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Max Bahr: Globus ist weiterhin interessiert

globus-logo-png-21-smallNach den gescheiterten Verhandlungen mit dem Konsortium Hellweg/Möhrle meldet der Globus Handelskonzern weiterhin Interesse an der Übernahme der Max Bahr Märkte an.

Globus erneuerte sein Angebot und möchte damit auch viele Arbeitsplätze erhalten bzw. retten. „Wir haben immer noch Interesse“, sagte Globus Eigentümer Thomas Bruch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Erst am vergangenen Freitag hatte der Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder die Gespräche mit dem Hellweg/Möhrle-Konsortium für gescheitert erklärt. Damit steht nun die Zerschlagung der Max Bahr-Märkte ins Haus.

Thomas Bruch verweist darauf, dass Globus vielleicht weniger als die Mitbewerber geboten habe, man sei über den Kauf hinaus jedoch auch in der Lage den Großteil der Arbeitsplätze von Max Bahr zu retten.

Die FAZ zitierte Thomas Bruch mit den Worten: „Wir hätten die meisten der 3600 Mitarbeiter übernommen.“ Die Rettung von Max Bahr sei nicht nur nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter an der Royal Bank of Scotland (RBS), einer der größten Banken der Welt gescheitert.

Die RBS ist der größte Gläubiger der insolventen Vermieter-Gesellschaft Moor Park, der ein Großteil der Max-Bahr-Märkte gehört. Der Betriebsratsvorsitzende Ulrich Kruse sagte der FAZ, dass die Mietgarantien für die Immobilien, die die RBS von den Käufern gefordert habe, überhaupt nicht nachvollziehbar wären, man könne nur mit dem Kopf schütteln.

Interessenten berichten darüber, dass die Arbeitsplätze von Max Bahr für die Bank keine Rolle gespielt hätten, obwohl die RBS selbst mit einem der weltweit größten Rettungspakete für Banken überhaupt vom britischen Staat gerettet wurde, und noch heute mehrheitlich dem britischen Staat gehört, so die FAZ.

Aus dem Kreis rund um den Insolvenzverwalter verlautete am Wochenende, dass die Türen für Gespräche noch offen seien. Globus müsse sich allerdings mit der RBS bezüglich der Mieten einigen. Da dies aber bereits in der ersten Verhandlungsrunde nicht möglich war, gibt man dem erneuten Versuch nur geringe Chancen.

Thomas Bruch (Globus) bemerkte zu diesem Thema, dass die derzeit gezahlten Mieten weit über dem branchenüblichen Durchschnitt liegen würden. „Ohne einen Abschlag wird es nicht gehen“, wurde Bruch von der FAZ zitiert.

Wie die Saarbrücker Zeitung erfuhr, hat Globus 420 Mio. Euro für den Kauf der Max Bahr Immobilien geboten. Alternativ seien jährliche Mietzahlungen von 37 Mio. Euro angeboten worden. Die RBS/Moore Park habe allerdings 450 Mio. Euro oder 50 Mio. Euro Jahresmiete gefordert. Zusätzlich wurden Mietgarantien gefordert, für den Fall das Max Bahr zahlungsunfähig werden würde.

Falls nun die Märkte einzeln veräußert werden müssen, wies Thomas Bruch auf Probleme hin. So seien in attraktiven Lagen die großen Wettbewerber schon präsent. Dies könne zu Problemen mit den Kartellbehörden führen. Für viele Immobilien müsse auch das Baurecht Berücksichtigung finden, und zwar für den Fall dass eine Nutzungsänderung geplant sei.

Unter diesen Vorgaben könnte es absolut möglich sein, dass die Zerschlagung teurer würde als die Annahme des Globus-Angebotes. (Quelle FAZ)

Aktuell wurde gemeldet, dass die Mitarbeiter von Max Bahr zum weiteren Gehaltsverzicht bereit wären, um die Schwierigkeiten rund um die Mieten zu entschärfen.

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