Pflanzen sind die Basis für klimagerechte und lebenswerte Städte

von Bernhard Simon

Am 22. Juni trafen sich die Mitglieder der Fachabteilung Lebendes Grün des Industrieverband Garten (IVG) e.V. zum Workshop „Nachhaltigkeit Pflanze“ in Köln. Im Fokus der Veranstaltung stand die Frage, was Pflanzen Positives zur Klimawandelanpassung in Städten beitragen und wie Unternehmen aus der Branche ihren eigenen CO2-Fußabdruck messen beziehungsweise beeinflussen können.

Die Teilnehmer des Workshops und die vortragenden Experten waren sich im Ergebnis einig, dass der grünen Infrastruktur und damit auch den pflanzenproduzierenden Unternehmen eine bedeutende Rolle zukommt. Wunsch der Firmen ist es, die benötigte Unterstützung und Anerkennung zu erhalten, um auch in Zukunft in Deutschland produzieren zu können. Zudem sind die Unternehmen bereit ihren Teil beizutragen, die firmeninterne CO2-Bilanz zu bemessen und darstellen zu lassen.

Lebendes Grün beeinflusst die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung positiv, es verbessert das Wohnumfeld und wertet Quartiere auf .( Foto: Peter Habereder / pixelio.de)

 

Grüne und blaue Infrastrukturen sind zentral für die Klimawandelanpassung, denn sie regulieren die Temperatur und beugen Überflutungen vor. Auch dienen sie als Lebensräume für Tiere und Pflanzen und helfen so der Biodiversität in den urbanen Räumen. Diese Multifunktionalität ist essenziell für nachhaltig gestaltete und damit lebenswerte und zukunftsfähige Städte und Regionen in Deutschland und Europa.

In diesem Zusammenhang kommt gerade den hiesigen Baumschulen und Gartenbaubetrieben eine große Systemrelevanz zu. Denn mit ihrer täglichen Arbeit produzieren sie lebende Pflanzen, welche die Grundlage für grüne, dem Klimawandel angepasste Städte bilden. „Pflanzen in der Stadt sind nicht nur eine schöne Dekoration, sondern in erster Linie notwendig für lebenswerte Städte und Gemeinden“, erklärt Philip Testroet, Referent Gartenbau und Umwelt beim IVG.

Kommunen, Planer und Investoren haben bei der Konzeption nachhaltiger Städte eine große Verantwortung. Aber auch jede Gartenbesitzerin und jeder Gartenbesitzer kann bei der Gestaltung des eigenen Grundstücks mithelfen. Wenn es irgendwie möglich ist, sollten Schottergärten – sogenannte Gärten des Grauens – vermieden werden. Dach- und Fassadenbegrünungen können auch für Privathäuser interessant sein, wenn es zum Beispiel um die Reduzierung der Niederschlagswassergebühren geht oder darum das Mikroklima rund um das Gebäude zu verbessern. „In diesem Zusammenhang möchten wir dafür sensibilisieren, dass Pflanzen in der Stadt als echter Mehrwert und notwendige Investition in die Zukunft betrachtet werden“, sagt Testroet. „Die produzierenden Betriebe sollten von der Politik keine Steine in den Weg gelegt bekommen, zum Beispiel in Bezug auf die Erweiterung der Produktionsflächen“, so Testroet. Außerdem müssten die Betriebe mit explodierenden Produktionskosten umgehen und es sei an der Zeit zu überlegen, wie die gesellschaftliche Bedeutung honoriert werden kann.

Hintergrund: Die Fachabteilung „Lebendes Grün“ (LG) ist seit ihrer Gründung ein fester Bestandteil des Verbandes und eine wichtige Plattform für führende Hersteller von Pflanzen und Saatgut. Die Mitgliedsunternehmen in dieser Fachabteilung sind Hersteller mit innovativen Sortimenten, die ihre Produkte als Marke vertreiben oder innovative Neuzüchtungen mit einem speziellen Zu-satznutzen entwickeln.

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Bernhard Simon – 
Dienstleistungen für die “Grüne Branche”

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