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Jeder fünfte Baumarkt vor dem Aus?

 

Online-Shopping ersetzt zunehmend den stationären Handel, so eine aktuelle Studie der Münchner Unternehmensberatung Suberg Strategy Consultants

Baumarkt-Artikel im Internet brummen.

Nach einer Studie der Münchner Unternehmensberatung Suberg Strategy Consultants steigt der Anteil der Online-Umsätze bei Baumarkt-Artikeln von aktuell 5 auf voraussichtlich 20 Prozent in 2020.

Dies werde zu einer massiven Bereinigung unrentabler Baumarkt-Flächen führen:

„Die Entwicklung trifft die Branche zur Unzeit. Die Fläche der deutschen Baumärkte wächst seit Jahren, obwohl der Umsatz stagniert. Der Handel ist dadurch bereits unter erheblichem Ertragsdruck.

Zusammen mit der Abwanderung von Umsätzen in das Internet entsteht eine explosive Mischung, die zur Schließung zahlreicher Baumärkte führen wird“, so Sven Suberg, Geschäftsführer von Suberg Strategy Consultants.

Das wachsende Online-Geschäft läuft dabei zum Teil an den etablierten Anbietern vorbei: „Die Baumärkte haben den Internet-Vertrieb verschlafen“, so der Branchenexperte.

Branchengrößen wie Hornbach, Praktiker oder Bauhaus hätten erst 2011 Internet-Shops eröffnet. Online-Händler wie Amazon oder spezialisierte Versender wie Westfalia sind jedoch schon seit Jahren auch mit Baumarkt-Artikeln erfolgreich.

Betroffen sind nicht nur die Händler, sondern auch die Hersteller von Baumarkt-Produkten: „Für B- und C-Marken wird die Luft dünner.

Wenn der Handel seine Profitabilität steigern muss, fokussiert er sich auf wenige TOP-Marken und baut gleichzeitig den Eigenmarkenanteil aus“, so Markus Wittmann, zuständig für den Home & Living-Bereich beim Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK.

Gleichzeitig verliert das traditionelle Marketing an Bedeutung: „Der online-Shopper informiert sich zunehmend in Verbraucher-Foren und wählt Produkte aufgrund von Nutzer-Bewertungen aus“, so Suberg.

Dies führt zu einem deutlich geringeren Wirkungsgrad bewährter Werbemaßnahmen wie Print oder TV. Für die Hersteller gilt es daher, die Marketingausgaben neu auszurichten und in einen direkten, authentischen Dialog mit dem Konsumenten zu treten.

Eine weitere Aufgabe liegt im Aufbau neuer Vertriebskanäle: Wenn der bedeutendste Vertriebskanal Marktanteile verliert, wird ein alternativer Marktzugang für die Hersteller überlebenswichtig, so der Berater.

Auf die bevorstehenden Veränderungen seien die Hersteller jedoch nur unzureichend vorbereitet: „Die Branche geht immer noch davon aus, dass Baumarkt-Artikel kaum internetfähig sind.

Allerdings haben wir in vielen anderen Segmenten, beispielsweise bei Spielwaren oder Unterhaltungselektronik gesehen, dass diese Rechnung nicht aufgeht“, so Suberg.

Simon meint:

Ich denke, dass die Feststellungen und Prognosen  in dieser Studie sehr nahe an der Realität sind.

Was den Bereich Garten als Ganzes betrifft, so ist es heute so, dass diese Artikel  einen Anteil von ca. 22 Prozent  am stationären DIY-Handel haben.

Die Studie weist aus, dass ca. 50 Prozent dieser Artikel sehr gut über den Internethandel zu vermarkten wären.

Dies wird bald auch auf den Bereich der Innen- und Außenpflanzen zutreffen, obwohl die landläufige Meinung ist, dass Blumen und Pflanzen für den Online-Handel nicht geeignet seien.

Das sind eigentlich Schutzbehauptungen die immer wieder aufgestellt werden, weil man diese Entwicklung in weiten Bereichen des Handels und der Produktion nicht wahrhaben will.

Die Firma Amazon, als derzeit größter Online Händler, beschäftigt sich längst intensiv mit dem Thema und möchte aktiv ins Online- Pflanzengeschäft einsteigen.

Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, wann auch im Segment von Blumen und Pflanzen der Online- Handel richtig Fuß fasst.

Bei Schnittblumen ist dies schon zum großen Teil gelungen. Die Online-Schop´s , welche Blumensträuße anbieten, haben erheblich an Marktanteilen gewonnen und boomen jetzt speziell zum Muttertag.

Unabhängig von Öffnungszeiten kann man hier einen hochwertigen Strauß bestellen und bekommt den vollen Service inkl. Lieferung an die gewünschte Adresse.

Produktion und Handel müssen sich auf einen Strukturwandel einstellen, was auch für die Hersteller und Produzenten ein Umdenken erfordert.

Umso erstaunlicher ist es, dass beispielsweise viele Unternehmen im Gartenbau es sich immer noch leisten eine schlechte- oder gar keine Internetseite zu haben, um ihre Produkte aktiv im Netz bekannt zu machen.

Man vertraut immer noch den herkömmlichen Absatzwegen und ist nur sehr zögerlich bereit in einen Internetauftritt zu investieren.

Währenddessen entwickelt sich der Markt im Netz ständig weiter.

Ich kann nur jedem Unternehmen empfehlen rechtzeitig auf diesen Zug aufzuspringen, bevor es zu spät ist.

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