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Greifen österreichische Investoren nach Praktiker?

Eine österreichische Investorengruppe um die Fondsmanagerin Isabella de Krassny versucht nach Informationen der Lebensmittel Zeitung (Deutscher Fachverlag, Frankfurt), beim Baumarktkonzern Praktiker mehr Einfluss zu nehmen.

De Krassny hält gemeinsam mit der Semper Constantia Invest mittlerweile 13 Prozent der Praktiker-Anteile.
Diese Woche übersprang die Tochtergesellschaft der Semper Constantia Privatbank, bei der de Krassny Prokuristin ist, die Meldeschwelle von fünf Prozent.
Die Investoren aus Wien sind gemeinsam die größten Aktionäre bei Praktiker, nahmen bislang jedoch keinen direkten Einfluss auf die Unternehmensstrategie.
Künftig will de Krassny aber offenbar eine aktive Rolle bei dem Baumarktkonzern spielen und plant nach Informationen der Lebensmittel Zeitung (LZ), den Aufsichtsrat neu zu besetzen.
De Krassny war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Österreicher haben bereits genügend Aktien zusammengekauft, um eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen zu können, die den Aufsichtsrat neu wählen kann.
Die Frist für die Einladung beträgt sechs Wochen.

Bis zum Redaktionsschluss der LZ war in Praktiker-Aufsichtsratskreisen nichts von den Plänen für einen Einzug der österreichischen Investoren in das Gremium bekannt.
Sollte es de Krassny gelingen, den Aufsichtsrat neu zu besetzen, könnte das auch das Ende für den neuen Vorstandschef Thomas Fox bedeuten.
Er war 2011 als Nachfolger von Wolfgang Werner an die Praktiker-Spitze geholt worden.

Fox hat dem Unternehmen nach hohen Verlusten einen strikten Sanierungskurs verordnet.
Nach LZ-Informationen werden derzeit die Kreditlinien mit den Banken neu ausgehandelt, einmal um den Wareneinkauf für das kommende Frühjahr zu finanzieren, zum anderen um das Kapital für die Sanierung aufzubringen.

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