Bernhard Simon
Silke Schumacher hat am 1. November 2025 die Nachfolge von Heinz-Jürgen Füssl, der nach über 50 Jahren in den Ruhestand geht, angetreten. Als Bereichsleiterin Zoo wird sie vor allem das Produktsortiment der Eigenmarken vorantreiben und die Omni-Channel-Aktivitäten für den Heimtierbedarf der Dehner Garten-Center-Gruppe weiter ausbauen.

Silke Schumacher (Foto: Dehner)
„Mit Leidenschaft für Kundenerlebnisse und einem klaren Fokus auf Wachstum möchte ich gemeinsam mit dem Dehner Team den Heimtier-Bereich über alle Kanäle hinweg weiterentwickeln – für ein Einkaufserlebnis, das begeistert und verbindet“, so Silke Schumacher. „Ich freue mich darauf, meine Erfahrung einzubringen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort etwas zu bewegen.“
Silke Schumacher war in den vergangenen 13 Jahren bei der Fressnapf-Gruppe in verschiedenen Führungspositionen tätig – unter anderem im internationalen Category Management, Product Management und Brand Management. Dort verantwortete sie maßgeblich den erfolgreichen Ausbau der Eigenmarken und trieb die Internationalisierung des Produktportfolios voran. Zuvor sammelte sie umfassende Erfahrung in Category Management, Marketing und Vertrieb in der klassischen Markenartikelindustrie.
Marken, Content Creator und die grüne Branche treffen sich auf Augenhöhe: Mit „Green Vibes“ startet die IPM ESSEN am Donnerstag der Messewoche erstmals ein ganztägiges Event, das Aussteller und digitale Storyteller praxisnah, unkompliziert und inspirierend zusammenbringt. Entwickelt in Zusammenarbeit mit der Landgard-Initiative „1000 gute Gründe“ und dem Zentralverband Gartenbau (ZVG), kuratiert die Agentur Prachtstern das Programm. Die nächste Weltleitmesse des Gartenbaus findet vom 27. bis 30. Januar 2026 in der Messe Essen statt.

(Foto: Messe Essen)
„Wir erleben gerade, dass Creator Relations im Gartenbau eine zunehmend wichtige Rolle spielen, um neue Zielgruppen anzusprechen. ‚Green Vibes‘ soll den Einstieg erleichtern und kreative Partnerschaften fördern“, erklärt Andrea Hölker, Projektleiterin der IPM ESSEN, und ergänzt: „Wir wollen zeigen, dass sich die grüne Branche authentisch und ideenreich im digitalen Raum positionieren kann.“
„Green Vibes“ steht für intensiven Austausch, spannende Innovationen und exklusive Content-Produktion. Die Creator haben einen fachlichen Bezug zur Branche und verfügen über eine starke Reichweite. Auf der Messe erhalten sie tiefe Einblicke in den internationalen Gartenbau, neue Produkte und Trends. Nicht nur ein Lunch auf der Ordertage Frühjahrsedition der Erzeugergenossenschaft Landgard steht an, sondern auch ein Besuch des ZVG-Standes, an dem die Pflanzenneuheiten der IPM ESSEN 2026 präsentiert werden. Ebenso haben die Teilnehmer ausreichend Gelegenheit, die Weltleitmesse selbst zu erkunden und Inhalte zu produzieren, bevor der Tag bei der Landgard Flower Hour ausklingt.
Speed-Dating für Kooperationen
Highlight des Tages ist das „Green Match“, ein Speed-Dating-Format zwischen ausgewählten Creatorn und teilnehmenden Ausstellern. In zehnminütigen Gesprächen lernen sich beide Seiten kennen, um mögliche Kooperationen oder gemeinsame Projekte auszuloten. Die Zuordnung erfolgt nach thematischen Interessen – etwa Floristik, Pflanzen oder Technik. „Viele Aussteller möchten gerne mit Content Creatorn zusammenarbeiten, wissen aber nicht, wen sie ansprechen sollen – und umgekehrt. Genau hier setzen wir mit dem Speed-Dating an“, sagt Friederike Füller, Geschäftsführerin der begleitenden Agentur Prachtstern.
