Jahresbilanz 2025: RWZ mit schwachem Ergebnis

von Bernhard Simon

Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) blickt auf ein im Vergleich zu den Vorjahren nicht zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Konzernumsatz lag preis- und mengenbedingt bei rund 2,6 Mrd. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich lediglich auf 10,6 Mio. EUR und blieb damit klar unter Erwartung und Plan. Der Gewinn vor Steuern (EBT) konnte mit 1,2 Mio. EUR aber über der Nulllinie gehalten werden. Die Eigenkapitalquote des Konzerns verbesserte sich um +1,2 % auf 22 % dank neuerlicher Schuldensenkung.

Der Vorstand der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (v. l. n. r.): Christoph Kempkes (Vorstandsvorsitzender) und Michael Göthner (Finanzvorstand) (Foto: RWZ)

RWZ-Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes ordnet das Ergebnis ein: „Das Geschäftsjahr 2025 war für uns ein Dämpfer. Das Vertrauen, dass wir verlässlich Jahr für Jahr Ergebnisfortschritt erzielen, hat einen Kratzer bekommen. Trotz enttäuschender Zahlen bleiben wichtige Grundpfeiler für eine positive Prognose stabil: Die Mehrzahl unserer Geschäftssegmente wirtschaftet profitabel. Unsere Problembereiche sind erkannt, benannt und adressiert. Unsere Liquidität war ganzjährig sehr auskömmlich. Unsere Bilanz ist solide, unser Aktienkurs wurde bestätigt.“

Positiv heben sich das Großhandelsgeschäft mit Betriebsmitteln, die Weuthen-Gruppe (Kartoffeln), Hauptsaaten (Saatgut), AgriTrading (Getreide) und ein deutlich verbessertes Ergebnis in der deutschen Agrartechnik hervor. Ebenso konnten konzernweit die Gemeinkosten deutlich gesenkt werden. Dennoch reichten diese Erfolge nicht aus, um den fehlenden Rohertrag im Einzelkundengeschäft mit Landwirten und insbesondere mit Winzern auszugleichen.

Die Gründe für das durchwachsene Ergebnis sieht der Vorstand nicht nur in den anspruchsvollen Marktbedingungen:

„Ein Teil unserer Probleme ist hausgemacht. Mit Blick auf die Schärfung unseres vertrieblichen Leistungsversprechens, der Kostenstruktur, den Betriebsabläufen und unseres unternehmenskulturellen Miteinanders sind wir nicht gut genug. Hier ist punktuell eine Neujustierung notwendig“, betont Kempkes und ergänzt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass der Agrarhandel ein unverzichtbares Scharnier zwischen Politik, Markt und landwirtschaftlichen Betrieben bleiben wird. Wer denn sonst soll Landwirten, Winzern, Forstbetrieben und Gartenbauern beim Einkauf bzw. Verkauf ihrer Waren sowie bei der Bewältigung eines durch enge regulatorische Vorschriften erschwerten Alltagsgeschäfts zu guten Angeboten und konkreten Problemlösungen verhelfen? Genau dafür stehen wir jeden Morgen auf, das hat Zukunft.“

RWZ-Finanzvorstand Michael Göthner ergänzt: „Ergebnis schwach, Bilanz gestärkt, Unternehmenswert durch neues Gutachten bestätigt. Wir müssen nun in einem umfassenden Prozess das Zusammenspiel zentraler und regionaler Ressourcen effizienter gestalten und besser auf den Vertrieb ausrichten. Das wird ein bis zwei Jahre andauern. Aber nur so schaffen wir unser Ziel, durch mehr Produktivität und Wertschöpfung größere Stabilität für die kommenden Jahre zu erreichen.“ Deshalb bleibt der Vorstand mit Blick auf das laufende Jahr 2026 vorsichtig und plant neuerlich mit einer „schwarzen Null“. Beide Vorstände zeigen sich jedoch überzeugt davon, dass die RWZ gestärkt aus dieser Phase hervorgehen wird: „Wir wissen genau, was zu tun ist – und tun dies konsequent. Deshalb werden wir uns auch aus dem aktuellen Tal wieder emporarbeiten. Unser Dank gilt allen Mitarbeitenden, Kunden und Aktionären für die konstruktive Begleitung und das anhaltende Vertrauen.“

Die Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Waren GmbH Kassel (RW) im Bereich Agrartechnik wird planmäßig zum 01.05.2026 umgesetzt. Konkret bringen RWZ und RW ihre Agrartechnikaktivitäten in Deutschland, Frankreich, Dänemark und Polen in ein Gemeinschaftsunternehmen ein.

Weitere interessante Beiträge

Bernhard Simon – 
Dienstleistungen für die “Grüne Branche”

Copyright @2022 Unternehmensberatung Simon PenciDesign

Menü