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Weltfrauentag – einfach mal „Danke“ sagen

Gestern war Valentinstag – der Tag für Verliebte.

Schon dran gedacht?  Am 8. März ist Weltfrauentag. Wird dann Ihr Chef oder Ihre Chefin mit einem Blumenstrauß kommen? Und wenn ja, wie reagieren Sie?
Sie freuen sich und nehmen ihn als Ausdruck der Wertschätzung für Ihre hervorragenden Leistungen zufrieden an?
Sie reagieren freundlich, denken aber, ein Dankeschön wäre auch an den anderen 365 Tagen angebracht?
Sie zeigen sich kühl, denn mit ein paar Blumen lässt sich der Ärger der vergangenen Wochen und Monate auch nicht glatt bügeln?

Blumengeschenke sind ein Zeichen für Wertschätzung - auch, aber nicht nur am Weltfrauentag. (Bild: GMH/BVE)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kämpferisch sehen ihn die einen, als Tag, um entspannt zu feiern, die anderen und etliche meinen, er müsse ganz einfach abgeschafft werden, der Internationale Frauentag.
Alice Schwarzer bezeichnet ihn als gönnerhaft.

Sie fordert 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer. Sicher, an allen 365 Tagen des Jahres sollten wir fair und offen miteinander umgehen.
Stattdessen sind wir gedankenlos, egoistisch, rücksichtslos und oft so mit unseren Plänen und Zielen beschäftigt, dass wir den Anderen oder die Andere kaum wahrnehmen.

Dabei sind wir alle soziale Wesen, die ohne Kontakt zu anderen verkümmern.
Wir alle brauchen das Gefühl, gebraucht, geschätzt, anerkannt und bewundert zu werden.

Eigentlich sollte uns das 365 Tage im Jahr bewusst sein. Ist es aber nicht.
Daher ist der Internationale Frauentag vielleicht doch nicht so schlecht.
Zumindest an diesem Tag sollten wir Bilanz ziehen, wo wir denn stehen im Miteinander zwischen Menschen, zwischen Männern und Frauen.

Überfahren wir andere, nutzen wir sie aus?
Freuen wir uns, wenn wir andere übervorteilt, wenn wir uns auf Kosten anderer um Arbeit gedrückt haben oder auf der Karriereleiter ein Stück nach oben geklettert sind?
Oder gehen wir anständig miteinander um, zeigen den Anderen, dass wir ihre Arbeit, ihre Freundlichkeit und Fürsorge wertschätzen?
Erwidern wir ihr Engagement? Arbeiten wir zusammen statt gegeneinander?

Die Ellbogenmentalität in unserer Gesellschaft hat zugenommen.
Daraus auszuscheren, ist gar nicht so einfach.
Zu groß ist die Angst, als weich und schwach eingeschätzt zu werden.

In England gilt „Danke sagen” bereits zunehmend als „uncool”.
Vor allem junge Menschen gehen dort davon aus, dass die anderen schon wissen, was man fühlt.

Falsch gedacht! Die Menschen wollen Gewissheit, Bestätigung und die bekommen sie erst, wenn wir ihnen unsere Wertschätzung sagen und zeigen.
Die Rituale eines offiziellen Tages, wie der Frauentag einer ist, helfen dabei.

Er ist die beste Gelegenheit, einfach mal deutlich zu machen, wie sehr man Partner, Kollegen, Mitarbeiter achtet, wie sehr man die Freundlichkeit der Brötchen-Verkäuferin als wohltuend empfindet, wie dankbar man der Nachbarin ist, dass sie die Post entgegen nimmt, wenn man selbst nicht da ist.

Blumen und Pflanzen sind der unverfängliche Botschafter derart freundlicher Gefühle.
Er zeigt dem Beschenkten: „Ich werde wahr genommen, mein Tun wird geschätzt”.

Lächeln ist die spontane Antwort und macht auch für den Schenkenden den Tag ein bisschen heller.
Kleine, freundliche Gesten – wenn sie ernst gemeint sind – verändern viel bei den Anderen und bei uns selbst.
Sie sind der Schmierstoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält.
Also geben wir uns einen Ruck – erst mal am Internationalen Frauentag, aber dann auch immer öfter, um einfach mal mit ein paar Blumen oder Pflanzen “Danke” zu sagen.

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