Eine Halbjahresbilanz, bei der die fragile Weltwirtschaftslage deutliche Spuren hinterlässt und gleichzeitig Wachstumschancen aufzeigt. Der Blick auf die Sortimente zeigt ein differenziertes Bild: Während Fliesen und Eisenwaren weniger nachgefragt werden, steigt der Bedarf an Saisonware. Auf bereinigter Fläche führt das bei den Bau- und Gartenfachmärkten in Deutschland zu einem Wachstum von +0,3 Prozent. Angesichts rückläufiger Flächen geht der Gesamtumsatz allerdings leicht zurück auf 10,99 Mrd. Euro, das entspricht einem Minus von -0,4 Prozent. In Österreich bleibt der Gesamtumsatz auf dem Vorjahresniveau, in der Schweiz beläuft sich der Rückgang auf -1,4 Prozent.
„Bereits zur Jahreswende konnten wir wieder leicht steigende Umsätze in unseren Betrieben feststellen – eine Entwicklung, die allerdings durch die Auswirkungen der Iran-Krise und die folgenden Preissteigerungen gedämpft wurde. Dass es im zweiten Quartal deutlich besser lief (allein im Juni gab es in Deutschland ein Umsatzplus von +5,8%) ist u.a. auf die frühen Hitzeperioden zurückzuführen, bei denen sich Kundinnen und Kunden mit entsprechenden Sortimenten wie Klimageräten und Ventilatoren, aber auch mit Bewässerungseinrichtungen etc. für den Garten eingedeckt haben. Dies sind natürlich saisonale Bedarfsspitzen – unsere Branche braucht, wie der gesamte Handel, verlässliche Rahmenbedingungen in der Welt- wie auch der heimischen Wirtschaft, um wieder dauerhaft stabiles Wachstum zu generieren“, betont Peter Abraham, Vorstandssprecher des BHB.
Ein Blick auf die Sortimente
Der Blick in die Sortimente verdeutlicht die Lage konkret: Auch im ersten Halbjahr 2026 verlieren klassische Baumarktsortimente inmitten der anhaltenden Kaufzurückhaltung nochmals etwas Boden, obwohl die teils deutlichen Umsatzrückgänge des Vorjahres glücklicherweise nicht erreicht werden. Am spürbarsten verlieren Fliesen (-8,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), gefolgt von Gartenmöbeln (-7,0%) und Eisenwaren/Sicherungstechnik (-6,8%). Erfreulicherweise gibt es im ersten Halbjahr aber wieder etliche Sortimente, die ins Plus drehen. Einen echten „Ausreißer“ nach oben bildet das Segment Technik/ Büro/Unterhaltung mit einem Plus von 29,0 Prozent. Zur Erklärung: Hier finden sich bei den meisten Unternehmen Klimageräte und Ventilatoren, die bei den frühen Hitzeperioden im Juni zuletzt die Umsätze deutlich steigen ließen. Auch das Segment Freizeit/ Saisonwaren (mit Pools, Planschbecken, Strandzubehör etc.) kletterte deshalb um deutliche +6,9 Prozent. Ebenfalls stark: Waren aus dem Segment Automotive (+6,8 Prozent).
Österreich und Schweiz: Ventilatoren gewinnen
Ähnliche Entwicklung in Österreich: Auch hier springt der Umsatz des Sortiments Technik/Büro/Unterhaltung um respektable 18,6 Prozent nach oben, gefolgt von Automotive (+9,4%) und Gartengeräte/Be- und Entwässerung (+8,2%).
Größere Rückgänge verzeichnen Elektro (-6,8%), Fliesen (-6,7%) und Gartenmöbel (-6,0%).
In der Schweiz ergeben sich teils unterschiedliche Tendenzen: Auch hier sind es die
Ventilatoren etc. im Segment Technik/Büro/Unterhaltung, die mit einem Plus von
+19,9 Prozent den Umsatz treiben. Dahinter folgen mit weitem Abstand (+4,6%) die
Bauelemente vor Bauchemie/Baumaterial (+2,2%). Umsatz verloren hat das Segment
Wohnen/Dekoration (-14,4%), Freizeit/Saisonwaren (-11.9%) und Gartenmöbel (-11,9).