Die Corona-Krise spitzt sich in Deutschland weiter zu und wird sich in den nächsten Tagen und wahrscheinlich Wochen weiter verschärfen. Das wird auch Auswirkungen auf den Gartenbau in NRW haben.

Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau in NRW. (Foto: Rainer Schimm)
Mehr als ein Drittel aller in Deutschland produzierten Blumen und Pflanzen kommen aus Nordrhein-Westfalen. „Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung der Betriebe wie Kurzarbeitergeld, Stundung der Sozialversicherungsbeiträge sowie Kredite sind im ersten Schritt richtige Entscheidungen und dringend notwendig“, so Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau in NRW.
NRW ist Gartenbauland Nr. 1
In NRW, dem größten Gartenbauland in Deutschland, sind von den Gärtnern für die nächsten Wochen Beet- und Balkonpflanzen für das Frühjahr produziert worden. Die Pflanzen können nicht wie andere Produkte gelagert werden, sondern finden jetzt den Kunden oder müssen eben entsorgt werden. „Hier geht es bei den meisten Gartenbaubetrieben um die Existenz, denn sie müssen in den nächsten acht Wochen das gesamte Jahreseinkommen erwirtschaften“, so Eva Kähler-Theuerkauf.
Engpässe bei Saisonarbeitskräften
Schon jetzt zeichnen sich Engpässe bei der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften ab. Es steht nicht nur die Beet- und Balkonpflanzensaison an, sondern auch die Spargel- und Erdbeerernte. Hier können keine Erntemaschinen eingesetzt werden, sondern es muss alles per Hand vom Feld geholt werden. Hier fordert der Landesverband Gartenbau NRW flexible Arbeitsmöglichkeiten für Saisonkräfte und Aufhebung von Arbeitsverboten.
Grüne Oasen für die Bevölkerung erhalten
Gerade in Krisenzeiten dürfen wir nicht vergessen: Blumen und Pflanzen in unseren Gärten und Balkone sind wichtige Elemente für unser aller Wohlbefinden. Gärten absorbieren Lärm, bieten Raum für Bewegung und stärken so das Immunsystem. Und Menschen erholen sich schneller in einem begrünten Umfeld zu Hause, da sie dazu einen persönlichen Bezug haben. Gerade in einer so nie dagewesenen Krise wie jetzt, in denen die Menschen zu Hause bleiben müssen, ist dies ein nicht zu unterschätzendes Element. „Unter diesen Aspekten ist es meines Erachtens wichtig, einen Weg zu finden, wie, unter Beachtung von präventiven Vorsorgemaßnahmen, der Verkauf von Blumen und Pflanzen weiter ermöglicht werden kann“, so Kähler-Theuerkauf.
Die weitere Ausbreitung des Coronavirus trifft den Gartenbau in den Niederlanden hart, so wurde am vergangenen Freitag, 13. März, mangels Nachfrage zwanzig Prozent des Angebots an Blumen und Pflanzen vernichtet. Heute am Montag, 16.03.2020 war dieser Prozentsatz bei Blumen mit fast 50 Prozent noch viel höher, bei Pflanzen waren es mehr als 30 Prozent. Und das, obwohl das Angebot heute am Montag bereits 25 Prozent niedriger war, als das normalerweise der Fall ist.
Royal FloraHolland bittet Erzeuger um Reduzierung der Liefermengen an Blumen und Pflanzen. (Foto: Versteigerungstribüne in Niederlanden / FloraHolland)

Die Branchenverbände (BHB, HHG, IVG) sind sich der außerordentlichen Dimension der aktuell weltweit auftretenden Corona-Epidemien für das Leben und die Gesundheit der Bürger in den betroffenen Staaten bewusst. Leben und Gesundheit sind die höchsten und schützenwertesten Güter und jedwedes wirtschaftliches Interesse hat sich diesem Schutzgedanken unterzuordnen.
Die Weltleitmesse des Gartenbaus IPM ESSEN und der Bund deutscher Baumschulen – BdB verlängern ihre Partnerschaft bis Ende 2023. Messe-Essen-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt, BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl und BdB-Präsident Helmut Selders trafen sich während der IPM ESSEN 2020 zur Vertragsunterzeichnung.
Fachbesucher profitieren auch zukünftig von einer hohen Präsenz der Baumschulen und einem exzellenten Begleitprogramm in Form von internationalem Netzwerktreffen, Seminar und geführten Rundgängen. Somit stärkt die IPM ESSEN ihre Position als hochkarätige Plattform, auf der Zukunftsfragen im Kontext des Klimawandels und der Nachhaltigkeit diskutiert und Lösungen präsentiert werden.


Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich im Februar uneinheitlich und wenig verändert. Die Konjunkturerwartung legt etwas zu, während Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung leichte Einbußen hinnehmen müssen. Folglich prognostiziert GfK für März 2020 einen Wert von 9,8 Punkten und damit 0,1 Zähler weniger als im Februar dieses Jahres (9,9 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Februar 2020.
Die GaLaBau-Branche hat im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz von 8,93 Mrd. Euro erzielt. Dies geht aus der vom Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) veröffentlichten Jahresstatistik hervor. Demnach konnten die Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus den Jahresumsatz von rund 8,41 Milliarden Euro aus dem Vorjahr um eine knappe halbe Mrd. Euro steigern. Das entspricht einem Umsatzplus von 6,28 Prozent.
Die Umsatzentwicklung in der GaLaBau-Branche seit 2014. Im Jahr 2019 erzielte die Branche einen Jahresumsatz von 8,93 Mrd. Euro (+6,28 %).(Grafik: BGL)
IVG-Medientag 2020 – heute in der Koelnmesse (Foto: IVG)
Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland werden 2020 das elfte Jahr in Folge wachsen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostiziert im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2,5 Prozent. Wachstumstreiber bleibt der Online-Handel. Mittelständische Innenstadthändler geraten zunehmend in Schieflage. 39.000 Handelsstandorte mussten bereits schließen.