Muttertag 2022: Blumengroßhandel sehr zufrieden

von Bernhard Simon

Das Rekordergebnis des letzten Jahres konnten die Blumengroßhändler an diesem Muttertag nicht noch einmal toppen, aber dennoch zeigten sich alle Interviewpartner in der Blitzumfrage des Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Noch besser“, „in etwa gleich“ oder „nah dran“ beschrieben die Blumengroßhändler Ihre Umsätze im Vergleich zum letzten Jahr. Auf jeden Fall sei man klar über „Vor-Corona-Niveau“.

Großblumige Rosen in Pastell, Rosa und Pink waren zum Muttertag besonders gefragt, bevorzugt aus heimischem Anbau. (Foto: BGI)

Sehr breites Angebotssortiment

Auf der einen Seite sorgte ein höheres Preisniveau für gute Umsätze, dennoch war die Ware bis auf einige Ausnahmen, wie beispielsweise Schleierkraut oder deutsche Rosen in Pink und Rosa, etwas günstiger im Einkauf als 2021. Eine ganze Reihe von Großhändlern konnten ein insgesamt breiteres Sortiment anbieten. Durch das warme, lichtreiche Frühjahr standen auch Produkte wie Wicken, Spirea, Levkojen und Pfingstrosen in guter Qualität zur Verfügung. Die Kunden aus dem Facheinzelhandel kauften in der Muttertagswoche noch recht verhalten, erst am Wochenende und sogar am Sonntagmorgen wurde noch viel Ware für den Muttertag eingekauft. Seit Anfang Mai hatten viele Blumengeschäfte in den sozialen Medien ihre Kunden zum Vorbestellen aufgefordert, dies wurde von vielen, vor allem jüngeren Kunden laut Aussagen der Floristen offensichtlich gern angenommen. Doch wie immer war der Ansturm am Wochenende wieder besonders groß.

Fachhandel kaufte spät ein

„Unsere Kunden beobachten ihre Vorbestellungen und schätzen dann erst die benötigte Menge ein“ so ein Großhändler. „Die Sorge sich zu verkalkulieren hat mit den höheren Preisen zugenommen.“ Die extreme Fokussierung des Absatzes auf diesen kurzen Zeitraum bedeutet für die Großhändler einen enormen Druck für Personal und Logistik. „Wir sind da am Limit“, beschreibt ein Großhändler seine Situation der letzten Tage. Gut verkauft wurde die gesamte Palette der Frühlingsblumen für gemischte Sträuße und Rosen in allen Farben, vor allem aber in Pastelltönen. Blühende Pflanzen waren als Muttertagsgeschenk ebenfalls gefragt. Auch das Nachverkaufsgeschäft am Montag und Dienstag lief bei gemäßigten Preisen sehr gut.

Wertschätzung familiärer Beziehungen ist gefestigt

Die Befürchtungen, dass Inflation und gesunkene Kaufkraft oder die politische Krisenstimmung sich negativ auf den Blumenabsatz auswirken, wurden nicht bestätigt. „Der Muttertag ist für die Beschenkten, aber auch für die Schenkenden ein hoch emotionaler Tag“, so Andrea Kirchhoff, PR-Managerin des BGI. „Verbunden mit der während der Pandemiezeit gestiegenen Wertschätzung familiärer Beziehungen, der Frühlingszeit, dem bundesweit guten Wetter und der positiven Ausstrahlung von Blumen und Pflanzen, werden diese als besonders passendes, natürliches Geschenk für nahestehende Personen erlebt.“ 

Sehr gute Chancen für Produkte mit Mehrwert

Als Ausdruck der Dankbarkeit und Freude haben Blumen am Muttertag auch perspektivisch einen besonderen Stellenwert, ist Kirchhoff überzeugt. Es zeigt sich, dass der Blumenhandel in der Corona-Zeit durch Phänomene wie Home-Office statt Büroarbeitsplatz und Staycation statt Ferienreise neue Kundengruppen für sich gewinnen konnte. Auch zukünftig bieten sich viele Anknüpfungspunkte auf die man im Blumenhandel eingehen kann: „Blumen und Pflanzen sind in der Wahrnehmung positiv besetzt, darüber hinaus bieten bereits aktuell Produkte, die für Regionalität, Natürlichkeit, Fairtrade oder eine gute Klimabilanz stehen, einen zusätzlichen Mehrwert, der weiter schnell an Bedeutung gewinnen wird. Hier bieten sich zusätzliche Anreize für ein besonderes Produktangebot, mit dem man Verkaufsimpulse setzen kann. So bleiben auch traditionelle Blumentage, wie der Muttertag, für junge, gut informierte und moderne KonsumentInnen, die nachhaltig leben wollen, ein willkommener Anlass für ein Blumengeschenk.“

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Bernhard Simon – 
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