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Praktiker AG: Anpassung in der Konzeption – Veränderung im Vorstand

 

 

Aufsichtsrat stimmt Finanzierungsvorschlag für das Restrukturierungsprogramm zu – Veränderungen in der strategischen Ausrichtung – Dr. Kay Hafner neuer Vorstandsvorsitzender

Der Aufsichtsrat der Praktiker AG hat gestern einem Finanzierungskonzept für die Durchführung des Restrukturierungsprogramms zugestimmt.

Ein Investor bietet an, dem Unternehmen ein vorrangiges Darlehen in Höhe von 85 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Dieses vorrangige Darlehen ist ein wesentlicher Baustein für die Gesamtfinanzierung der Restrukturierung der Praktiker AG. Es soll noch durch eine Kreditfazilität und eine Kapitalerhöhung auf Basis des bestehenden genehmigten Kapitals ergänzt werden.

Das Finanzierungskonzept geht einher mit wesentlichen Änderungen des Ende November 2011 initiierten Restrukturierungsprogramms und beinhaltet eine erhebliche Verringerung des Finanzierungsvolumens.

Damit ist nun die zweite Phase der strategischen Neuausrichtung eingeleitet, die auf dem wieder stabilisierten Geschäftsbetrieb der Praktiker Gruppe aufbaut.

Kern dieser Neuausrichtung ist eine noch stärkere Profilierung der beiden Marken Praktiker und Max Bahr, wobei eine größere Anzahl Praktiker-Märkte auf Max Bahr umgestellt werden soll.

In diesem Punkt weicht das neue Konzept ebenfalls von der bisherigen Strategie ab.

Während Praktiker mit einem verdichteten Filialnetz ausschließlich als preisaggressiver Discounter im Markt positioniert werden soll, wird sich Max Bahr noch akzentuierter um das qualitäts- und serviceorientierte Marktsegment bewerben.

„Das neu justierte Geschäftsmodell stärkt das Erfolgsrezept von Max Bahr und schärft die Positionierung von Praktiker als Preis- und Kostenführer unter den deutschen Baumärkten“, betonte Dr. Kersten von Schenck, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Praktiker AG. „Es wird von dem Investor voll und ganz mitgetragen und bildet so eine solide Grundlage, um die Restrukturierungen auch strategisch abzusichern und den Praktiker Konzern im Wettbewerb zukunftsfähig zu positionieren“.

Mit der Zustimmung zu diesem Finanzierungskonzept endet der von den Vorstandsmitgliedern Thomas Fox und Josef Schultheis übernommene Sanierungsauftrag.

Sie scheiden vereinbarungsgemäß mit dem gestrigen Tag aus dem Vorstand aus, stehen dem Unternehmen aber auch weiterhin beratend zur Verfügung.

Das langjährige Mitglied des Aufsichtsrats Dr. Kay Hafner wird vom Aufsichtsrat in den Vorstand delegiert und übernimmt dessen Vorsitz.

Das Finanzressort wird unverändert von Markus Schürholz verantwortet. Weitere Vorstandsbestellungen werden zeitnah erfolgen.

„Im Namen der ganzen Praktiker Gruppe danke ich Thomas Fox und Josef Schultheis für ihre erfolgreiche Arbeit, die das Unternehmen in kurzer Zeit stabilisiert und die wirtschaftliche Grundlage für die nun eingeleitete Phase der strategischen Neuausrichtung gelegt hat“, ergänzt Dr. Kersten von Schenck.

Simon meint:

So wie es aussieht, haben sich die Hauptaktionäre um die Fondmanagerin  Isabella de Krassny jetzt doch durchgesetzt.

Die Forderungen dieses Konsortiums finden sich voll in den Aufsichtsratsbeschlüssen wieder.

Nun wird man sehen, ob sich die Praktiker AG  in einem hart umkämpften  Markt wieder erfolgreich positionieren kann.

Dass man die Marke „Max Bahr“ stärker forcieren will ist ein konsequenter und wohl auch richtiger Schritt.

Nur über den Preis hätte man auf Dauer nicht erfolgreich sein können.

Vor ca. einem Jahr hatte schon Erivan Haub (Tengelmann/OBI) verlauten lassen, dass er bisher noch keinen Baumarktkonzern ausfindig gemacht habe, der mit einem Discountkonzept Geld verdient hätte.

Der Preis allerdings war bislang  das einzige wirkliche Profilierungsmerkmal der Praktiker-Märkte. Von daher ist es nachvollziehbar, dass man das nicht einfach aufgibt.

Nun muss der neue Vorstandsvorsitzende einen Kurs mit Fingerspitzengefühl fahren.

Es wird nicht so einfach sein die Führungskräfte aus dem Vertrieb, die jahrelang unter dem Einfluss von Wolfgang Werner standen, von einer neuen Konzeption zu überzeugen.

Letztendlich bleibt aber nur dieser jetzt vorgezeichnete Weg.  Es stehen tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel.

Viele der Mitarbeiter in den Märkten sind in den vergangenen Jahren sehr frustriert gewesen, da man Ihnen kaum Mitsprache ermöglichte.

Man bekam immer nur Fertiggerichte vorgesetzt und hatte diese widerspruchslos zu akzeptieren.

Andere Mitbewerber, wie z.B. Hornbach, haben längst erfolgreich das Potenzial ihrer Mitarbeiter für die geschäftliche Weiterentwicklung genutzt.

Auch die Lieferanten wären froh, wenn die Praktiker AG wieder in ruhigeres Fahrwasser käme.

Die ständigen Diskussionen über negative Entwicklungen im Konzern haben auch sehr auf die Stimmung der Zulieferer gedrückt.

Bleibt zu hoffen, dass sich das nun ändert.

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