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Praktiker AG: Kann sich der Vorstand mit seinem Sanierungsplan durchsetzen?

Mit dramatischen Worten hat der Vorstand der Praktiker AG auf der aktuell stattfindenden Hauptversammlung in Hamburg die Aktionäre des Unternehmens um Zustimmung zum Sanierungskonzept gebeten.

„Es geht ums Überleben“, sagte Vorstandsvorsitzende Kay Hafner .

Die Aktionäre sollen nach seinem Willen unter anderem einer Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro zustimmen sowie einem Umzug des Konzerns aus dem saarländischen Kirkel nach Hamburg.

Außerdem sollen die Aktionäre ein Darlehen von 85 Millionen Euro vom US-Investmenthaus Anchorage billigen. Insgesamt kostet der Sanierungsplan laut Vorstand 160 Millionen Euro.

Auch der Finanzvorstand hat die Aktionäre mit eindringlichen Worten zur Zustimmung zum Rettungspaket gedrängt.

Lehnten sie den geplanten Sanierungskurs ab, sehe er keine Alternative, sagte Markus Schürholz vor den Aktionären. „Praktiker wäre in diesem Fall unmittelbar von der Insolvenz bedroht“.

Bei dem Treffen wird eine Auseinandersetzung zwischen dem Vorstand und der kritischen Großaktionärs-Gruppe aus der Wiener Privatbank Semper Constantia und die zypriotische Finanzgesellschaft Maseltov über den Sanierungskurs erwartet.

Die Großaktionäre hatten die Sanierungspläne abgelehnt und eigene Vorschläge gemacht.

Vorstandschef Hafner sagte dagegen, sein Konzept müsse wie von ihm vorgelegt beschlossen werden: „Bricht nur eine wesentliche Stütze aus dem Gerüst heraus, fällt auch der Rest.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Kersten von Schenck, hatte gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass es bei der Entscheidung auch um 24.000 Arbeitsplätze gehe.

Anmerkung: Auch Andreas Sandmann (ehemaliger Vorstand von OBI) befindet sich auf der Veranstaltung – Offiziell im Auftrag eines Kleinaktionärs.

Derzeit läuft die Generaldebatte. Weitere Meldungen zu diesem Thema folgen heute im Laufe des Tages.

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