„DER GÄRTNER IST IMMER DER MÖRDER“

von Bernhard Simon

Informatikerinnen und Informatiker sind Nerds (Sonderlinge, Streber, Trottel, etc.), die auch in ihrer Freizeit ausschließlich vor dem Computer hocken und Lehrpersonal hat ständig Ferien, obwohl sie nur den halben Tag arbeiten. Es gibt viele Jobklischees, selten entsprechen sie der Wahrheit. Auch Gärtner können ein Lied davon singen. Doch was ist dran an den gängigen Vorstellungen von diesem Beruf?

Moderne Technik statt Strohhut und Gießkanne: Pflanzroboter, automatische Bewässerungsanlagen & Co. nehmen Gärtnerinnen und Gärtnern heute viel Arbeit ab. (Foto: GMH)

Adé Berufsklischee

Zugegeben, dass es sich bei der von Reinhard Mey besungenen Redewendung „Der Gärtner ist immer der Mörder“ im gleichnamigen Lied von 1971 lediglich um ein Klischee aus Groschenromanen und Krimis handelt, die vornehmlich in englischen Herrenhäusern wohlhabender Familien spielen, braucht wohl nicht ernsthaft belegt zu werden. Doch was ist mit anderen Jobklischees wie: Als Gärtner braucht man vor allem starke Muskeln – daher ist der Beruf für Frauen ungeeignet? Oder dass Gärtner „wasserdicht“ – also wetterfest – sein müssen?

Klischee #1: Ein Beruf für Männer

Dank dem Einsatz moderner Technik muss der Gärtnerberuf nicht automatisch schwere körperliche Arbeit bedeuten – das ist aber nur einer der Punkte, warum er für Frauen genauso gut geeignet ist wie für Männer. Statt Muskelkraft sind Interesse an Natur und Pflanzen, gestalterische Fähigkeit sowie Aufgeschlossenheit und Teamfähigkeit gefragt. Doch auch, wenn für das Versetzen eines schweren Pflanzkübels ein Gabelstapler zur Hilfe genommen werden kann, gehört es in vielen Bereichen, in denen Gärtner tätig sind, dazu, viel in Bewegung zu sein. Selbst in der Kundenberatung sind sie ständig auf den Beinen, um beispielsweise ihre Kunden auf dem Gelände der Gärtnerei oder des Gartencenters herumzuführen.

Klischee #2: Mit Strohhut, Schürze und Gießkanne

Das beschreibt wohl eher das klischeehafte Bild vom (Hobby-) Gärtner, der verträumt zwischen seinen Beeten steht und seinen Tomatenpflänzchen gut zuredet, damit diese wachsen. Tatsächlich sollte die Arbeitskleidung von Gärtnern funktional sein, spielt ansonsten aber eine untergeordnete Rolle. Zur Gießkanne greifen sie heute auch eher selten. Vor allem im Gewächshaus und auf dem Feld übernehmen moderne Bewässerungsanlagen diese Aufgabe. Stattdessen trifft man Gärtner häufiger mit Tablet oder Smartphone in der Hand, mit denen sie beispielsweise Pflanzroboter oder automatische Transportanlagen steuern und überwachen.

Klischee #3: Gärtner arbeiten bei jedem Wetter draußen

Sie verbringen viele Stunden an der frischen Luft, nicht nur im Sommer: Das trifft sicherlich auf viele Gärtner zu, zum Beispiel für Baumschul- und Staudengärtner. Schließlich sind die Einsatzorte in diesem Job vielfältig: Obstgärtner sind auf ihren Plantagen unterwegs, Garten- und Landschaftsbauer trifft man häufig auf der Baustelle beim Anlegen eines Gartens und Friedshofsgärtner beim Gestalten von Grabflächen. Doch längst nicht alle Gärtner arbeiten unter freiem Himmel: Gemüse- und Zierpflanzengärtner beispielsweise sind häufig im Gewächshaus tätig. Und wer eine Führungskraft oder sein eigener Chef ist, verbringt außerdem auch Zeit am Schreibtisch, zum Beispiel um sich der Personalplanung oder der Buchhaltung zu widmen.

Nicht von Klischees abschrecken lassen

Wer sich für eine Ausbildung als Gärtner interessiert und mehr über Arbeitsorte und Aufgabenbereiche von Gärtnern erfahren will, findet zahlreiche Infos und Bewerbungstipps unter www.beruf-gaertner.de und www.facebook.com/beruf.gartner

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Bernhard Simon – 
Dienstleistungen für die “Grüne Branche”

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