Hoher Mehrwert für Aussteller
Ausstellende Unternehmen der IPM ESSEN 2026, die am Speed-Dating „Green Match“ teilnehmen, profitieren von gezielter Markenintegration, aufmerksamkeitsstarker Kommunikation und direktem Zugang zu einer handverlesenen Gruppe von Content Creatorn aus dem Garten-, Pflanzen- und Lifestyle-Umfeld.
Der Anteil der Einnahmen aus Kassenabrechnung der Arztpraxen in Deutschland ist im Jahr 2023 auf 67,0 % gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit der erstmaligen Veröffentlichung gesamtdeutscher Ergebnisse im Berichtsjahr 2000. In den vergangenen Jahren war bei Arztpraxen ein Trend hin zu geringeren Einnahmenanteilen aus Kassenabrechnung zu verzeichnen, während die Einnahmen aus Privatabrechnung anteilig stiegen. Im Jahr 2022 hatten Arztpraxen im Durchschnitt noch 71,1 % ihrer Einnahmen aus Kassenabrechnung erwirtschaftet und 71,7 % im Jahr 2021.
Ein Hauch von Weihnachten liegt über den Gewächshäusern in Issum. Thomas Viehweg produziert hier rund 400.000 Christrosen pro Jahr. Die haben im Advent Hochsaison. Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat sich vor Ort ein Bild von dem Betrieb gemacht. Der steht beispielhaft für die regionale Erzeugung weihnachtlicher Pflanzen in Nordrhein-Westfalen.

Christrosen vom Herzen des Niederrheins: Der politische Besuch informierte sich über die regionale Produktion der winterlichen Kulturen im Kreis Kleve (Foto: Landesverband Gartenbau NRW)
Weihnachtsfreude aus Gärtnerhand
Christrosen gehören zu den beliebtesten winterlichen Blühpflanzen und sind ein fest verankerter Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit. Ihre Produktion sorgt für ein nachhaltiges Angebot in den Gartencentern und im Handel. „Weihnachtsstimmung wächst nicht nur bei Weihnachtsbaumkulturen. Sie entsteht auch hier im Gewächshaus – bei Christrosen, die mit viel Sorgfalt und Erfahrung produziert werden“, sagte Verbandspräsidentin Kähler-Theuerkauf.
Der Besuch von Silke Gorißen unterstreicht die Rolle des Gartenbaus als wirtschaftlich bedeutende und kulturell verankerte Branche. „Mit dem Kauf regional erzeugter Christrosen, bei uns angebauter Weihnachtsbäume oder anderer schöner Produkte des Gartenbaus unterstützen wir unsere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Hier in Issum sehen wir beispielhaft viel von dem, was den Gartenbau in Nordrhein-Westfalen ausmacht: Leidenschaft, Innovationskraft, qualitativ hochwertige Arbeit und eine tiefe Verbundenheit mit der Region“, so die Ministerin.
Betriebsinhaber Thomas Viehweg ergänzte: „Wir freuen uns, dass unsere Christrosen in vielen Wohnungen, Häusern und Geschäften die Adventszeit verschönern. Für uns als Familie ist es etwas Besonderes, mit unserer Arbeit ein Stück Weihnachtsfreude weiterzugeben.“
Familienbetrieb in fünfter Generation: Die Zukunft ist gesichert
Und das macht die Familie von Thomas Viehweg schon seit Jahrzehnten: Im letzten Jahr trat mit seinem Sohn Lukas bereits die fünfte Generation in den Betrieb ein. Für den Gärtnermeister ist dieser Schritt wichtig: „Wir sind stolz darauf, dass Lukas Verantwortung übernimmt und den Betrieb weiterführt. Unsere Geschichte reicht bald 90 Jahre zurück – und wir haben noch viel vor“, erklärte Thomas Viehweg. „Mit den Plantile-Dachmodulen haben wir ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen – für Klimaanpassung und Natur“, so der Betriebsinhaber.
Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen
Damit steht der Fortführung und Weiterentwicklung des Unternehmens nichts im Weg – vorausgesetzt die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Auch deshalb war es Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf wichtig, die Ministerin in den Betrieb einzuladen. Ihr Verband bündelt die Interessen von rund 1.500 Gartenbaubetrieben in Nordrhein-Westfalen. „Unsere Familienbetriebe gestalten den ländlichen Raum genauso wie die Großstädte in NRW. Sie versorgen uns mit regionalem Gemüse, leisten Klimaanpassung und schaffen Wohlbefinden das ganze Jahr über – so wie jetzt zur Weihnachtszeit mit den Christrosen aus dem Betrieb Viehweg. Die Zukunft des Gartenbaus liegt auch im politischen Interesse. Um weiterhin regional produzieren, ausbilden und investieren zu können, benötigen unsere Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen, einfache Förderzugänge, Planungssicherheit und endlich den versprochenen Bürokratieabbau, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Ich danke der Ministerin und ihrem Haus für die Unterstützung des Gartenbaus.“
Gartenbau als wirtschaftlicher Motor am Niederrhein
Die Gärtnerei Viehweg gehört zu den mittelständischen Familienbetrieben, die den Gartenbau am Niederrhein und in Nordrhein-Westfalen prägen. Moderne Gewächshäuser, digital gesteuerte Bewässerung, effiziente Energienutzung und automatisierte Prozesse zeigen, wie sich der Gartenbau weiterentwickelt. Traditionelles Gärtnerwissen und technische Entwicklung greifen ineinander.
Der Einblick in den Betrieb zeigte auch, wie der Gartenbau in NRW arbeitet und welche Bedeutung die Branche entlang der gesamten Produktionskette hat. Ministerin Gorißen: „Gerade hier im Kreis Kleve sieht man, wie vielfältig der Gartenbau ist. Diese Stärke bedeutet viel: regionale Wertschöpfung, gute regionale Versorgung mit Obst und Gemüse und viele attraktive Arbeitsplätze. Deshalb arbeiten wir als Landesregierung konsequent daran, den Gartenbau zu unterstützen – mit gezielten Förderprogrammen, Investitionen in Forschung und Innovation und einer starken Stimme für unsere Betriebe in Berlin und Brüssel.“
Das unterstrich auch die Kempenerin und Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW, Eva Kähler-Theuerkauf: „Nordrhein-Westfalen ist Gartenbauland Nummer 1 in Deutschland. Hier am Niederrhein haben wir die höchste Konzentration von Zierpflanzenbetrieben in ganz Deutschland. Familienbetriebe wie die Gärtnerei Viehweg sichern regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Innovationskraft – und sie tun das mit viel Leidenschaft und technischer Kompetenz.“
Über die Gärtnerei Viehweg:
Die Gärtnerei Viehweg produziert auf rund 15 Hektar Gewächshaus- und Freilandfläche jährlich rund 3,5 Millionen Topfpflanzen, darunter Stauden, Beet- und Balkonpflanzen, Herbstsortimente sowie ein breites Angebot an Christrosen. Der Betrieb mit rund 40 Mitarbeitenden beliefert Kunden in NRW, den Niederlanden, Belgien und Süddeutschland. Seit 2021 gehören auch die Plantile-Dachbegrünungssysteme zur Produktpalette.
www.viehweg.info| www.plantile.de
Wenn Mode und Natur aufeinandertreffen, entstehen ganz besondere Stilmomente: Mit der Kooperation mit dem Modelabel LeGer by Lena Gercke rückt das Team von „1000 gute Gründe“ in dieser Wintersaison Blumen und Pflanzen in ein neues, trendbewusstes Licht.
Lena Gercke (Foto: 1000 gute Gründe)
Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung soll der Einsatz von Torf im Garten- und Landschaftsbau in den kommenden Jahren deutlich verringert werden. Der Torfanteil der in Deutschland abgesetzten Blumenerden und Kultursubstrate im Jahr 2024 ist stark gesunken: So waren von den insgesamt 4,6 Millionen Kubikmetern Blumenerde für Hobbygärten zwar mehr als drei Viertel (77 %) torfhaltig, womit sich dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr kaum veränderte (2023: 78 % von 4,5 Millionen Kubikmetern). Allerdings bestanden diese Blumenerden im Jahr 2024 durchschnittlich nur noch zu 38 % aus Torf.
Im Jahr 2023 hatte der Torfanteil mit 47 % deutlich höher gelegen. Insgesamt wurden den Blumenerden im Jahr 2024 rund 1,4 Millionen Kubikmeter Schwarz- und Weißtorf beigemischt. Damit ging die eingesetzte Torfmenge im Vorjahresvergleich um 18,4 % zurück (2023: 1,7 Millionen Kubikmeter).
