lizenzkooperation wird immer pünktlich zur jeweiligen Ausgabe des „LANDLUST“-Magazins in den Landgard Cash & Carry-Märkten, im Garten-Fachhandel und auf der LANDLUST-Seite ein neues saisonales Blumen- und Pflanzensortiment angeboten. Dabei werden auch die Erzeuger ins Rampenlicht gerückt, die hinter dem hochwertigen Sortiment stehen.

Neue Vertriebs- und Sourcing-Struktur bei Obst & Gemüse

Um den aktuellen Marktanforderungen entsprechen zu können, hat Landgard im Bereich Obst & Gemüse eine neue Vertriebs- und Sourcing-Struktur etabliert. „Wir benötigen ein KAM- und Category-Management mit umfassenden Konsumenten- und Category-Kenntnissen sowie Innovationskompetenz und müssen in der Lage sein, Konzepte faktenbasiert zu präsentieren. Nur so können wir auf die jeweiligen Bedürfnisse des Lebensmitteleinzelhandels eingehen und die Anforderungen der Kundschaft erfüllen. Unser wichtigstes Ziel ist es, unseren Handelspartnern komplette Jahresprogramme zu bieten, die das gesamte Produktsortiment aus allen Regionen umfassen. Dazu bündeln wir das Warenangebot aller Niederlassungen und optimieren damit unseren Marktauftritt“, so Vorstand Robert Sauer.

Die neue Vertriebs-Struktur sieht dafür sechs nationale bzw. internationale KAM mit klarer Kundenzuordnung vor. Die sechs KAM arbeiten in den Regionen Nord, Süd, Ost und West mit regionalen Account Managerinnen und Managern bzw. Warenbereichsleitern an verschiedenen Standorten zusammen, die ebenfalls festen Kunden zugeordnet sind.

Neben den Vertriebs-Strukturen wurde auch das nationale und internationale Sourcing von Obst und Gemüse neu aufgestellt und systematisiert. Dazu wurden pro Produktgruppe Category- bzw. Sourcing-Manager benannt, die für das operative Sourcing über fest definierte Partnerunternehmen bzw. Erzeugerbetriebe im In- und Ausland verantwortlich sind.

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Bernhard Simon – 
Dienstleistungen für die “Grüne Branche”

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