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BGI: Vom Präsidial- zum Team-System

BGI wählt neues Vorstandsteam mit neuer Geschäftsordnung

Am Samstag, dem 11 September, trafen sich die Mitglieder des Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) zur jährlichen Mitgliederversammlung. Nach der pandemiebedingten Absage der Mitgliederversammlung im Vorjahr, hatte der BGI zur Präsenzveranstaltung in das Congress Center der Messe Essen eingeladen, die unter Berücksichtigung der 3G-Regeln reibungslos stattfinden konnte.

Modernisierung der Verbandsstruktur

Im Mittelpunkt der Versammlung standen die Vorstandswahlen des Verbandes. Um den weiter steigenden Anforderungen im Hinblick auf eine engagierte Netzwerk-, Kooperations- und Kommunikationsarbeit gerecht werden zu können, will sich der BGI neue moderne Strukturen geben.

In den vergangenen 12 Jahren hat der Verband Hierachien gestrafft, Landesverbände und Landesvorsitzende abgeschafft und Entscheidungen aus Delegiertenversammlungen in eine Mitgliederversammlung verlagert. Außerdem hat sich der BGI für weitere Produktgruppen wie die Topfpflanzengroßhändler geöffnet, Arbeitsgruppen eingerichtet und sich noch stärker international vernetzt. Diese Entwicklung hat die Ansprüche an das ehrenamtliche Engagement des Vorstandes deutlich erhöht.

Vom Präsidial- zum Teamsystem

Norbert Engler, BGI Vorstandsvorsitzender von 2016 bis 2021 dazu: „Das Amt des Verbandspräsidenten erfordert einen hohen Zeitaufwand, der vor allem jüngere Unternehmer daran hindert, sich ehrenamtlich in einem solchen Umfang zu engagieren. Darüber hinaus möchten sich viele Mitglieder gerne projektbezogen und zeitlich begrenzt für den Verband und seine Mitglieder einsetzen. Um gut auf die Zukunft vorbereitet zu sein, ist Modernisierung jetzt das Gebot der Stunde. Der BGI-Vorstand will sich daher neu konstituieren: Vom Präsidialsystem zum Teamsystem.“

Neue Struktur stärkt individuelle Kompetenzen

Grundlage der Verantwortlichkeiten und Aufgaben schreibt eine Geschäftsordnung fest, die sich die Vorstandsmitglieder gegeben haben. Alles ist auf verstärkte Teamarbeit und die Nutzung moderner Kommunikationsmittel für einen erhöhten Koordinationsbedarf ausgerichtet. Das neue System soll Hierachien abbauen, Aufgaben auf mehr Schultern verteilen, individuelle Kompetenzen besser nutzen und den Vorstand als Team und die Mitglieder als Gemeinschaft stärken. Die Mitgliederversammlung stimmte den für die Umstrukturierung notwendigen Satzungsänderungen in allen Punkten einstimmig zu. So konnte die anschließende Vorstandswahl bereits nach geänderter Satzung durchgeführt werden.

Die Mitgliederversammlung wählte in den Vorstand des BGI e.V.: Norbert Engler (EPS GmbH. Kevelar), Christian Müller (mvb plants worldwide – Marktverband Bremen GmbH), Anja Schneider (Nordflor Blumenhandel GmbH & Co. KG) und Christian Willeke (Willke Blumen Gmbh & Co. KG, Büren) sowie Peter Weber (FleuraMetz, Saarwellingen) als Schatzmeister. Der Vorstand berief darüber hinaus Frank Zeiler als geschäftsführenden Vorstand und nahm Thomas Berthold (Fleura Metz Deutschland) als kooptiertes Mitglied auf.

