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Kredit oder Anleihe – Praktiker braucht Kapital

 

 

150 Mio. Euro – so viel sollen die Restrukturierungsmaßnahmen kosten, damit die Baumarktkette Praktiker wieder in die Gewinnzone steuert.
Mit diesem Betrag sollen die Schließung von Märkten sowie der Umzug der Konzernzentrale von Kirkel nach Hamburg bezahlt werden.

Ausgerechnet den Umzug wie auch das wöchentliche Pendeln von bis zu 70 Mitarbeitern sehen einige Betroffene laut Saarbrücker Zeitung als Geldverschwendung an.
Die saarländische Landesregierung will den angekündigten Umzug der Praktiker-Zentrale nach Hamburg noch aufhalten.
Die Verlagerung sei nicht nachvollziehbar und betriebswirtschaftlich unsinnig, erklärte Wirtschaftsstaatssekretär Gerhard Wack (CDU) am Montag in Saarbrücken.

Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat der angeschlagenen Baumarktkette wolle sich die Landesregierung deshalb für den Erhalt der Zentrale im saarländischen Kirkel einsetzen.
Nach Schätzungen der Gewerkschaft werde der Umzug bis zu 30 Millionen Euro kosten, teilte das Ministerium mit:
„Geld, das für Neuorientierung und Neuaufbau des gesamten Konzerns sehr viel effizienter eingesetzt werden könnte.“
Der Umzug ist Teil eines Sanierungsprogramms, mit dem die Kette aus den roten Zahlen kommen will.

Nach Insiderinformationen wäre es günstiger gewesen, die Verwaltung des gesamten Konzerns in Kirkel zu konzentrieren, denn dort laufe der Mietvertrag noch bis 2018.
Was bei einigen ebenfalls etwas sauer aufstößt: Praktiker-Chef Thomas Fox und sein Vorstandskollege Josef Schultheis entlohnen sich für ihre Arbeit angeblich mit jeweils 5.000 Euro pro Tag nicht gerade knausrig.

Letzten Meldungen zufolge will Praktiker die Restrukturierung mit einem so genannten Payment-in-Kind Kredit in Höhe von 170 Mio. Euro finanzieren.
Dabei handelt es sich um ein Darlehn, bei dem der Schuldner zwischen der Geldaufnahme und der Fälligkeit bzw. dem Refinanzierungstermin keine Zahlungen an den Gläubiger zu leisten hat.

Als Sicherheit will das Unternehmen die Max Bahr Gruppe, deren Wert auf 200 Mio. Euro geschätzt wird und die Märkte in Griechenland einbringen.

Diese Idee stößt bei der österreichischen Hauptaktionärin Isabella de Krassny nicht auf Gegenliebe.
Sie will diesen überteuerten Kredit, mit dem nach Ihrer Meinung noch die letzten sicheren Vermögenswerte von Praktiker verpfändet werden, verhindern.
Sie möchte,  dass das Geld über eine Wandelanleihe mit Bezugsrecht für alle Aktionäre und ohne Sicherheiten eingesammelt wird.

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