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Landgard: Angeschlagener Konzern sucht Wege aus der Krise

Simon meint:

In den vergangenen Tagen kamen die erschreckenden Zahlen der Landgard eG aus dem Geschäftsjahr 2011 ans Tageslicht. Selbst die Rheinische Post kommentiert die Zahlen sehr negativ und ordnet Landgard in die Rubrik „Sanierungsfall“ ein.

Die Produzenten sind durchweg geschockt, ob des bekannt gewordenen Desasters. In der langen Geschichte der  Genossenschaften hier am Niederrhein hat es so etwas noch nicht gegeben.

61,5 Mio. € Verlust und 350 Mio.€ aufgelaufene Verbindlichkeiten. Natürlich stellt man sich die Frage, wie so etwas passieren kann.

Zuerst schaut man da auf Henning Schmidt, der als ehemaliger Vorstandsvorsitzender an erster Stelle Verantwortung zu tragen hat. Sicherlich hat es auch einige Begleitumstände gegeben, die zu diesem Ergebnis  geführt haben. Die Größenordnung ist jedoch beängstigend.

Was so ein wenig aus dem Fokus gerät , ist die Verantwortung des Aufsichtsrates. Da gab es einen Aufsichtsratsvorsitzenden namens Wolfgang Degenhard, der jetzt aus Altersgründen ausgeschieden ist.

Auch Herr Degenhard und die übrigen Aufsichtsratsmitglieder haben die Geschäftspolitik des Vorstandes über Jahre mitgetragen. Diese Herren haben ebenfalls Verantwortung für dieses Ergebnis zu übernehmen und  sollten über Ihre Position nachdenken.

Ohne diesen Gremiumsmitgliedern zu nahe treten zu wollen, zeigt diese Entwicklung auch, dass ein Unternehmen in dieser Größenordnung einen professionellen Aufsichtsrat benötigt. Dazu wurden ja schon die ersten Schritte eingeleitet.

Jürgen Rosar, und Gerold Kaltenbach, die beide eine geringe, bzw. keine Verantwortung für dieses Ergebnis zu tragen haben, stehen nun vor der Herausforderung das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Eine Aufgabe die den beiden Herren alles abverlangen wird.

Trotz einiger Erfolge in der Umstrukturierung sei die Situation von Landgard insgesamt jedoch schwierig, so Gerold Kaltenbach. Zum Landgard Geschäftsmodell wird grundsätzlich festgestellt, dass dies „intakt“ sei.

Wenn man sich die aktuellen Ereignisse bei FloraHolland ansieht, so gibt es auch dort Probleme,  weil die Organisation sich reichlich spät auf den sich immer schneller wandelnden Markt eingestellt hat.

Die Gärtner spüren das, werden selbst stärker im Markt aktiv und verlassen sich nicht mehr ausschließlich auf ihre Absatzorganisation. Diese Tendenzen sind auch bei den hiesigen Gärtnern zu beobachten.

Jürgen Rosar und Gerold Kaltenbach haben nun zunächst eine regelrechte Sanierung durchzuführen, um die Genossenschaft wieder erfolgreich im Markt zu positionieren.

Auch während dieser Zeit wird sich der Markt weiter verändern, was es notwendig macht auch auf diesem Feld weiterhin aktiv zu bleiben.

Der Landgard-Dampfer ist in unruhiges Fahrwasser geraten. Bleibt zu hoffen, dass die Sanierung gelingt, denn mehr wie einen Versuch wird man nicht haben.

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