Das neu gewählte Vorstandsteam des BGI (v.l.n.r.) nach der ersten konstituierenden Sitzung: Christian Müller (mvb plants worldwide – Marktverband Bremen GmbH), Norbert Engler (EPS GmbH. Kevelar), Schatzmeister Peter Weber (FleuraMetz, Saarwellingen) Anja Schneider (Nordflor Blumenhandel GmbH & Co. KG), Thomas Berthold (Fleura Metz Deutschland) als kooptiertes Mitglied, Frank Zeiler (geschäftsführender Vorstand) und Christian Willeke (Willke Blumen Gmbh & Co. KG, Büren). Foto: BGI

„Die Krise ist die Zeit der Verbände“

BGI-Geschäftsführer Frank Zeiler berichtete den Mitgliedern von der Arbeit des Verbandes in den zurückliegenden 19 Monaten: „Man sagt, die Krise ist die Zeit der Verbände. Ich möchte ergänzen, die Krise ist die Zeit der Verbände, der Netzwerke und der Kollegialität.“ Zeiler berichtete vom intensiven Austausch zwischen den grünen Branchenverbände und der Dachverbände des Großhandels auf Landes- und auf Bundesebene. Als „Allianz der grünen Verbände“ mit einer Stimme zu sprechen, habe die Position gegenüber der Politik deutlich gestärkt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit durch den BGI und dessen Präsidenten Norbert Engler sei es außerdem gelungen in der breiten Öffentlichkeit über dpa, FAZ, Handelsblatt bis zu Online Portalen wie Focus und Spiegel Online ein positives Bild der Branche und ihrer Produkte zu zeichnen und dazu beizutragen, das Bild zu festigen, dass Blumen und Pflanzen nicht auf den Kompost, sondern in die Wohnzimmer und Gärten der Menschen im Lockdown gehören, so Frank Zeiler.

Intensivierung der Kommunikation in der Pandemie

Der Informationsaustausch innerhalb des Verbandes hatte großen Stellenwert, regelmäßige Telefon- und Videokonferenzen unzählige Mails und WhatsApps an die Mitglieder waren wegen der föderal unterschiedlichen Verordnungen, Gesetze und Regularien an der Tagesordnung. Auch die Beantragung der vom Blumenbüro Holland durchgeführten europäischen Kampagne „Fülle den Abstand mit Blumen“ wurde vom Internationalen Dachverband des Blumengroßhandels Union Fleurs in Zusammenarbeit mit dem BGI organisiert. Der mittelständische Großhandel habe die Lieferketten in Krisenzeiten aufrechterhalten, regionale Verankerung, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, die Stärken des deutschen Blumengroßhandels, hätten sich bewährt, betonte der BGI Geschäftsführer.

Nachhaltigkeitsthemen ganz oben auf der Agenda

Neben dem Krisenmanagement wurde auch das „übliche Geschäft“ des Verbandes aufrechterhalten, berichtete Frank Zeiler. Mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung wurde ein Arbeitskreis zum Thema Nachhaltigkeit und Importe von Schnittblumen als thematische Fortsetzung des letzten BGI-Verbandstages in Köln durchgeführt. Dessen Arbeit wird im Hinblick auf das neue Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz noch mehr an Bedeutung gewinnen. Außerdem ist der BGI Mitinitiator der Brancheninitiative für die Einführung eines Mehrwegsystems für Wasserpaletten, an der inzwischen von Hornbach über Rewe die Kunststoffindustrie, weitere Verbände, Landgard, Royal FloraHolland und auch Branchenplayer aus Dänemark und den Niederlanden beteiligt sind.

In Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen sieht Zeiler Herausforderungen auf den Großhandel zukommen: „Die Gesellschaft ist im Umbruch und der Blumen- und Pflanzengroßhandel ist davon genauso betroffen wie viele andere Lebensbereiche. In der Pandemie haben wir gelernt: Der Mensch braucht Blumen und Pflanzen, sie trösten, machen glücklich und helfen über triste Zeiten hinweg. Aber die Produkte der grünen Branche werden mehr und mehr auch kritisch betrachtet.“ NGOs und Konsumenten hinterfragen Herkünfte, die Notwendigkeit von Verpackungen, die CO2-Bilanzen der Betriebe und der gesamten Wertschöpfungskette. Auch Bestrebungen zur Re-Nationalisierung der Produktion, die besonders den Handel mit Schnittblumen betreffen, müssen als ein Thema im Auge behalten werden, das durchaus Dynamik entwickeln könnte, stellte der BGI-Geschäftsführer heraus: „Wir müssen noch bessere Antworten geben, besonders der jungen Generation. Darin liegt aber auch eine Riesenchance.“

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