Torfanteil sinkt bei torfhaltigen Kultursubstraten von 72 % auf 63 %
Auch bei den im gewerblichen Garten- und Landschaftsbau eingesetzten Kultursubstraten, zu denen auch Deckerden für den Pilzanbau zählen, ging der Torfeinsatz im Jahr 2024 zurück – wenn auch weniger stark und ausgehend von einem höheren Niveau als bei den für den privaten Gebrauch bestimmten Blumenerden. Von den insgesamt 2,6 Millionen Kubikmetern in Deutschland in den Verkehr gebrachten Kultursubstraten waren 84 % (2,2 Millionen Kubikmeter) torfhaltig, dieser Anteil erhöhte sich sogar gegenüber dem Vorjahr (2023: 80 % von 2,6 Millionen Kubikmetern). Die torfhaltigen Produkte hatten jedoch 2024 nur noch einen durchschnittlichen Torfanteil von 63 %, nachdem er 2023 noch bei 72 % gelegen hatte. Damit enthielten die im Jahr 2024 abgesetzten Kultursubstrate insgesamt 1,4 Millionen Kubikmeter Torf, das waren 5,4 % weniger als im Vorjahr (2023: 1,5 Millionen Kubikmeter). (Quelle: Destatis)
Die Inflationsrate in Deutschland wird im November 2025 voraussichtlich +2,3 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Oktober 2025 um 0,2 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt im November 2025 voraussichtlich +2,7 %.
Verbraucherpreisindex, November 2025:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufig)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex, November 2025:
+2,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
-0,5 % zum Vormonat (vorläufig)
Teurer wurden Dienstleistungen um +3,5 % und Nahrungsmittel um +1,2 % während sich Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) um 0,1 % verbilligte.
Die Vorfreude auf Weihnachten beginnt: Ab sofort öffnen die Weihnachtsmärkte in den Dehner Garten-Centern in Deutschland und Österreich. Neben festlicher Dekoration, frisch geschlagenen Weihnachtsbäumen und einem vielfältigen saisonalen Sortiment erwartet die Besucher (m/w) in allen Dehner-Märkten auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Highlight: die Wunschbaumaktion zugunsten regionaler Tierheime und Tierschutzorganisationen.

Wunschbaum im Dehnermarkt- zu Gunsten von Tieren in Not (Foto: Dehner)
Wunschbaumaktion für Tiere in Not
Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr den tierischen Schützlingen. Die Wunschbaumaktion ermöglicht es den Kunden (m/w), Tieren aus regionalen Tierheimen eine Freude zu bereiten. Jeder Wunschzettel enthält ein Bild des Tieres, den Namen, das Alter, eine kurze Geschichte sowie individuelle Wünsche – von Spielzeug über Futter bis zu gemütlichen Betten. Die Wunschzettel befinden sich direkt am festlich geschmückten Weihnachtsbaum im Markt. Kunden (m/w) können die Geschenke vor Ort kaufen oder selbst mitbringen. Alle Spenden werden bis zum 24. Dezember gesammelt, mit den Namen der Tiere versehen und anschließend an die jeweiligen Tierheime übergeben.
Ganzjährig Futter spenden
Tierheime in Deutschland stehen unter hohem Druck: Viele Einrichtungen sind überfüllt und kämpfen mit steigenden Kosten für Futter, Tierarzt (m/w) und Energie. Deshalb stehen in allen Dehner Märkten ganzjährig Spendenboxen bereit, um regionale Tierheime kontinuierlich mit Sach- und insbesondere Futterspenden zu unterstützen. So können Kunden (m/w) die örtlichen Tierheime – die jeweils namentlich im Markt genannt werden – direkt und unkompliziert unterstützen. Jede Spende trägt dazu bei, dass Hunde, Katzen und andere Schützlinge auch außerhalb der Weihnachtszeit gut versorgt sind und den Tierschützern (m/w) mehr Spielraum für Pflege und Vermittlung bleibt.
Die Teilnehmer kamen nach einer stimmungsvollen Gala-Nacht wieder zusammen. Den Vorabend hatten die Bau- und Gartenmarktinsider natürlich zum Austausch miteinander, aber auch zu einer Ehrung für einen großen Namen der Branche genutzt.

