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Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze im deutschen Gartenbau

ZVGBOG-Vorsitzender Stechmann lehnt flächendeckenden Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte ab.Bei der Diskussion um einen bundeseinheitlichen gesetzlichen Mindestlohn erwartet der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst und Gemüse, Jens Stechmann, dass die Ergebnisse von Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ernsthaft berücksichtigt werden.

„In allen Bereichen oder Sektoren, in denen Tarifabschlüsse vorliegen, muss auch künftig die Tarifhoheit Vorrang vor einem gesetzlichen Mindestlohn haben“, so Stechmann.

Gerade die Tarifpartner für Landwirtschaft und Gartenbau haben sich in diesem Frühjahr auf eine schrittweise Annäherung an die von der SPD geforderte Höhe des gesetzlichen Mindestlohns verständigt.

Dieser Weg sieht bei der untersten Lohngruppe für Arbeitskräfte ohne Berufsausbildung und für Tätigkeiten, die nach kurzer Einarbeitung ausgeübt werden können, eine zeitlich gestaffelte Anhebung von derzeit rund 7,00 Euro auf 8,50 Euro pro Stunde ab 2017 vor.

Der Bundesausschuss Obst und Gemüse unterstützt die Forderung, dass das Einkommen von Beschäftigten in Vollzeit grundsätzlich zur Finanzierung eines auskömmlichen Lebensunterhaltes ausreichen muss. Für nur vorübergehend und kurzfristig Beschäftigte muss jedoch eine gesonderte Regelung möglich sein.

Für den Obst- und Gemüsebau mit seinen arbeitsintensiven Spitzen und dem damit verbundenen Einsatz von Saisonarbeitskräften wäre die abrupte Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns eine nicht tragbare Belastung im europäischen Wettbewerb, auch im Hinblick auf die derzeit erzielbaren Erzeugererlöse.

Die Einführung eines Mindestlohnes hat in einigen Ländern der Europäischen Union zu einer Reduzierung bzw. zur Einstellung arbeitsintensiver Produktionsverfahren geführt, so dass auch Dauerarbeitsplätze weggefallen sind. Der Obst- und Gemüsebau braucht daher eine praktikable Lösung, die sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Interessen der Betriebe berücksichtigt.

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