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Finale: Deutschland gegen Argentinien

Deutsche Fahne Argentinische Fahne

 

 

Simon meint:

Eigentlich ist es nicht meine Intension, über Fußball zu berichten. In den vergangenen Tagen ist jedoch so viel passiert, dass man das nicht einfach unkommentiert lassen kann.
Eine überragende deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die brasilianische Seleção in einem denkwürdigen Spiel mit 7:1 regelrecht deklassiert.

Trotz dieses historischen Sieges, der gleichzeitig den Einzug in das Finale von Rio bedeutete, haben sich die deutschen Spieler sehr zurückhaltend und respektvoll verhalten. Ehrlich gesagt hat mich das sehr stolz gemacht.

Die brasilianischen Spieler standen unter enormen psychischen Druck, dem sie einfach nicht standhalten konnten. Schon beim Abspielen der Nationalhymne vor Beginn des Spiels flossen die Tränen. Man hatte das Gefühl, dass die Spieler all die Lasten und Sehnsüchte der einheimischen Bevölkerung auf ihren Schultern trugen. Wegen der Ausfälle von Neymar und Thiago Silva,  erhöhte sich der Druck auf die Mannschaft zusätzlich.

Das Ergebnis im Halbfinale gegen Deutschland war dann die daraus folgende Konsequenz. Hier wurde uns einmal mehr vorgeführt, dass Fußball ein Spiel ist, welches im Kopf entschieden wird. Wenn die Emotionen die Regie übernehmen, ist nur in den seltensten Fällen ein Erfolg das Ergebnis. Das ist so wie bei vielen Dingen im Leben.

Das zweite Halbfinale Holland gegen Argentinien war hingegen ein Spiel, welches nur von der Taktik geprägt war. Da wurde mehr Rasenschach ausprobiert und es war kaum Zug zum Tor erkennbar. Die niederländische Mannschaft hatte noch in der Gruppenphase bewiesen, dass man sehr gut nach vorne spielen kann.

Bei dem zweiten Halbfinale hat man gesehen, dass die Spieler beider Mannschaften in ein enges Taktikkonzept gezwängt wurden. Dies hatte zur Folge, dass kaum Torchancen kreiert werden konnten, was das Spiel für den Zuschauer eigentlich unattraktiv machte.

Die niederländische Mannschaft wurde in der Vergangenheit immer für Ihren Angriffsfußball bewundert, denn das war ihre eigentliche Stärke. Louis van Gaal hat in diesem Halbfinale jedoch die natürlichen Fähigkeiten seiner Mannschaft regelrecht an die Kette gelegt. Er wollte sein Konzept umgesetzt sehen und hat damit die Niederlande in eine kollektive Trauergemeinschaft verwandelt.

Wenn man sieht, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt, kann man es nicht glauben, dass die Niederländer nun ausgeschieden sind. Beim abschließenden Elfmeterdrama versagten dann auch noch die Nerven einiger etablierter Spieler. Eigentlich war ich davon überzeugt, dass Holland ins Finale kommt.

Nun muss unsere deutsche Nationalmannschaft am Sonntag im Finale gegen Argentinien antreten. Jedem der deutschen Spieler scheint bewusst zu sein, dass es hier um ein Spiel geht, was man nicht mit der Begegnung gegen Brasilien vergleichen kann. Das wird ein schwerer Gang und die Argentinier, rund um Messi, werden sich zerreißen, um ihr Ziel zu erreichen.

Unsere Nationalmannschaft ist von Spiel zu Spiel besser geworden und es heißt ja immer schon, das wir eine Turniermannschaft haben, die sich immer weiter steigern kann.
Für Sonntag bin ich eigentlich optimistisch, ja ich freue mich sehr auf dieses Spiel und auf das Auftreten unserer Truppe.
Sollte unsere Nationalmannschaft wider Erwarten das Finale verlieren, so muss man sich letztlich vor Augen halten, dass es sich um Sport und nicht um Krieg handelt. Mit dieser Einstellung kann man Niederlagen viel besser ertragen.

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