Lifetime-Award für Klaus Meffert
Der diesjährige Lifetime-Award ging unter viel Applaus an den Unternehmer Klaus Meffert, ohne Zweifel ein „Urgestein“ der Branche.
Eine inspirierende Laudatio, die Maßstäbe setzte, gab es dazu von Hornbach-Vorständin Susanne Jäger. Beide sind schon seit vier Jahrzehnten beruflich verbunden – man hat sich im Laufe der Jahre sehr schätzen gelernt, weil man die gleichen Werte teilt. Denn das zeichne Klaus Meffert besonders aus, betonte Jäger: Ein Wort, das gilt, ein engagierter Verhandler für seine Sache, aber immer wieder auch für die Branche. Jemand, auf den man sich verlassen kann, der sich für seine Firma, aber immer auch im sozialen und gesellschaftlichen Umfeld engagiert.
Susanne Jäger hatte mit Ihrem Team ein echtes Highlight vorbereitet: In einem 10-minütigen Video kamen Freunde, Geschäftspartner, Weggefährten, Manager und Angestellte zu Wort – und sogar mit Julia Klöckner eine amtierende Bundestagspräsidentin. Viel mehr Wertschätzung lässt sich kaum übermitteln. Etwas, was auch den ‚harten Knochen‘ Klaus Meffert kurzfristig sprachlos ließ. Dann eine kurze Dankesrede – am Ende gab es für den Jubilar, den wohl wirklich jeder in der Branche kennt, herzlichen Applaus und Standing Ovations. Mit der großen Schar der Gratulanten ließ sich an Bord der MS Rheinmagie dann auch trefflich feiern.
Nüchterne Tatsachen
Der zweite Kongresstag führte dann zwangsläufig wieder auf den Boden der Realität zurück. Eine der langjährigen Konstanten des Kongresses: Der Vortrag von Klaus Teipel, seit vielen Jahren quasi eine „Zahleninstanz“ der Branche, zeigte nüchtern die Situation auf. Die Frage, ob der politische Wechsel neue Impulse setzen konnte, muss man wohl verneinen: Die Ausgangslage bleibt schwierig, Anschaffungsneigung und ifo-Geschäftsklimaindex weiter im tiefroten Bereich und die nächsten sechs Monate werden wohl nicht viel hoffnungsvoller gesehen.
Aber es gibt Hoffnung: Bei rund 80% der Kunden liegt es nicht am Geld, wenn DIY-Projekte aufgeschoben werden. Auch die Tatsache, dass Teipel den Abschluss des Jahres 2025 mit rd. -0,3% besser prognostiziert als im Vorjahr, hilft psychologisch ein wenig. Ist denn die Talsohle jetzt erreicht? Real sind die Baumärkte seit 2021 im Minus – da konnten andere Vertriebswege besser performen – und besonders das Handwerk kann zulegen.
Wie siehts bei den Sortimenten aus: Das Thema Heimwerkersortimente verliert -0,7%, Baustoffe etwa -1,1%, der bisherige Impulsgeber Garten geht mit -1,8% deutlicher ins Minus. Besonders interessant ist aber auch die anhaltende Verschiebung der Vertriebswege – wer sind Gewinner, wer Verlierer dieser Situation? Baumärkte und Fachgartencenter verlieren leicht (-1,3%), ähnlich wie auch die Vertriebswege anderer Handelsbranchen (die teils weitaus deutlicher verlieren).
Discounter und Pure Player gewinnen deutlich hinzu – woraus sich ein neuer Wettbewerb ergibt: Auf einmal sind es Restpostenbörsen, Discounter aus dem Food- und Nonfood-Bereich. Ein deutliches Zeichen für die Preissensibiliät. Der Anteil des E-Commerce an den DIY Sortimenten steigt ebenfalls – auf 9,3%
Natürlich schauen aber alle besonders gebannt darauf, wann und wie sich eine lang erhoffte Trendwende der anhaltenden Minus-Zahlen einstellen kann. Teipel benannte die Chancen und Risiken 2026 – ist denn schon reales Wachstum in Sicht? Die Prognosen der bekannten Institute gehen trotz weiterhin sehr unsicherer Lage leicht auf Wachstum – und auch Teipel sieht neutrales bis leicht positives Wachstum bei Bau-, Renovierungs- und Gartenartikeln.
