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Ciccolella und Florimex – War das nur der Anfang?

Simon meint:

Der aus einer langen Tradition erwachsene Blumenexport aus den Niederlanden hat sich über viele Jahre einen guten Ruf erworben.

Die hervorragenden holländischen Gartenbaubetriebe und die findigen Blumenexporteure haben sich gemeinsam ein großes Stück des Blumenmarktes gesichert.

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es in Holland viele kleinere Exporteure die eigentlich das Geschäft mit Schnittblumen und Topfpflanzen so richtig nach vorne gebracht haben.

Der Markt hat sich allerdings in den letzten Jahren sehr verändert, sodass sich der Vertrieb von Blumen und Pflanzen diesen neuen Gegebenheiten anpassen musste.

So sind beispielsweise in den letzten zehn Jahren auf dem deutschen Markt viele Zwischen- und Großhändler als Abnehmer für die niederländischen Exporteure  ausgefallen.

Die Ursache für diese Entwicklung lag darin, dass die Produktionsmengen von Blumen und Pflanzen wesentlich schneller zugenommen haben als die Nachfrage.

Durch dieses Überangebot an Blumen und Pflanzen ist ein enormer Preisdruck auf alle Handelsstufen entstanden.

Dies  wirkte sich natürlich auch auf den Einzelhandel aus, der dann seinerseits, unter Umgehung des deutschen Großhandels, die Beschaffung immer mehr selbst organisierte bzw. sich Dienstleistern bediente.

Hinzu kam, dass die großen Baumarkt- und Lebensmittelkonzerne sowie Discounter ausgerechnet Blumen und Pflanzen als Vehikel benutzten, um mit Billigangeboten immer mehr Kundschaft in ihre Märkte zu locken.

Plötzlich waren nicht mehr Groß- und Zwischenhändler die Verhandlungspartner der Exporteure, sondern Einzelhandelskonzerne aus dem Baumarkt- LEH- und Discountbereich.  

In den vergangenen Jahren, gab es im Einzelhandel immer mehr Fusionen und auch Gründungen von Einkaufsgemeinschaften.  

Die daraus resultierende größere Marktmacht nutzen diese Ketten und Einkaufsgemeinschaften dazu, die Exporteure oder Dienstleister mit knallharten Konditionen zu konfrontieren und diese auch durchzusetzen.

Dies ist sicherlich eine Entwicklung, die nicht nur in Deutschland, sondern überall anzutreffen ist..

Letztendlich kann man den Handelsunternehmen daraus auch keinen Vorwurf machen, denn der Markt hat nun mal seine eigenen Gesetze.

Durch Fusionen der Exporteure zu Unternehmen wie Ciccolella und Florimex  hat man versucht von der Anbieterseite dieser Marktentwicklung etwas entgegenzusetzen.

Erfolgreich fusionieren kann man aus meiner Sicht jedoch nur, wenn schnellstens Synergien gehoben werden und das gesamte neue Unternehmen zügig verschlankt wird.

In diesem Bereich hat es vermutlich in den betroffenen Unternehmen Ciccolella und Florimex erhebliche Defizite gegeben, was dann die bekannten Konsequenzen zur Folge hatte.

Bei uns hier am Niederrhein gibt es ähnliche Probleme.

Die veröffentlichten Zahlen der Landgard eG aus dem Geschäftsjahr 2011 haben die Gartenbaubranche hier am Niederrhein ebenfalls aufgeschreckt.

Die Vorstände des Unternehmens arbeiten derzeit intensiv an der dringend erforderlichen Neu- und Umstrukturierung.

Was die Aufarbeitung der  negativen Geschäftsergebnisse in der Vergangenheit betrifft, da tappen scheinbar selbst Führungskräfte der Landgard eG  immer noch im  Dunkeln.

Anders ist es nicht zu erklären, dass leitende Angestellte auf offiziellen Terminen, bezüglich der Geschäftsentwicklung der Landgard eG in der Vergangenheit, zu folgenden Aussagen kommen:

• Man hätte nicht die richtigen Einstellungen gefunden

• Fehldiagnosen wurden gestellt

• der falsche Fixstern wurde angepeilt

• Man kannte die Bedienung des Gerätes nicht

• keiner war da der helfen konnte

Dadurch sei man auf den falschen Kurs gekommen.

Wenn das die ernsthafte Analyse einer verfehlten Geschäftspolitik der Vergangenheit sein soll, dann muss man sich wirklich fragen, ob dort nicht einige Personen überfordert sind.

An der Entwicklung in den Niederlanden kann man erkennen, wie schnell ein Unternehmen zusammenbrechen kann.

Der Markt ist schnelllebig und muss ständig auf Veränderungen überprüft werden.

Durch die aktuellen Geschehnisse sind alle Marktteilnehmer hinreichend gewarnt und jeder sollte nun seine Hausaufgaben erledigen.

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