Konsumklima im Februar 2026: Erholung gerät ins Stocken

von Bernhard Simon

Im Februar hellt sich die Stimmung der Verbraucher nicht weiter auf: Während die Einkommenserwartungen noch leicht zunehmen, trübt sich die Anschaffungsneigung ein. Die ohnehin hohe Sparneigung legt nochmal zu. Und auch die Konjunkturerwartungen fallen diesen Monat wieder leicht pessimistischer aus. Die aktuellen Befragungsergebnisse zeigen daher für März im Vergleich zum Vormonat einen leichten Rückgang des Konsumklima-Indikators um 0,5 Punkte auf −24,7 Punkte (revidiert -24,2 Punkte). Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des GfK Konsumklimas powered by NIM.

Im Februar liegen die Einkommenserwartungen im zweiten Monat in Folge im Plus, verzeichnen jedoch mit einem Anstieg um 1,2 Zähler auf 6,3 Punkte nur noch ein moderates Wachstum. Die Anschaffungsneigung, die im Januar noch leicht zugelegt hatte, fällt dagegen wieder auf -9,3 Punkte (-5,3 Punkte) und bleibt damit zurückhaltend. Zudem zeigt sich bei der Sparneigung im Februar ein Anstieg um einen weiteren Punkt auf 18,9 Punkte, was einen neuen Höchststand seit 2008 markiert. Insgesamt führt diese Entwicklung wieder zu einem leichten Rückgang des Konsumklimas. 

„Mit dem leichten Rückgang auf -24,7 Punkte kann das Konsumklima nicht an die Aufhellung im letzten Monat anknüpfen. Die Stimmung bleibt also im Kern wenig verändert. Es zeigt sich weiterhin die Tendenz, dass steigende Einkommen aus Vorsichtsmotiven lieber gespart als konsumiert werden“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Auch wenn sich die Wirtschaft wieder leicht zu beleben scheint, bleiben die Konsumenten derzeit noch skeptisch. Die geopolitischen Spannungen, aber auch die Herausforderungen in der Sozialpolitik dürften die Unsicherheit und damit auch die Sparneigung hochhalten“.  

Sparneigung erreicht neuen Höchststand

Die Sparneigung klettert im Februar auf einen neuen Höchstwert seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. Der Indikator steigt um einen Punkt auf einen Wert von 18,9 und liegt damit 9,5 Punkte über dem Vorjahreswert. 

Tiefergehende Analysen des NIM zu den Gründen für die hohe Sparneigung zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Verbraucher hohe bzw. steigende Preise sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheit als maßgebliche Faktoren nennt. 

Diese Einschätzungen spiegeln sich auch in den aktuellen Rahmendaten wider: Die Inflationsrate ist im Januar 2026 wieder auf 2,1 Prozent gestiegen und auch die Preiserwartungen der Verbraucher sinken im Februar nicht mehr. Hinzu kommt, dass geopolitische Spannungen, die Ereignisse rund um das Mercosur-Abkommen und die finanziellen Belastungen im Sozialsystem die Unsicherheit bei den Konsumenten verstärken dürften.

Die Konjunkturerwartungen trüben sich leicht ein

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher für die kommenden 12 Monate sind im Februar wieder leicht gesunken: Der Indikator verliert 2,3 Zähler und weist nun ein Niveau von 4,3 Punkten auf. Die Verbraucher blicken aber trotz des Rückgangs verhalten optimistisch in die Zukunft, denn der Indikator liegt weiterhin im positiven Bereich.

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Bernhard Simon – 
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