Aber er mahnte deutlich: Das veränderte Kaufverhalten der Kunden erfordert Anpassungen der Branchenplayer, die diese keinesfalls ignorieren dürften. Welche Hausaufgaben haben die Unternehmen? Eine deutliche Verbesserung des Online-Fulfillments (Next oder sogar Same-Day-Delivery), Serviceangebote (keinesfalls Beratungspersonal einsparen), aber auch teilweise Anpassungen an das Preisniveau der neuen Konkurrenz. Die Branche brauche aber auch mehr Experimentierfreude und Risikobereitschaft, wenn sie sich von der Gesamtkonjunktur erfolgreicher abkoppeln wolle.
Das Fazit: Teipel sagt den Baumärkten vorsichtig für 2026 ein Mini-Wachstum von 0,2% voraus, während die Gesamtkonjunktur ca. 0,5% wächst.
Operativer Ansatz
Schon eine kleine Tradition ist am Tag 2 des BHB-Kongresses der operative Ansatz bei den Themen. Diesmal konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sieben Themengebieten auswählen: Es ging um sinnvolle Pos-Digitalisierung, um Recommerce und Retouren, um Circular Economy, um aktuelle DIY-Studies, um Trends bei der Logistik, generelle Ansätze für Wege aus der Krise und darum, wie man Kundenverhalten mit Mafo&KI erfassen und beeinflussen kann.
Bei diesen Sessionen, die beim BHB-Kongress Masterclasses heißen und die die Besucher spontan auswählen können, gibt es immer wieder interessante neue Ansätze. So war z.B. der erste Teil der Logistik-Session gleichzeitig die neueste Folge des Podcasts „Hätte, Hätte Lieferkette“, der Logistik-Experte Lennart Paul mit Hornbach-Logistikvorstand Ingo Leiner zusammenführte. Über neue Geschäftsmodelle mit Recommerce und Miet- und Leasingmodellen berichtete beispielsweise NBB-Geschäftsführer Dirk Mende.
Kreislaufwirtschaft neu gedacht – Wege in die zirkulare Transformation stellt Inga Schubert und Carolin Schmid vom Beratungs-Riesen Deloitte vor. Marktforschung verlässt klassische Wege und bedient sich der Möglichkeiten von KI – wie’s geht, zeigten die Gründer des Start-Ups ‚DIY-CX‘ ebenso wie Prof. Peter Gentsch in einer Echtzeit-Trendanalyse mit Generic KI. Dies nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Bundle der insgesamt 14 Wahlmöglichkeiten, die Besucherinnen und Besucher des Kongresses auch diesmal wieder rege nutzten.
Der diesjährige BHB-Kongress war nahezu ausgebucht – neben einem hoch abwechslungsreichen Programm war es spürbar das Bedürfnis aller Branchenteilnehmer nach dem Austausch miteinander, um in herausfordernden Zeiten Verbundenheit und Verbindlichkeit zu pflegen. Und so gehörte der letzte Vortrag fast folgerichtig Carsten Fuchs – Mutmacher, Speaker, Autor und Unternehmer. „Zukunft wird aus Mut gemacht“ war sein mit vielen emotionalen Filmen gespickter Vortrag betitelt und schwor die Zuhörinnen und Zuhörer sehr humorig darauf ein, die nächsten Jahre mit mutigen, unkonventionellen Zukunftsvorstellungen und -planungen auch gegen alle Unsicherheiten anzugehen – dies könne für Glück, Miteinander und das gesellschaftliche Leben entscheidend sein.
Dies griff auch Moderator Dr. Peter Wüst bei seinem Schlusswort auf. Es sind die traditionellen Werte, die die Branche stark machen – Besinnen auf die Stärken, gemeinsames Entwickeln einer modernen Branche. Sein persönliches Fazit: Wir müssen machen, experimentieren, ausprobieren um nicht langfristig Umsätze zu verlieren – dazu war der BHB-Kongress wieder ein sinnvolle, angenehmen und emotionale Gelegenheit des Austausch und Miteinanders.