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Baumax ordnet seine Konzernführung neu

BaumaxÖsterreichs größte Do-it-yourself-Kette, bauMax, richtet die Führung für die Zukunft neu aus:

 

Hürter_MichaelMichael Hürter, MBA (Foto), der vor 18 Monaten als Restrukturierungsexperte an Bord geholt wurde, übernimmt ab April 2014 die Funktion des Vorstandsvorsitzenden, nachdem er die Reorganisation im Unternehmen erfolgreich eingeleitet hat.

Michael Seidel konnte als erfahrener kaufmännischer Vorstand gewonnen werden und wird diese Tätigkeit ab Januar 2014 wahrnehmen. Diplomkaufmann. Michael Seidel (55) ist gebürtiger Hamburger und leitete nach wertvollen Praxisjahren bei Ernst & Young und beim OTTO VERSAND (17 Jahre Betriebszugehörigkeit und zuletzt CFO für 19 Länder) als Finanzchef auch fünf Jahre lang die MAX BAHR-Heimwerkerkette in Deutschland bevor sie an Praktiker verkauft wurde. In den letzten Jahren war er als CFO und als CRO bei Lloyd Fonds und bei der Hannover Leasing tätig.

Essl MartinMartin Essl (Foto) wird ab April 2014 in den Aufsichtsrat wechseln

Die Familie Essl hat sich entschlossen, künftig eine klare Trennung zwischen den Agenden des Vorstandes und der Eigentümer vorzunehmen. Aus diesem Grund hat Martin Essl eine geordnete Übergabe eingeleitet und wird nach 30 Jahren operativer Tätigkeit zum 01.04.2014 in den Aufsichtsrat der bauMax-Gruppe wechseln.

„Wir haben die Übergabe im Vorstand von bauMax gut und ausführlich geplant. Es ist mir wichtig, dass bauMax auch in Zukunft im Sinne eines Familienunternehmens geführt wird und ich bin überzeugt, mit Michael Hürter und Michael Seidel erfahrene Manager dafür gefunden zu haben.“

Banken sprechen bauMax das Vertrauen aus

In einem gestern, Donnerstag 28. November 2013, stattgefundenen Meeting mit sämtlichen Gläubigerbanken der bauMax-Gruppe wurde den Restrukturierungsbemühungen des Unternehmens das Vertrauen ausgesprochen. bauMax benötigt keine zusätzlichen Finanzmittel, erhält jedoch mehr Zeit für die Restrukturierung.

Die Banken sind überzeugt, dass bauMax die Restrukturierung meistern wird und unterstützen die Bemühungen des neuen Vorstandes. Das Unternehmen wird den Sparkurs weiter fortsetzen, alle Standorte auf Rentabilität überprüfen und die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten.

Simon meint:

Wenn man die Nachrichten zu Baumax liest kann man den Eindruck gewinnen, dass die Entwicklung dort sehr der von Praktiker und Max Bahr ähnelt. Ohne Insider-Wissen ist es natürlich schwierig dies zu beurteilen. Bei Besichtigung der Märkte im Sommer 2013 konnte man jedoch feststellen, dass der notwendige Restrukturierungsaufwand nicht unerheblich sein dürfte. In vielen Bereichen fehlten erkennbare Präsentations- und Verkaufskonzepte, welche die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der aktuellen Situation wären.

Wenn man sich die Gartenabteilungen ansah, so fiel zunächst einmal auf, dass in vielen Märkten übermäßig hohe Bestände an Dünger- und Pflanzenschutzartikeln aufgebaut wurden. Hoch- und Schwerlastregale waren bis unterm Dach mit riesigen Mengen vollgestellt, da findet man Produkt-Reichweiten von mehr als 2 Jahren und damit eine entsprechende Kapitalbindung.

Bei Blumen und Pflanzen hatte man den Eindruck, dass jeder Markt so sein eigenes Konzept verfolgt. Auf der einen Seite gab es Häuser, welche beispielsweise bei Baumschulwaren fast nur Premiumqualitäten aus renommierten Ammerland-Betrieben zu recht hohen Preisen anboten, andererseits gab es auch viele Häuser die ihren Fokus mehr auf Massenware in allen Pflanzenbereichen legten, welche z. Teil erhebliche Qualitätsmängel aufwies und nicht unbedingt zum Zugreifen verleitete.

Viele Märkte hatten ihr Gartensortiment fast im ganzen Markt verstreut, sodass man sich schwertut alle Artikel zu finden. An diesen Punkten muss besonders dringend gearbeitet werden.

Die Kunden in Österreich würden natürlich liebend gern mehr bei ihrem einheimischen Anbieter kaufen. Um dies zu erreichen sind Konzepte erforderlich, die den Wünschen und Vorstellungen der Verbraucher entsprechen. Wenn man die Kundenreaktionen auf bestimmten Portalen liest, kann man erkennen warum viele Verbraucher sich lieber bei der Konkurrenz versorgen.

Man hat also noch viel zu tun um diesen Konzern wieder auf Zukunftskurs zu bringen. Das Beispiel  Praktiker/Max Bahr dürfte für die Konzernlenker Warnung genug gewesen sein.

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